Reise vom 06.05.2026 bis zum 03.06.2026
Anreise über die Schweiz und Lyon zum Camping Le Ventoux in der Nähe von Carpentras / Bedoin in der Provence. Weiter nach Saintes Maries de la Mer in der Camarque, dann nach Le Rozier in der Tarnschlucht. Die Rückreise führt über Alpe d’Huez und den Cormet de Roselend.

Die Region Parc naturel régional du Mont Ventoux ist ein kleines Paradies für RadsportlerInnen. Neben vielen abgelegenen, einsamen Nebenstrecken lädt der Gorges de la Nesque zum gemütlichen Radeln und auch Wandern ein. Ebenso die Dentelles de Montmirail. Der Berg der Berge in der Region – Mont Ventoux – stellt hingegen die ultimative Herausforderung für Radelnde dar. Er bietet 3 Möglichkeiten für die Auffahrt zum Gipfel – ab Malaucene, ab Bedoin oder ab Sault, die ich alle gefahren bin. In den Talorten und am Gipfel herrscht regsamer Betrieb durch die zahlreichen Pedaleure. Tolle Sache.
- ab Bedoin (1)
- ab Sault (2)
- ab Malaucene (3)
Die ursprüngliche Idee einer gemeinsamen Auffahrt zum Gipfel mit einem Radfahrfreund hat sich leider nicht realisieren lassen. Schade. Allein ist man dort hinauf allerdings nicht. Alles was zwei Räder hat ist unterwegs, jung oder alt, jede(r) auf seine Weise – sogar elektrisch. Wer oben ankommt freut sich. Alleine für sich, oder mit seiner Gruppe. Gerne wieder mal.
Auf der Fahrt ans Mittelmeer besuchen wir in Roussillon einen ehemaligen Ockerbruch – ein tolles Farbspektakel zur Abwechslung. Gelb- bis braunrotfarbener Untergrund und blauer Himmel kommen zusammen.

Bei einem Besuch in Saintes Maries de la Mer in der Camarque ging es hauptsächlich darum nach Flamingos zu schauen. Und auch nach den Pferden. In dem Parc Ornithologique du Pont de Gau werden für Flamingos entsprechende Bedingungen geschaffen, damit sich die Vögel dort wohl fühlen. Besucher können die Tiere aus nächster Nähe beobachten und den Rufen lauschen. Die Vögel scheinen sich gut zu unterhalten. Einige der weißen Camarque Pferde stehen auf zahlreichen Koppeln und laden für einen Ausritt ein.

Stress mit dem Kollegen oder doch eher mit der Kollegin?

Ehemals rosafarbener Schwarzschnabelflamingo
In Le Rozier treffen die bekannte Tarnschlucht und die Jonteschlucht aufeinander. Die Gegend gehört zum Nationalpark Cevennen und liegt in der Nähe von Millau mit seiner berühmten Autobahnbrücke. Die Tarnschlucht lädt ein zum Kajak fahren, Wandern, Klettern, Radeln, Bungee Jumping, Baden oder einfach nur zum Sein. Ist man in der Schlucht, kann man nach oben schauen und Geier entdecken oder phantastische Felsformationen. Ist man auf der einsamen Hochebene kann man in die tiefe Schlucht (450m) runterschauen, durch die weite Fläche blicken oder direkt am Schluchtenrand im Restaurant du Roc de Hourtous Kaffee und leckeren Kuchen genießen und natürlich Geier beim Gleitflug beobachten. Die Grotte Aven Armand lädt zu einem Besuch ein. Mit einer Standseilbahn geht es 100m unter die Erde zu riesigen Tropfsteinen.

In der Höhle – Aven Armand
Bei einem Spaziergang durch das Chaos de Nimes le Vieux kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen und in den ausgewaschenen Felsen Figuren entdecken oder auch nicht. Viele bunte Schmetterlinge flattern über die Blumenwiesen und vermitteln den Eindruck, dass hier die Welt in Ordnung ist. Schafe mähen die Wiesen. Natur pur.

Auf der Weiterfahrt kaufen wir in einem kleinen Dorfladen regionale Mitbringsel ein. Die nette Dame hinter dem Tresen rechnet geduldig die Beträge von Hand zusammen. Leider ist ihre elektrische Rechenmaschine momentan außer Betrieb. Als ich ein Foto von der Situation erstelle meint sie, dass ihre Haare nicht schön seien. Sie hat erst am Samstag einen Friseurtermin und reist am Sonntag nach Sardinien. So erfährt man was über die Leute.
Wir erreichen in der Nähe von Allemond den Campingplatz RCN Belledonne. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Radl über Le Bourg d’Oisans die berühmten 21 Kehren hinauf zur Alpe d’Huez. Über die ersten Kehren geht es recht stramm nach oben, nach der Ortschaft Huez nicht mehr ganz so steil. Auch in dieser Auffahrt sind wieder vermehrt Radfahrende unterwegs. Die Tour de France kommt hier regelmäßig vorbei. In 2026 gar zweimal. In den Kehren der Auffahrt werden die Etappensieger der vergangenen Jahre erwähnt. Am Ziel gibt es ein Foto auf dem Podest, wo sonst die siegreichen Profis geehrt werden.

Auf dem Siegerpodest in Alpe d’Huez
Unsere nächste Etappe führt uns zum Lac de Roselend in Savoyen. Dort übernachten wir frei am Stausee neben weiteren WoMos. Am folgenden Tag fahre ich mit dem Rennrad hinunter nach Beaufort und wieder hoch zum Stausee. Gemeinsam mit Sabine geht es dann weiter, an Schneeresten und rauschenden Gebirgsbächen vorbei, zur Passhöhe Cormet de Roselend (1968m). Auf der anderen Seite fahren wir hinunter bis Les Chapieux, ein Hochtal vom dem aus man die vergletscherten Ausläufer des Mont Blanc Massifs sehen kann.

Auf der Passhöhe am Cormet de Roselend
Am Lac d’Annecy ist unser letzter Etappenort der Camping Le Panoramic. Er verfügt über ein schönes Schwimmbad mit Blick auf den See und die umliegenden Berge. Eine Radtour führt uns auf ca. 40km überwiegend auf gut ausgebauten Radwegen rund um den See, der immer wieder mit schönen Badestellen lockt.

Abkühlung nach der Radtour







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