Kategorie: Fotografie (Seite 1 von 5)

Frankreich – 2026 – 1

Reise vom 06.05.2026 bis zum 03.06.2026

Anreise über die Schweiz und Lyon zum Camping Le Ventoux in der Nähe von Carpentras / Bedoin in der Provence. Weiter nach Saintes Maries de la Mer in der Camarque, dann nach Le Rozier in der Tarnschlucht. Die Rückreise führt über Alpe d’Huez und den Cormet de Roselend.

Die Region Parc naturel régional du Mont Ventoux ist ein kleines Paradies für RadsportlerInnen. Neben vielen abgelegenen, einsamen Nebenstrecken lädt der Gorges de la Nesque zum gemütlichen Radeln und auch Wandern ein. Ebenso die Dentelles de Montmirail. Der Berg der Berge in der Region – Mont Ventoux – stellt hingegen die ultimative Herausforderung für Radelnde dar. Er bietet 3 Möglichkeiten für die Auffahrt zum Gipfel – ab Malaucene, ab Bedoin oder ab Sault, die ich alle gefahren bin. In den Talorten und am Gipfel herrscht regsamer Betrieb durch die zahlreichen Pedaleure. Tolle Sache.

Die ursprüngliche Idee einer gemeinsamen Auffahrt zum Gipfel mit einem Radfahrfreund hat sich leider nicht realisieren lassen. Schade. Allein ist man dort hinauf allerdings nicht. Alles was zwei Räder hat ist unterwegs, jung oder alt, jede(r) auf seine Weise – sogar elektrisch. Wer oben ankommt freut sich. Alleine für sich, oder mit seiner Gruppe. Gerne wieder mal.

Auf der Fahrt ans Mittelmeer besuchen wir in Roussillon einen ehemaligen Ockerbruch – ein tolles Farbspektakel zur Abwechslung. Gelb- bis braunrotfarbener Untergrund und blauer Himmel kommen zusammen.

Bei einem Besuch in Saintes Maries de la Mer in der Camarque ging es hauptsächlich darum nach Flamingos zu schauen. Und auch nach den Pferden. In dem Parc Ornithologique du Pont de Gau werden für Flamingos entsprechende Bedingungen geschaffen, damit sich die Vögel dort wohl fühlen. Besucher können die Tiere aus nächster Nähe beobachten und den Rufen lauschen. Die Vögel scheinen sich gut zu unterhalten. Einige der weißen Camarque Pferde stehen auf zahlreichen Koppeln und laden für einen Ausritt ein.

Stress mit dem Kollegen oder doch eher mit der Kollegin?

Ehemals rosafarbener Schwarzschnabelflamingo 

In Le Rozier treffen die bekannte Tarnschlucht und die Jonteschlucht aufeinander. Die Gegend gehört zum Nationalpark Cevennen und liegt in der Nähe von Millau mit seiner berühmten Autobahnbrücke. Die Tarnschlucht lädt ein zum Kajak fahren, Wandern, Klettern, Radeln, Bungee Jumping, Baden oder einfach nur zum Sein. Ist man in der Schlucht, kann man nach oben schauen und Geier entdecken oder phantastische Felsformationen. Ist man auf der einsamen Hochebene kann man in die tiefe Schlucht (450m) runterschauen, durch die weite Fläche blicken oder direkt am Schluchtenrand im Restaurant du Roc de Hourtous Kaffee und leckeren Kuchen genießen und natürlich Geier beim Gleitflug beobachten. Die Grotte Aven Armand lädt zu einem Besuch ein. Mit einer Standseilbahn geht es 100m unter die Erde zu riesigen Tropfsteinen.

In der Höhle – Aven Armand 

Bei einem Spaziergang durch das Chaos de Nimes le Vieux kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen und in den ausgewaschenen Felsen Figuren entdecken oder auch nicht. Viele bunte Schmetterlinge flattern über die Blumenwiesen und vermitteln den Eindruck, dass hier die Welt in Ordnung ist. Schafe mähen die Wiesen. Natur pur.

Auf der Weiterfahrt kaufen wir in einem kleinen Dorfladen regionale Mitbringsel ein. Die nette Dame hinter dem Tresen rechnet geduldig die Beträge von Hand zusammen. Leider ist ihre elektrische Rechenmaschine momentan außer Betrieb. Als ich ein Foto von der Situation erstelle meint sie, dass ihre Haare nicht schön seien. Sie hat erst am Samstag einen Friseurtermin und reist am Sonntag nach Sardinien. So erfährt man was über die Leute.

Wir erreichen in der Nähe von Allemond den Campingplatz RCN Belledonne. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Radl über Le Bourg d’Oisans die berühmten 21 Kehren hinauf zur Alpe d’Huez. Über die ersten Kehren geht es recht stramm nach oben, nach der Ortschaft Huez nicht mehr ganz so steil. Auch in dieser Auffahrt sind wieder vermehrt Radfahrende unterwegs. Die Tour de France kommt hier regelmäßig vorbei. In 2026 gar zweimal. In den Kehren der Auffahrt werden die Etappensieger der vergangenen Jahre erwähnt. Am Ziel gibt es ein Foto auf dem Podest, wo sonst die siegreichen Profis geehrt werden.

Auf dem Siegerpodest in Alpe d’Huez

Unsere nächste Etappe führt uns zum Lac de Roselend in Savoyen. Dort übernachten wir frei am Stausee neben weiteren WoMos. Am folgenden Tag fahre ich mit dem Rennrad hinunter nach Beaufort und wieder hoch zum Stausee. Gemeinsam mit Sabine geht es dann weiter, an Schneeresten und rauschenden Gebirgsbächen vorbei, zur Passhöhe  Cormet de Roselend (1968m). Auf der anderen Seite fahren wir hinunter bis Les Chapieux, ein Hochtal vom dem aus man die vergletscherten Ausläufer des Mont Blanc Massifs sehen kann.

Auf der Passhöhe am Cormet de Roselend

Am Lac d’Annecy ist unser letzter Etappenort der Camping Le Panoramic. Er verfügt über ein schönes Schwimmbad mit Blick auf den See und die umliegenden Berge. Eine Radtour führt uns auf ca. 40km überwiegend auf gut ausgebauten Radwegen rund um den See, der immer wieder mit schönen Badestellen lockt. 

Abkühlung nach der Radtour

Spanien-Katalonien-2026

Reise vom 16.03.2026 bis zum 07.04.2026

Anreise nach Katalonien über Frankreich – diesmal über die N88 (Saint-Etienne, Le Puy-en-Velay, Mende, Viaduc de Millau) und A75. Rückfahrt über die Autorute de Soleil mit Besuch am Pont du Gard.

