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Spanien Herbst / Winter 2025-2026

Reise vom 24.11.2025 bis zum 03.01.2026

An- und Rückreise nach Andalusien über Frankreich – Autoroute du Soleil und an der Ostküste Spaniens entlang nach Andalusien – Cabo de Gata – im Südwesten.

Auf einer Rundreise durch Andalusien, bereisen wir in den kommenden 5 Wochen auch solche Orte, die in den Reiseführern nicht ganz oben stehen.

Reiseroute in Andalusien

Der Naturpark Cabo de Gata erstreckt sich im Südwesten Spaniens von Almeria bis nördlich von Carboneras. In dem Naturpark schlagen wir bei der Anreise und vor der Rückreise unser Lager auf dem Camping Los Escullos und einmal in Aqua Amarga auf. Eine versteinerte und erodierte Sanddüne – Duna Fosil de Los Escullos – bietet mit ihren bizarren Formen reichlich Fotomotive.

Mal sehen wie lange der Überhang noch hält ….

Auf Wanderungen und ausgedehnten Radtouren erkunden wir nahezu den ganzen, weitgehend unbebauten Küstenstreifen, der durch vulkanische Aktivitäten entstanden ist. Strände und hochgelegene Miradore reihen sich abwechselnd aneinander. Zwischen Retamar und Ruescas gibt es ein Besucherzentrum mit reichlich Informationen zum Naturpark. Nicht weit davon kann man sich in der Cafeteria-Pasteleria Torre Marcelo stärken. In den Salinen am Cabo de Gata sind lediglich vereinzelte Flamingos auf Futtersuche oder sie schlafen.  Außerhalb des Parks sind viele Gewächshäuser mit Plastikhüllen aufgebaut. Darin werden vorwiegend Tomaten angebaut. Drumherum sind dunkelhäutige Menschen auf Elektrorollern oder abgehalfterten Fahrrädern unterwegs.

Naturpark Cabo de Gata

In Almeria besuchen wir die wuchtige Alcazaba, deren Außenmauern gut restauriert sind. Der Garten lädt zum Flanieren ein, ansonsten wurden die Gebäude bisher kaum rekonstruiert. Von der ehemaligen Maurenburg aus beobachten wir über der Sierra Nevada eine sogenannte Lenticularis-Wolke. In der Stadt gibt es den Mercado Central auf zwei Etagen und die unübersehbare ehemalige Eisenerz Verladestation am Hafen – Cardagero de Cable Ingles – seit 2023 ein Mirador. In der Stadt ist in der Vorweihnachtszeit ein Weihnachtsmarkt aufgebaut und auf einer Eisbahn kann man auf Kufen einen doppelten Rittberger vorführen. Um bei der spanischen Loteria Navidad die Chance auf El Gordo zu wahren kaufen wir zwei Lose – Decimos zu je € 20.-. Auf einem großen Parkplatz übernachten wir für Umsonst neben einer Vielzahl anderer Wohnmobile. Auf der Fahrt in Richtung Tabernas kommen wir an einer Rossmann Drogerie Filiale vorbei. Hier gibt es zum Glück die speziellen Müslizutaten, die wir vermeintlich Zuhause vergessen haben. 

Almeria

Desierto de Tabernas wird die Gegend westlich von Tabernas  genannt. Die staubtrockene Gegend liegt im Windschatten der bis auf 3462m aufragenden Berge der Sierra Nevada und wird daher von Niederschlägen verschont. Die Wüstenregion um Tabernas wurde in der Vergangenheit für diverse Western Filmszenen von Sergio Leone herangezogen und auch für den Film Lawrence von Arabien.

Oase in der Tabernas Wüste

Sabine suchte auf Komoot eine Rundwanderung aus, beginnend bei Minihollywood Oasys. Ein Stück weit können wir der vorgeschlagenen Route in den trockenen Flußbetten folgen, im ansteigenden Gelände sind nur noch ein paar Fußspuren zu lesen, dann keine mehr. In dem nunmehr steilen Gelände ist ein Vorankommen anstrengend, es passieren Ausrutscher. Als es langsam spät wird, und das weitere Vorankommen ungewiss ist, kehren wir wieder um. Bei Einbruch der Dunkelheit sind wir auf gleichem Weg am Ausgangspunkt zurück.  Alles gut.

