Besuch der Völklinger Hütte am Mittwoch, 19.08.2026.

Vor dem heutigen Eingangsbereich im ehemaligen Wasserturm befindet sich ein sehr großer PKW-Parkplatz und auch ein Wohnmobil Stellplatz zum Übernachten. Die Übernachtung auf dem Parkplatz hat den Vorteil, dass die roten Farbinstallationen an den Hochofenanlagen und der blau beleuchtete ehemalige Wasserturm in der Nacht aus kurzer Distanz betrachtet werden können. Die Farbe Rot steht vermutlich für das glühende Eisen in den Hochöfen und die Farbe Blau für das kalte Wasser im Wasserturm. Passt.

Während einer 2 1/2 stündigen Gruppenführung erklärt Herr Altpeter die wesentlichen Teile der Völklinger Hütte, geht auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen ein und führt auch zu einem Gedenkort für die ehemaligen über 2000 Zwangsarbeiter.

Durch ein Werkstattgebäude, in dem das Steigerlied auf Swahilih gesungen wird, gelangen die Besucher in die Gebläsehalle. Darin befinden sich rießige, unterschiedliche Zweizylindermaschinen mit ihren großen Schwungrädern. Die Zylinder sind in Reihe angeordnet, wobei in einem Zylinder der Antriebsprozeß abläuft und im zweiten Zylinder Luft für die Hochöfen verdichtet wird. In der Gebläsehalle findet zur Zeit unseres Besuches eine Ausstellung über die Röntgentechnologie und Röntgengeschichte statt. Fraglich ist, in wie weit die Präsentation dieser unterschiedlichen Themen die Besucher überfordert. Zumindest gestaltet sich das Fotografieren in mancher Perspektive schwierig.

Der Rundgang geht durch die Sinterhalle in der während des Betriebs recht viel Staub anfiel und die Arbeiter in dieser Umgebung ihre Pausenzeiten zum Essen verbrachten. Durch die Fensterscheiben dringt kaum Licht. Ein Bereich ist für ehemalige Zwangsarbeiter eingerichtet. Die schuhkartongroßen Boxen symbolisieren den Raum für deren persönliches Hab und Gut.

In der Möllerhalle wurde in den Bunkern mit Eisenbahnen Material für den Hochofen angeliefert. In Mulden wurde das getrennte Material über einen Schrägaufzug zu den Hochöfen hinauftransportiert und dann von oben in den Hochofen gekippt. Nach 2-3 Stunden im Hochofen wurde die Schlacke und das flüssige Eisen am unteren Bereich des Hochofens herausgelassen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Völklinger Hütte nicht bombardiert, obwohl dort Stahl für die Kriegswirtschaft hergestellt wurde. Die Alliierten wollten die technisch und wirtschaftlich interessante Anlage schonen und bombardierten stattdessen Städte und deren Zivilbevölkerung.

Zugang zur Fotoseite Völklinger Hütte

Nähere Informationen gibt es auf den Seiten des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

Ein Besuch lohnt sich allemal.