Zwei Aufenthalte über mehrere Tage auf dem Camping Aquarius nahe Sant Pere Pescador / Figueres. Während in Mitteleuropa die Pollen der Frühblüher (Hasel, Erle, Birke) Hochsaison haben, gibt es davon kaum welche in Katalonien. Pyrenäen sei Dank? Nahezu symptomfreies Durchatmen. Für Radtraining eine angenehme Zeit und Gegend.

Vom Campingplatz direkt am kalten Meer Fahrradausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Im Norden bis zum Cap de Creus / El Port de la Selva und im Süden bis nach Begur, schließlich noch bis Figueres. Erwähnenswert ist noch die Rotisseria Olé in Sant Pere Pescador. Für Radfahrer unentbehrlich!

La Cobla – Tanzmusik auf Dorfplätzen

Für eine Woche touren wir mit dem WoMo durch das nahe Hinterland und besuchen die sehenswerten Ortschaften Besalu, Sant Joan les Fonts, Olot, Castelfollit de la Roca und Berga (Gänsegeier). Ein Besuch lohnt sich, besonders in Berga und Olot. In Besalu und Berga treffen wir eher zufällig auf die Volta de Catalunya – eine einwöchige Profiradtour durch Katalonien u.a. mit Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel und Florian Lipowitz. Von Olot aus fahren wir auf der Via Verde del Carrilet Olot-Girona bis nach Angles und wieder retour.

Von Berga aus sieht man die sägezahnartigen Berge Muntanya de Montserrat in Richtung Süden. Dort kommen wir mit dem WoMo auf der Fahrt nach Sant Feliu de Guixols vorbei. Besuch beim nächsten mal – heute ist Sonntag und die Parkplätze voll.

Blick von Begur in Richtung Norden – Iles Medes – hinten Cap de Creus

Auf der aussichtsreichen Küstenstrasse von Sant Feliu de Guixols nach Tossa de Mar geht es mit dem Fahrrad kurvenreich rauf und runter. Auf einem Abstecher kann man zur Ermita de Sant Grau d’Ardenya hochfahren und weiter bis nach Llagostera.

Während dem zweiten Aufenthalt auf dem Camping Aquarius wehen starke Winde an der Küste. Da es im Landesinneren deutlich ruhiger zugeht, fahren wir mit dem WoMo bis Banyoles und von dort mit den Fahrrädern durch den Parc Natural de la Zona Volcanica de la Garrotxa nach Olot. Unterwegs spazieren wir zum Vulkan Volca de Santa Margarida. Auf dem Vulkangrund zieht eine kleine Kapelle die Besucher an. In der Patisseria L’Olotina in Olot gibt es sehr leckeren Tarte de Queso und Café con Leche. Dafür hat sich die Anstrengung allemal gelohnt.

Kapelle Santa Margarida im Vulkan

Etwas mehr als 1000 Radkilometer sind während der 3-wöchigen Reise zusammengekommen und die ersten Anstiege konnten erklommen werden. Dazu noch pollenarme Luft. Das riecht nach Wiederholung im nächsten Jahr.

Wie verrinnt die Zeit ? Genutzt oder ungenutzt ? Langsam oder schnell? Postkarte aus dem Dali Museum in Figueres.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Spanien Herbst / Winter 2025-2026

Reise vom 24.11.2025 bis zum 03.01.2026

An- und Rückreise nach Andalusien über Frankreich – Autoroute du Soleil und an der Ostküste Spaniens entlang nach Andalusien – Cabo de Gata – im Südwesten.

Auf einer Rundreise durch Andalusien, bereisen wir in den kommenden 5 Wochen auch solche Orte, die in den Reiseführern nicht ganz oben stehen.

Reiseroute in Andalusien

Der Naturpark Cabo de Gata erstreckt sich im Südwesten Spaniens von Almeria bis nördlich von Carboneras. In dem Naturpark schlagen wir bei der Anreise und vor der Rückreise unser Lager auf dem Camping Los Escullos und einmal in Aqua Amarga auf. Eine versteinerte und erodierte Sanddüne – Duna Fosil de Los Escullos – bietet mit ihren bizarren Formen reichlich Fotomotive.

Mal sehen wie lange der Überhang noch hält ….

Auf Wanderungen und ausgedehnten Radtouren erkunden wir nahezu den ganzen, weitgehend unbebauten Küstenstreifen, der durch vulkanische Aktivitäten entstanden ist. Strände und hochgelegene Miradore reihen sich abwechselnd aneinander. Zwischen Retamar und Ruescas gibt es ein Besucherzentrum mit reichlich Informationen zum Naturpark. Nicht weit davon kann man sich in der Cafeteria-Pasteleria Torre Marcelo stärken. In den Salinen am Cabo de Gata sind lediglich vereinzelte Flamingos auf Futtersuche oder sie schlafen.  Außerhalb des Parks sind viele Gewächshäuser mit Plastikhüllen aufgebaut. Darin werden vorwiegend Tomaten angebaut. Drumherum sind dunkelhäutige Menschen auf Elektrorollern oder abgehalfterten Fahrrädern unterwegs.

Naturpark Cabo de Gata

In Almeria besuchen wir die wuchtige Alcazaba, deren Außenmauern gut restauriert sind. Der Garten lädt zum Flanieren ein, ansonsten wurden die Gebäude bisher kaum rekonstruiert. Von der ehemaligen Maurenburg aus beobachten wir über der Sierra Nevada eine sogenannte Lenticularis-Wolke. In der Stadt gibt es den Mercado Central auf zwei Etagen und die unübersehbare ehemalige Eisenerz Verladestation am Hafen – Cardagero de Cable Ingles – seit 2023 ein Mirador. In der Stadt ist in der Vorweihnachtszeit ein Weihnachtsmarkt aufgebaut und auf einer Eisbahn kann man auf Kufen einen doppelten Rittberger vorführen. Um bei der spanischen Loteria Navidad die Chance auf El Gordo zu wahren kaufen wir zwei Lose – Decimos zu je € 20.-. Auf einem großen Parkplatz übernachten wir für Umsonst neben einer Vielzahl anderer Wohnmobile. Auf der Fahrt in Richtung Tabernas kommen wir an einer Rossmann Drogerie Filiale vorbei. Hier gibt es zum Glück die speziellen Müslizutaten, die wir vermeintlich Zuhause vergessen haben. 

Almeria

Desierto de Tabernas wird die Gegend westlich von Tabernas  genannt. Die staubtrockene Gegend liegt im Windschatten der bis auf 3462m aufragenden Berge der Sierra Nevada und wird daher von Niederschlägen verschont. Die Wüstenregion um Tabernas wurde in der Vergangenheit für diverse Western Filmszenen von Sergio Leone herangezogen und auch für den Film Lawrence von Arabien.

Oase in der Tabernas Wüste

Sabine suchte auf Komoot eine Rundwanderung aus, beginnend bei Minihollywood Oasys. Ein Stück weit können wir der vorgeschlagenen Route in den trockenen Flußbetten folgen, im ansteigenden Gelände sind nur noch ein paar Fußspuren zu lesen, dann keine mehr. In dem nunmehr steilen Gelände ist ein Vorankommen anstrengend, es passieren Ausrutscher. Als es langsam spät wird, und das weitere Vorankommen ungewiss ist, kehren wir wieder um. Bei Einbruch der Dunkelheit sind wir auf gleichem Weg am Ausgangspunkt zurück.  Alles gut.

Tabernas

Auf der Fahrt nach Guadix fallen in der Landschaft die riesigen Solar- und Windparks auf. Sonne gibt es genug in Spanien. In dem Nachbarort von Guadix namens Purullena besuchen wir das private Museum Cueva Museo La Inmaculada. Manche Behausungen in der Region wurden einfach in die relativ weiche Erde gegraben. Teils über mehrere Etagen. Obendrauf ein Ofenrohr und fertig ist die Laube. Wenn sich in der Familie Nachwuchs ankündigt, dann gräbt man eben ein weiters Zimmer dazu. Maulwürfe machen das nicht anders.  Das Museum wirkt mit den zahlreich ausgestellten Gegenständen überfrachtet. Von dem Mirador del Fin de Mundo hat man einen weitreichenden Blick in die erodierte Landschaft.

Purullena – Guadix

Aufgrund der ungünstigen Wetterprognose reisen wir zunächst zum Caminito del Rey weiter und lassen Granada Links liegen. Der spektakuläre Wanderweg liegt zwischen Antequera und Ronda. Bei der Anfahrt können wir eine große Kolonie Gänsegeier beobachten. Zum Übernachten finden wir einen Parkplatz am Rande des Stausees Embalse del Conde de Guadalhorce. Am nächsten Morgen wollen wir gegen 8 Uhr am Centro de Reception de Visitantes Caminito sein. Dort startet ein Zubringerbus in Richtung Acceso Norte des Caminito del Rey. Den spektakulären Wanderweg kann man nur von Nord nach Süd begehen. Am Ende wartet wieder ein Bus, der die Wanderer zum Ausgangspunkt am Besucherzentrum zurückbringt.

Hängebrücke auf dem Caminito del Rey

Der Schluchtenwanderweg führt teils auf neu errichteten Stegen, teils auf festem Boden am Fluß Guadalhorce entlang. Unterhalb des neuen Stegs kann der mittlerweile lückenhafte, alte Weg erkannt werden. Über dem Wanderweg kreisen unzählige Gänsegeier die nur darauf warten, dass ein Wandersmann oder eine Wandersfrau abgeht. Am Ende des Weges laden die steilen Felswände Kletterer zum kraxeln ein. Warum auch immer führt auch noch eine Bahntrasse durch das Tal. Crazy.

Das Ensemble der 3 umliegenden Stauseen stellt ein Speicherkraftwerk dar. Stromüberschuß –> Wasser rauf pumpen, Strommangel –> Wasser ablassen. Auf der Rückfahrt nach Granada können wir nochmal Gänsegeierkolonien beobachten und dann taucht auch noch ein seltener Adler am Himmel auf – vermutlich ein spanischer Kaiseradler. 

Caminito del Rey

Die Alhambra in Granada stellt einen Besuchermagneten par excellence dar. Zurecht. Ohne Voranmeldung kommt man nicht in die Nasridenpaläste. Der Rest der Alhambra ist frei zugänglich. Wieviel originale Bausubstanz von dem ehemaligen Palast der Mauren tatsächlich noch zu sehen ist? Immerhin wurde im 16. Jahrhundert mitten in die Anlage, neben den maurischen Palästen, ein Palast für Karl V. gebaut. Bewohnt hat er den angeblich aber nie. In den Nasridenpalästen ziehen die stuckdekorierten Decken und Bögen genauso die Aufmerksamkeit auf sich, wie die Keramikmuster an den Wänden oder die filigranen Holzdecken. In die Wände sind in arabischer Schrift Texte integriert – z.B. „Es gibt keinen Sieger außer Gott“. Figürliche Darstellungen sucht man vergebens. In den Patios befinden sich teils spiegelglatte Wasserflächen aus denen der Palasttiger ein paar Schluck mit seiner Zunge trinkt.

Löwenhof

Mitten im Patio de los Leones steht ein Brunnen, der von Löwenfiguren umringt ist. In dem Hof tragen unzählige filigrane Säulen den Rundgang und zwei Pavillons, die wiederum stuckverzierte Gewölbe tragen. Für Mauren das Paradies. Kurz gesagt, die Mauren konnten damals schon ganz schön mauren.

In der Winterzeit ist der Generalife im Winterschlaf. Bis auf die Orangenbäume. Die tragen reife Früchte und der eine oder andere Tourist reißt doch tatsächlich Früchte ab. Kaum zu glauben aber wahr. Rüge von der Aufseherin garantiert. Don’t touch!!

In Granada ist unweit der Alhambra das Altstadtviertel Albaicin gelegen. Nachdem man die Straße mit den aneinandergereihten Souvenirshops durchschritten hat, kann man von dem umtriebigen Mirador de San Nicolas den Blick über die Alhambra hinweg zur schneebedeckten Sierra Nevada schweifen lassen. 

Mirador de San Nicolas

Granada / Alhambra / Albaicin

Das Zentrum der Stadt Cordoba lassen wir diesmal aus und machen Station in der Nähe der ehemaligen Palaststadt Madinat al-Zahra. Der Ausgrabungsort liegt ca. 8 Kilometer außerhalb von Cordoba und war für ca. 100 Jahre sozusagen der Regierungssitz der Kalifen von Cordoba. Ein kleiner Teil der Medina wurde bisher ausgegraben und teilweise restauriert, auf dem Rest des Geländes weiden heute Kühe.

Unweit von der Ausgrabungsstätte gibt es ein Besucherzentrum – Conjunto Arquelogico Madinat Al Zahra. Darin wird den Besuchern ein 20-minütiger Film präsentiert, in dem, basierend auf den Ruinen, die Stadt zum Leben erweckt wird. Zu sehen sind dann die kompletten Gebäude in denen Figuren umhergehen und Szenen des damaligen (vermuteten) Alltags nachgestellt werden. Interessant.

Madinat Al-Zahra

Wenn man den Nationalpark Coto de Donana von Norden her besucht, dann kommt man an dem Ort El Rocio nicht vorbei. El Rocio ist ein Wallfahrtsort mit ca. 2000 Einwohnern in den zu Pfingsten um die 1 Million Besucher strömen. Bruderschaften aus ganz Spanien pilgern in den Ort, um die Heilige Jungfrau von El Rocio zu verehren – auch als Paloma Blanca bezeichnet. Die Bruderschaften unterhalten in dem Ort Häuser mit ihrem entsprechendem Namen. Die Straßenbeläge in der Stadt sind nicht befestigt, sondern aus Sand. Nach einem Regenguss gleichen die Wege Schlammpisten – für Vierbeiner ganz OK, für PKWs eine Herausforderung. 

El Rocio 

In El Rocio buchen wir eine Fahrt mit einem Allradbus in den Nationalpark Coto de Donana. Unser Guide erklärt zunächst noch ein paar Details zu El Rocio und später u.a. zur Wasserknappheit im Park. Aufgrund von wasserintensivem Erdbeeranbau außerhalb des Parks sinkt der Grundwasserspiegel im Park, sodass Bäume aufgrund des Wassermangels absterben. Zur Zeit unseres Besuchs treffen wir im Park auf Wildpferde, Rinder und große Herden von Rotwild. Auf einem Baum rasten zwei Gänsegeier und halten Ausschau nach Futter. Sie fliegen davon, als wir mit dem Bus näherkommen. Zwei Rothühner sind in einiger Entfernung zu sehen. Später sehen wir größere Gruppen von Graukranichen. Im Herbst 2025 erlagen viele der Tiere in Deutschland an der Vogelgrippe. Zum Glück haben es  die hier lebenden Vögel ins Winterquartier geschafft. In einer Art Gehege tummeln sich ein paar Hasen. Grau- und Silberreiher stehen in der Landschaft. Unser grüner 4×4 Bus fährt bis zu einer Raststätte im Park und dann wieder zurück nach El Rocio. Die Lichtverhältnisse sind zum Fotografieren schwierig, da eher tiefstehendes Gegenlicht vorherrscht. 

Am nächsten Tag fahren wir noch zum Besucherzentrum El Acebuche, welches wie ausgestorben wirkt. Die Laguna del Acebuche ist ausgetrocknet, von Flamingos fehlt deshalb jede Spur. 

Nationalpark Coto de Donana

In Conil de la Frontera besuchen wir für ein paar Tage den etwas außerhalb gelegenen Campingplatz La Rosaleda. Der Ort am Atlantik ist deutlich größer als von den beiden bisherigen (Hotel-)Besuchen bekannt und bietet vielerlei Einkaufsmöglichkeiten. Von hier aus unternehmen wir mit den Fahrrädern Ausflüge in die umliegenden weißen Dörfer wie Medina-Sidonia oder Vejer de la Frontera. Vom Cabo Trafalgar aus scheint Afrika zum Greifen nahe.

Cabo Trafalger – in der Ferne ist Marokko in Afrika zu sehen

Ab Chiclana de la Frontera bringt uns eine Straßenbahn mit den Fahrrädern ins Zentrum von Cadiz. Die Altstadt bietet in den teils kerzengeraden, engen Sträßchen überraschende kleine Geschäfte, die erst beim Vorbeigehen entdeckt werden. Leckere Tapas gibt es obendrein. Gerne wieder. Bei der Rückfahrt mit den Fahrädern zum Campingplatz geraten wir in ein Regengebiet mit horizontalem Gegen- und Seitenwind. Meine Begleitung auf dem Pedelec sucht meinen Windschatten. Naß bis auf d’Onderhos erreichen wir den Campingplatz.

Conil de la Frontera

Die Route nach Malaga führt uns an einem verregneten Tag über Tarifa und an Gibraltar vorbei. Afrika muß irgendwo hinter dem grauen Vorhang sein.

Weihnachtsurlauber fluten Malaga – wir treffen auf viele Besucher in der Stadt. In der Markthalle – Mercado Central de Atarazanas – mit ihrem umfangreichen Angebot drängen sich die Kunden und noch mehr Touristen. In den Buden wird feiner Schinken von Hand aus den Keulen geschnitten.

Von Hand wird die Keule in feine Scheiben geschnitten

Die Einkaufstraßen sind weihnachtlich geschmückt und erstrahlen am Abend im Lichterglanz. Gegen 18:30 versammeln sich Menschen in der Haupteinkaufstrasse und singen zusammen Lieder. Hinter dem römischen Theater wurde vor über 1000 Jahren die maurische Alcazaba errichtet. Diese gleicht einer abgespeckten Alhambra, aber nur ein wenig. Am Hafen kann man unter dem Palmeral de las Sorpresas flanieren oder den daneben angelegten Park – Parque de Malaga – besuchen. Darin sind exotische Bäume aus unterschiedlichen Winkeln der Erde angepflanzt. In der gut besuchten Antigua Casa die Guardia stapeln sich Weinfässer mit leckerem Inhalt. In dem T-Shirt Geschäft „Pampling & Co Malaga Echegaray“, unweit vom Picasso Museum, sind witzige Motive im Angebot.

Malaga

Während unseres zweiten Aufenthalts auf dem Camping Los Escullos erkunden wir den westlichen Küstenabschnitt zwischen San Jose und dem Cabo de Gata. Dort befinden sich der weitläufige Strand Playa de los Genoveses und der Playa de Monsul, wo mit etwas Phantasie ein verwunschener Prinz am Strand sitzt und darauf wartet wachgeküsst zu werden. Dazwischen erhebt sich die Duna fosil de Monsul. Auf einer kleinen Wanderung um die Düne herum sehen wir reichlich viele Agaven und kommen an den Playa de Barronal. Auf dem Rückweg nehmen wir den Küstenwanderweg auf dem es ein wenig Klettergeschick braucht, um auf den steilen Wegen zum Ausgangspunkt zurückzukommen.

Bis zum Playa de Monsul kann man von San Jose auch mit einem PKW fahren, danach ist der Weg bis zum hochgelegenen Torre de la Vela eine ansteigende Schotterpiste. Mit dem Rennrad sehr unangenehm zu fahren. Manchmal ist schieben daher sicherer. Zum Cabo de Gata geht es auf einer löchrigen Piste wieder hinunter und schließlich über Ruescas – durch ein Café hindurch – und auf asphaltierten Straßen zurück zum Campingplatz.

Playa de Monsul

 

Die Rückreise aus Andalusien beginnen wir am 28.12. und fahren zu dem kleinen WoMo Stellplatz Asociation de Caravanas y Autocaravanas in der Nähe von Elche. Alejandro ist ein hilfsbereiter Betreuer des Platzes. In der Region besuchen wir den Naturpark El Fondo und die Salinen von Santa Pola. Auch hier stehen nur vereinzelt Flamingos im flachen Wasser. Zwei der rosafarbenen Vögel scheinen sich zu unterhalten, jedoch nicht unbedingt der gleichen Meinung zu sein. Mal reckt der eine den Kopf über den anderen Vogel, mal andersrum.

„Ich hab ja so einen schönen, langen Hals ….“

Es fallen die schwarzweiß gefiederten Flamingos auf. Nach Auskunft eines Betreuers im Naturpark El Fondo handelt es sich um Jungtiere. Auffällig sind in der Gegend auch die vielen Baumschulen. Ausgedehnte Palmenwälder und auch diverse Kakteenkulturen werden angepflanzt.

Naturpark El Fondo – Salinen von Santa Pola

Der Ort Anna liegt zwischen Alicante und Valencia ein paar Kilometer von der Autobahn weg. Bei einer Wanderung auf der – Ruta de las 3 cascades – besuchen wir die 3 Wasserfälle in der Nähe des Ortes. Rund um Valencia sind viele Orangenfelder zu sehen – unter der Marke Valensina kommen sie in den Handel. Neben dem Parkplatz in Anna steht ein Orangenhain mit reifen Früchten. Während wir dort parken fährt eine Arbeiterkolonne zum Orangenernten vor. Junge Männer mit schwarzer Hautfarbe rennen im Laufschritt in die Plantage hinein und zurück und füllen in kurzer Zeit die bereitgestellten Transportkörbe. Ich gehe auf den Vorarbeiter zu und versuche ins Gespräch zu kommen. Auf meine Frage, ob die Orangen gut sind drückt er mir zögernd eine der runden Kugeln in die Hand. Dann noch eine zweite Frucht dazu. Die Kostprobe der Orangen zeigt, dass die Früchte reif sind und lecker schmecken. Auf den Verpackungen der Orangen in unseren Supermärkten sind junge, entspannte Damen beim Pflücken abgedruckt. Klarer Fall von fake – ich denke an die fleißigen Arbeiter, wie sie im Laufschritt die Pflückarbeit leisten. Hoffentlich wird die Arbeit der Pflücker fair entlohnt.

Ruta de las 3 cascades

Nächster Übernacht Zwischenstopp ist in Peniscola, ein beliebtes Touristenziel. Die Altstadt liegt auf einem 64m hohen Felsen an der Küste und hat als Kern eine Zitadelle aus dem 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert hatten zwei Gegenpäpste hier ihre Residenz. An Silvester wird die Stadt mit diversen Buden auf den anstehenden Jahreswechsel vorbereitet. Nach einem Spaziergang durch die engen Gassen kaufen wir im Supermarkt Mercados noch diverse spanische Souvenirs für die Daheimgebliebenen ein. 

Peniscola

Der weitere Heimweg führt uns über das Ebro Delta. Dort gibt es neben ausgedehnten Reisfeldern und flachen Lagunen die letzte Hoffnung auf Flamingos in großen Mengen. Bei dem Observatorium La Tancada, kurz vor der Küste, treffen wir endlich auf eine riesige Ansammlung Flamingos beidseits der Straße. Wir können das Verhalten der Vögel aus kurzer Distanz gut beobachten und fotografieren. Es ist ein Kommen und Gehen, Flügel werden kurz aufgespannt, die langen Beine gedehnt und manche Vögel kopulieren gar. Sie stehen hier eigentlich, ohne sich um die Nahrungsaufnahme zu kümmern. Etwa nur ein Single Treffpunkt oder gar Schlafplatz? Manchmal entfernt sich eine Gruppe von der großen Menge weg und plötzlich fangen diese Tiere an gegen den Wind zu rennen um schließlich in die Lüfte abzuheben. Ein paar Meter geht es gegen den Wind, dann in Richtung Süden mit dem Wind. Wohin wohl? Dann tauchen plötzlich wieder große Flamingo Schwärme auf und landen inmitten der im Wasser stehenden Artgenossen.

Flamingos im Ebro-Delta über den Wolken …

Während unserer Beobachtungszeit schaut auch mal ein Fischadler vorbei. Ein blauschimmernder Eisvogel fliegt mit flinkem Flügelschlag und kaum erkennbar am Ufer entlang. Schwarzgefiederte Kormorane gesellen sich zu den Rosaflamingos. Graureiher stehen wie angewurzelt ebenfalls vereinzelt an den Rändern der ehemaligen Salinen.

Ebro Delta – Observatorium La Tancada

Um einen Eindruck von den in Spanien eingerichteten Vias Verdes zu bekommen, das sind stillgelegte und für z.B. den Radverkehr aufbereitete Bahnstrecken, fahren wir noch nach Tortosa. Von Tortosa aus fahre ich ca. 40km am Fluß Ebro entlang über oder unter Brücken und durch teils beleuchtete Tunnels. Die Strecke steigt nur leicht an. In ehemaligen Bahnhöfen wurden kleine Cafés oder Kneipen eingerichtet und ein Radreiseveranstalter bietet Ausfahrten auf der Via Verde Val de Zafan an. Entlang der Strecke sind immer wieder Parkmöglichkeiten eingerichtet. Im Dezember hängen die Orangenbäume neben der Strecke voller reifer Früchte.

Vias Verdes sind in ganz Spanien zu finden. Auf Internetseiten lassen sich die Routen und deren Beschreibungen finden.

Greenways – Fundación de los Ferrocarriles Españoles

folletovvbroschure2015.pdf

Bahntrassenradwege

Via Verde Val de Zafan

In Frankreich, am Pont du Gard, statten wir dem monumentalen, historischen Aquädukt einen Besuch ab. Schon toll was die alten Römer vor 2000 Jahren so bauen konnten.

Interessant wäre zu wissen, wie sie solche Bauwerke erstellt haben und wie lange die Bauzeit war. Damals gab es ja noch keine Kraftpaketkräne von Liebherr oder so.

Pont du Gard

Während unserer Reisezeit lagen die Temperaturen nachmittags um die 15° C. Bei Sonnenschein gerne auch mal mehr. An den Küsten war es jedenfalls wärmer als im Inland z.B. in Granada, welches auf ca. 750m Höhe liegt. Die angenehmen Wintertemperaturen gepaart mit niedrigen Lebenshaltungskosten ziehen Ruheständler aus anderen Ländern an. Auf den durchgängig geöffneten Campingplätzen bleiben manche Gäste ein paar Monate im Süden. Berichte über heftige Winterstürme mit Überschwemmungen auf der Iberischen Halbinsel nehmen zu. Von daher beobachten wir die Wetterdaten. Möglicherweise ist ein Klimawandel die Ursache dieser ungünstigen Entwicklung

Sowohl am Cabo de Gata als auch in der Gegend um Conil de la Frontera gibt es gute Möglichkeiten zum Radfahren. Die Straßen sind ordentlich asphaltiert. Der Eurovelo Radweg 8 beginnt in Cadiz und führt überwiegend an der Mittelmeerküste entlang. Die oft hochgelegenen weißen Dörfer laden zu Besuchen ein. Die Vias Verdes wollen erforscht werden.

Die Präsenz der Mauren hat auf der Iberischen Halbinsel ihre interessanten Spuren hinterlassen. Spanien hat seinen Besuchern auf jeden Fall viel zu bieten. Gerne wieder.

 

 

 

 

   

Fischland – Darß – Zingst – Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

   

Reise vom 22.09. – 08.10.2025

 

Stationen in Berlin, Zingst, Schaprode – Insel Hiddensee, Röbel und nochmal Berlin

Fischland-Darß-Zingst und Insel Hiddensee

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – Detailkarte:

Nach einem Zwischenstopp in Berlin bei meiner Schwester Renate landeten wir auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in dem Ort Zingst auf dem Campingplatz Düne 6. Quartier für eine Woche. In Schaprode auf der Insel Rügen verbrachten wir zwei weitere Nächte und fuhren für einen Tagesausflug mit einem Schiff auf die Insel Hiddensee. Auf der Rückfahrt nach Berlin nahmen wir im Hafen von Röbel (Müritz) einen Stellplatz für eine Nacht. In Berlin blieben wir dann noch bis Mittwoch bei Renate für ein Fotoprojekt, für zwei interessante Besuche im Berliner Ensemble (Die 3 Groschenoper, De Profundis mit Jens Harzer) für einen Besuch bei Sabine Zimmer (Pink Pasta – Rote Beete Pesto) und um Volker zu treffen, der am Dienstag noch dazu kam.

Ende September / Anfang Oktober können in McPomm unzählige Kraniche auf ihrer jährlichen Migration von Skandinavien in den warmen Süden in Frankreich oder Spanien (Extremadura) beobachtet werden. Schon während der Fahrt in den Norden sahen wir neben der Autobahn bei Linum, bei Röbel und auf Rügen Graukraniche. Also weit verstreut in einem großen Gebiet.

Tagsüber können die grauen Vögel auf den Feldern im Hinterland der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bei der Suche nach Futter, beim Putzen des Gefieders, beim Spielen, Streiten, Tanzen und beim Trompeten beobachtet werden. Bei Sonnenaufgang verlassen sie ihre sicheren Schlafplätze in großen Gruppen bei Pramort und kehren bei Sonnenuntergang wieder dorthin zurück. Zum Leidwesen des Fotografen ist dann nur noch wenig Licht vorhanden. Deswegen muß die ISO Zahl (Auflösung) immer weiter hoch geschraubt werden, was die Bildqualität beeinträchtigt (Rauschen). In der freien Natur fordert außerdem tagsüber die Fluchtdistanz der Vögel und der Sonnenstand (Gegenlicht) die Fotografen heraus. 

Ein empfehlenswerter, sehr guter Beobachtungsort ist das Kranorama bei Günz, welches während der Migrationszeit geöffnet ist. Daneben wurde das NABU Erlebniszentrum Kranichwelten in 2025 neu eingerichtet. Diese Ausstellung über das Leben der Kraniche  ist das ganze Jahr geöffnet.

Auf den nahen Wiesen vor dem zweistöckigen Kranorama wird Futter (Mais / Weizen) ausgestreut um die Tiere von der Futtersuche auf den Feldern abzulenken (Ablenkfütterung). Das lockt die Graukraniche und Gänse an und schont die Felder der Bauern. Mit Spektiven oder Teleobjektiven gelingt die Beobachtung hier recht zuverlässig und sehr gut. Die Jungvögel erkennt man an ihrem bräunlichen Gefieder. Die haben aber schon annähernd die gleiche Größe wie die erwachsenen Vögel mit ihrem grauen Gefieder und roten Hinterkopf. Erstaunlich, dass sie nach wenigen Lebensmonaten schon den Weg ins Winterquartier angehen können. Zwei beringte Graukraniche konnte ich erkennen, einer wurde in Polen beringt, ein anderer in Schweden. Auf den Wiesen herrscht ein stetiges Landen und Starten. Ein Reh tritt auf die Bühne, evtl. verursacht es einen Massenstart von Graugänsen.

Fotos – Kranorama

Die Meiningenbrücke auf dem Weg von oder nach Zingst ist zumindest in den Abendstunden ein lohnender Beobachtungsort. Hier fliegen die Graukraniche in großen Scharen und in geringer Höhe über die Brücke und manche Tiere legen eine Verschnaufpause in den nahen, seichten Boddengewässern ein.

Manche Vogelschwärme sind so groß, dass man alle Gruppenmitglieder nicht auf einmal mit der Digitalkamera erfassen kann. Mit der Kamera meines Smartphones konnte ich hier die Überflieger in ihrer typischen V-Formation filmen und dadurch auch den Klang ihrer Trompeten aufnehmen. 

Fotos – Zingst-Meiningenbruecke

Am westlichen Ortsrand von Zingst, am Barther Bodden, gibt es eine Aussichtsplattform auf die Insel Grosse Kirr. Von dort aus lässt sich der abendliche Kranicheinflug mit entsprechenden optischen Geräten verfolgen. Z.B. mit Ferngläsern kann beobachtet werden, wie die Luftakrobaten mit ausgeklapptem Fahrgestell landen und wenig später weiterfliegen zum Schlafplatz Pramort. Ranger unterstützen die Besucher und beantworten Fragen. 

Fotos – Grosse Kirr

Die Beobachtung des Einflugs auf die Grosse Kirr von einem Ausflugsschiff ist ab Hafen Zingst möglich, aber nicht erforderlich. Das Geld kann eher in ein oder besser zwei lecker Fischbrötchen investiert werden.

Die Beobachtungshütte am Pramort ist tagsüber frei zugänglich bis 15 Uhr. Dort konnten wir Dachshunde beobachten, die auf herabfallendes Obst warteten. Zur Zeit der Kranichmigration ist die Hütte abends nur für 60 Personen freigegeben, kostet einen kleinen Beitrag und liegt ca. 15 km östlich von Zingst. Da es abends nach dem Einflug der Kraniche schon recht dunkel ist, kam diese Option für mich nicht in Frage. In der Dunkelheit kann ich nicht mit dem Rad fahren. Mir fehlt dann der Boden unter den Reifen.

Alternativ gibt es in Zingst das Angebot in die Nähe von Pramort mit dem Ausflugsschiff namens Seestern zu fahren. Das haben wir in Anspruch genommen und in der Dämmerung den Einflug der Vögel des Glücks, z.B. mit dem Mond im Hintergrund, beobachten können.

Leider darf das Schiff in den flachen Boddengewässern nur vorgegebene Routen fahren und auch nicht in die Nähe zu den Schlafplätzen der Kraniche. Ist auch gut so. Das Rotwild und die Wasserbüffel am Pramort können mit bloßem Auge kaum erkannt werden.

Fotos – Pramort

Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst lässt es sich locker mit dem Fahrrad fahren. Auf den ebenen Radwegen am Deich entlang oder am Rande der Boddengewässer. Jedoch nur solange der Wind von Hinten kommt. Wehe er kommt von Vorne. Radtouren führten uns bis zum Pramort, ein andermal über den Leuchtturm am Darß zum Künstlerort Ahrenshoop und zurück nach Zingst.

Einmal umrundete ich den Saaler Bodden und den Bodstedter Bodden mit meinem Ridley Crossbike – 86km kamen da zusammen. Dabei konnte ich in den eher kleinen Ortschaften schöne, reetgedeckte Häuschen entdecken oder sogenannte Zeesboote in den kleinen Häfen die für die Boddengewässer tauglich sind. Die Villa Himmelblau steht in Prerow.

Auf der Hin- und Rückfahrt mit dem WoMo nach bzw. von Schaprode konnten wir neben der Straße größere Kranichansammlungen beobachten. Das sind eher zufällige Begegnungen, werden aber dankend angenommen. 

Die Insel Hiddensee darf von Touristen nicht mit PKWs besucht werden. Per Schiff geht es ab Schaprode über die Boddengewässer auf vorgegebenen Routen auf die Insel. Fahrräder dürfen hingegen mitgenommen werden. Die Strecke bis zum Leuchtturm Dornbusch beträgt ab Hafen Neuendorf ca. 12km.

Vitte scheint der Hauptort auf der Insel Hiddensee zu sein. Gäste ohne Fahrrad werden mit Pferdekutschen transportiert oder gehen zu Fuß. Gepäck wird in kleinen, unzähligen, am Hafen geparkten Handschubkarren, die mit dem Hotelnamen gekennzeichnet sind, transportiert.  Familien können Ferienhäuschen mieten. Oben vom Leuchtturm herunter bietet sich ein Rundblick bis nach Dänemark zu den Kreideklippen bei Möns Klint. Sabine wagt einen Blick in das Künstlerhaus „Blaue Scheune“ in Vitte. Das Sommerhaus des Schriftstellers Gerhard Hauptmann steht in Kloster. Der Buchladen davor verkauft allerhand diverse Literatur.

Fotos – Schaprode – Hiddensee

Schließlich gibt es in Röbel an der Müritz noch die Möglichkeit die Kraniche beim abendlichen Anflug auf den Schlafplatz am Großen Schwerin mit Steinhorn zu beobachten. Am späten Nachmittag konnte beobachtet werden wie ein angreifender Seeadler die anwesenden Gänse auf dem Großen Schwerin in Aufregung brachte. Die Gänse flüchteten schnatternd vor der fliegenden Schranktür. Trotz mehrerer Angriffsversuche hatte der Seeadler in der großen Gänseschar keinen Erfolg. Möglicherweise ist er für solche Jagden zu groß und schwerfällig.

Sowohl von Land aus als auch auf Ausflugsschiffen ab Röbel oder Waren können hier die Graukraniche gesehen werden. Morgens gelingt die Beobachtung der Kraniche beim Start in ihren Tag mit der aufgehenden Sonne im Hintergrund. An diesem Morgen liegt Nebel über der Müritz, da die Lufttemperatur nur 2-3° C beträgt und das Wasser der Müritz deutlich wärmer ist. Angler im Nebel.

Fotos – Roebel-Mueritz

Kranichberingung

Beringung – Kraniche

Vor dem Kranorama konnten zwei beringte Kraniche gesichtet werden. Das Foto zeigt ein Beispiel mit der Markierung 3 mal rot am linken Bein – steht für Schweden oder Norwegen. Ein anderer trug 3 grüne Ringe – steht für Polen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elsass – Vogesen – 2025

    

Reise vom 10.08. – 24.08.2025

Stationen in Saverne, Rhein-Marne Kanal, Alberschviller, Donon, Rocher de Dabo, St. Die de Vosges, Route de Cretes, Munster, Mittlach le Haut.

Auf dem Rhein-Marne Kanal fahren Touristenboote in einem entschleunigenden Tempo auf dem Kanal entlang. In den Schleusen gibt es Abwechslung. Ein Radweg führt von Straßburg bis zum Schiffshebewerk in Saint-Louis / Arzviller entlang des Kanals. Ein Stück weit auch noch am alten Kanal entlang durch das Vallee des Ecluses mit seinen 17 ehemaligen Schleusen. Am Kanal folgen dann noch zwei Tunnels für Schiffe in Richtung Sarrebourg.

Schleuse am Rhein-Marne Kanal

Das Schiffshebewerk umgeht eine ehemalige relativ kurze Kanalstrecke mit 17 Schleusen. An der alten Strecke breitet sich maroder Charme aus. Manche ehemaligen Schleusenwärter Häuschen sind bewohnt.

Eine Radtour führt zum Rocher de Dabo und über den Col du Valsberg zurück nach Saverne. 

Blick auf Dabo 

Abreschviller

Kleiner Campingplatz mit daneben liegendem Badesee. Die rote Saar fließt mit kühlem Nass dazwischen durch. Das lautstarke Zischen, Pfeifen und Wummern der Motoren am Bahnhof kann nicht überhört werden … 

Train Forestier d’Abreschviller – die Eisenbahn wurde ehemals in einem weit verzweigten Netz zum Transport des abgebauten Holzes und der Waldarbeiter eingesetzt.

Ein Zug mit Diesellok befördert heute Touristen von Abreschviller zur Station „Grand Soldat“ (Sägewerk) und retour 

Eine Dampflokomotive (gebaut in Heilbronn) kommt ebenfalls zum Einsatz – deren Betrieb ist allerdings aufwendiger als der Betrieb der Diesellok. Tolle Sache.

Radtour zum Berg Donon – dort steht ein kleiner Tempel der einmal ein Museum war. Schöne Aussicht bei bestem Wetter.

Vogesen – Route des Crêtes

Morgennebel zieht aus dem Vallée de la Grand Fecht über den Col du Hahnenbrunnen und löst sich anschließend in der warmen Luft.

In der klaren Luft der Höhenlagen in den Vogesen können bilderbuchartige Sonnenaufgänge und -untergänge beobachtet werden. Teils auch direkt aus dem WoMo heraus – Ort?  Geheim.

Französiche Sprache (als Beispiel)

Wenn Kinder sprechen lernen, dann versuchen Sie ihre Muttersprache nachzusprechen.  Es dauert anfangs eine Weile bis das Gehirn entsprechend programmiert ist. Lesen und Schreiben lernen Kinder in der Regel ab der Grundschule. Dann dauert es wiederum eine Weile bis sie auch das intus haben.

Je öfter ich nun in Frankreich und dort von der französichen Sprache umgeben bin, desto besser komme ich mit der Sprache zurecht. Manchmal schnappe ich eine neue Redewendung auf (z.B.: Je vous en pris) oder höre wie die Menschen im Alltag miteinander in Kurzform sprechen (bon aprem – statt bon apres midi).

Der Schulunterricht für Fremdsprachen ist in der Schule eventuell zu sehr auf Schreiben, Lesen und Grammatik  ausgerichtet. Vielleicht sollte in den Schulen ebenfalls zunächst viel mehr gesprochen werden als die Schüler auf das Glatteis der Rechtschreibung bzw. Grammatik zu führen und sie dort ausrutschen zu lassen.

 

Bad Schussenried – Uffrur – 2025

Besuch der Ausstellung Uffrur im Kloster Bad Schussenried und Radtour nach Friedrichshafen – 28.07. – 31.07.2025

Ausstellung Uffrur in Bad Schussenried zum Bauernkrieg um 1525.

Bundschuh – Schuhe aus Leder

 

Erstaunlich wie um 1525 Personen detailgetreu gemalt werden konnten. Fotoapparate gab es ja noch nicht.

Wie viele digitale Fotos werden heutzutage jeden Tag neu erstellt und in Umlauf gebraucht?

 

In den Ausstellungen zum Bauernkrieg in Bad Schussenried und in Memmingen erzählen KI-generierte Figuren von der Zeit um 1525.

 

Radtour von Bad Schussenried nach Friedrichshafen am Bodensee. Es ist kühles, ungemütliches Schauerwetter. In Ravensburg findet das Rutenfest statt.

Besuchstipp Dornier Museum

Autofähre nach Romanshorn

Zeppelin Fontäne bei Friedrichshafen

Rutenfest in Ravensburg – Trommler gehen durch die Stadt

 

 

Ulm – Fischerstechen, Schwörwoche und Nabada 2025

Ulm / Neu-Ulm / Memmingen 17.06. – 23.06.2025

Beim Fischerstechen auf der Donau geht es zur Sache …

Mehrere bekannte Figuren der Ulmer Stadtgeschichte treten beim Stechen auf der Donau auf sogenannten Zille Booten stehend mit Lanzen bewaffnet gegeneinander an.

Die Figur – König von Bayern – auf den Fotos im blauen Rock – ging als Sieger des Fischerstechens in 2025 hervor.

Die Rede zum Schwörmontag wurde von Ulms OB Martin Ansbacher wegen Regen im Ulmer Münster vorgetragen. Während des Schwurs läuten die Glocken des Ulmer Münster:

Schwur aus dem Schwörbrief von 1345

„Reichen und Armen
ein gemeiner Mann zu sein
in den gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen
ohne allen Vorbehalt.“

Nabada am Schwörmontag – mit Motivflößen, Musikkapellen auf schaukelnden Booten und unzähligen Gummibooten und Wasserschlachten.

Der Wohnmobilstellplatz neben dem Donaubad in Neu-Ulm weist ca. 100 Plätze auf und in die Stadt ist es mit dem Fahrrad ein relativ kurzer Weg.

Reste der ehemaligen Bundesfestung Ulm sind im Stadtgebiet präsent und können teilweise besichtigt werden (Wilhelmsburg)

Memmingen

Ausstellung zum Bauernkrieg um 1525 – Eintritt?  Frei !

In der Ausstellung in Memmingen ist die Situation der Bauern (Leibeigenschaft, Abgaben, Arbeitsdienst, Ernährung, Kinder) eher hervorgehoben dargestellt als in Bad Schussenried, wo mehr auf die gesamte Entwicklung des Bauernkrieges und dessen Niederschlagung eingegangen wird. 

 

Blaubeuren

Radtour durch das Blautal nach Blaubeuren zum Blautopf, der mit seinen Farben besticht.

Bekannt ist der Blautopf für die je nach Lichteinfall mehr oder weniger intensive, aber immer auffallend blaue Farbe seines Wassers.

Die blaue Farbe entsteht durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung (so genannte Rayleigh-Streuung) an den nanoskaligen Kalkpartikeln, die im Wasser dispergiert sind.

Bad Wurzach / Tannheimer Tal- 2025

Tannheimer Tal mit Station in Bad Wurzach – 21.06. – 26.06.2025

Bad Wurzach

Treppenhaus im Schloss von Bad Wurzach

Blumenwiese am Radweg um das Wurzacher Ried

Tannheimer Tal

Wanderung mit Reiner zum Berg Ponten – Rast an der Schutzhütte Zierleseck mit Blick zum Gaishorn. Tolle Aussichten heroben.

Abkühlung im Vilsalpsee und im Haldensee

Spiegelung im Vilsalpsee 

Wanderung mit neuen Wanderschuhen zum Einstein Gipfel. Schuhtest bestanden.

Aus dem Gipfelbuch:

Wenn die Wurst so dick wie’s Brot ist, ist es Wurst wie dick das Brot ist.

Moselradweg Metz bis Koblenz – 2025

Von Metz nach Koblenz  – 21.05. – 01.06.2025

Metz war in der Zeit von 1871 bis 1918 zugehörig zum Deutschen Kaiserreich. Während dieser Phase wurde z.B. der Bahnhof im wilhelminischen Stil erbaut. Der Marché Couvert ist neben der Cathédrale Saint-Etienne zu finden. Da drinnen gibt’s leckere Sachen … 

Metz – Temple Neuf bei Nacht

Metz – Cathédrale Saint-Etienne

In Metz gibt es außerdem die Boulangerie M&M Dudot in der Rue de Ladoucette – auf keinen Fall vorbeigehen ….

Trier

Konstantin Basilika Besuch des Museum Karl Marx Haus

Never ending story …?

Stella Noviomagi – Neumagen-Dhron – Nachbau eines römischen Handelsschiffs, das auch als Kriegsschiff eingesetzt werden konnte. Siehe Rammkeil am Bug.

Von Prinzessinnen und Königinnen ….

Bullay – Doppelstockbrücke – Oben Eisenbahn, unten KFZ-Verkehr

Hallo Platten … zum Glück sind wir ohne durchgekommen.

Am Ziel – Deutsches Eck in Koblenz – wir sind nicht alleine in der Stadt … nix wie weg hier. An dem verlängerten Wochenende Ende Mai scheinen alle Camping- oder Wohnmobilstellplätze entlang der Mosel voll zu sein. 

Berlin – 2025

Berlin – 01.05. – 11.05.2025

Berlin – Brandenburger Tor – 08. Mai 2025 – 80 Jahre Ende 2. Weltkrieg

Man kann es drehen und wenden wie man will ….

Berlin -Führung mit Miriam in der Neuen Nationalgalerie zu Gerhard  Richter

Radtour nach Oranienburg – Besuch des KZ Sachsenhausen – Lagerbaracke

KZ Sachsenhausen – In einer der Gefängniszellen (Nr. 13) wurde zeitweise der aus Königsbronn stammende Hitlerattentäter Georg Elser festgehalten

Radtour nach Potsdam / Schlosspark Sans Souci. In den Weinbergterrassen vor dem Schloß werden Weinreben und – hinter Glastüren – auch Feigen angebaut.

Radtour von Lübbenau nach Vetschau durch den – Spreewald – Pause an der Raststätte Wotschofska.

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