Tabernas

Auf der Fahrt nach Guadix fallen in der Landschaft die riesigen Solar- und Windparks auf. Sonne gibt es genug in Spanien. In dem Nachbarort von Guadix namens Purullena besuchen wir das private Museum Cueva Museo La Inmaculada. Manche Behausungen in der Region wurden einfach in die relativ weiche Erde gegraben. Teils über mehrere Etagen. Obendrauf ein Ofenrohr und fertig ist die Laube. Wenn sich in der Familie Nachwuchs ankündigt, dann gräbt man eben ein weiters Zimmer dazu. Maulwürfe machen das nicht anders.  Das Museum wirkt mit den zahlreich ausgestellten Gegenständen überfrachtet. Von dem Mirador del Fin de Mundo hat man einen weitreichenden Blick in die erodierte Landschaft.

Purullena – Guadix

Aufgrund der ungünstigen Wetterprognose reisen wir zunächst zum Caminito del Rey weiter und lassen Granada Links liegen. Der spektakuläre Wanderweg liegt zwischen Antequera und Ronda. Bei der Anfahrt können wir eine große Kolonie Gänsegeier beobachten. Zum Übernachten finden wir einen Parkplatz am Rande des Stausees Embalse del Conde de Guadalhorce. Am nächsten Morgen wollen wir gegen 8 Uhr am Centro de Reception de Visitantes Caminito sein. Dort startet ein Zubringerbus in Richtung Acceso Norte des Caminito del Rey. Den spektakulären Wanderweg kann man nur von Nord nach Süd begehen. Am Ende wartet wieder ein Bus, der die Wanderer zum Ausgangspunkt am Besucherzentrum zurückbringt.

Hängebrücke auf dem Caminito del Rey

Der Schluchtenwanderweg führt teils auf neu errichteten Stegen, teils auf festem Boden am Fluß Guadalhorce entlang. Unterhalb des neuen Stegs kann der mittlerweile lückenhafte, alte Weg erkannt werden. Über dem Wanderweg kreisen unzählige Gänsegeier die nur darauf warten, dass ein Wandersmann oder eine Wandersfrau abgeht. Am Ende des Weges laden die steilen Felswände Kletterer zum kraxeln ein. Warum auch immer führt auch noch eine Bahntrasse durch das Tal. Crazy.

Das Ensemble der 3 umliegenden Stauseen stellt ein Speicherkraftwerk dar. Stromüberschuß –> Wasser rauf pumpen, Strommangel –> Wasser ablassen. Auf der Rückfahrt nach Granada können wir nochmal Gänsegeierkolonien beobachten und dann taucht auch noch ein seltener Adler am Himmel auf – vermutlich ein spanischer Kaiseradler. 

Caminito del Rey

Die Alhambra in Granada stellt einen Besuchermagneten par excellence dar. Zurecht. Ohne Voranmeldung kommt man nicht in die Nasridenpaläste. Der Rest der Alhambra ist frei zugänglich. Wieviel originale Bausubstanz von dem ehemaligen Palast der Mauren tatsächlich noch zu sehen ist? Immerhin wurde im 16. Jahrhundert mitten in die Anlage, neben den maurischen Palästen, ein Palast für Karl V. gebaut. Bewohnt hat er den angeblich aber nie. In den Nasridenpalästen ziehen die stuckdekorierten Decken und Bögen genauso die Aufmerksamkeit auf sich, wie die Keramikmuster an den Wänden oder die filigranen Holzdecken. In die Wände sind in arabischer Schrift Texte integriert – z.B. „Es gibt keinen Sieger außer Gott“. Figürliche Darstellungen sucht man vergebens. In den Patios befinden sich teils spiegelglatte Wasserflächen aus denen der Palasttiger ein paar Schluck mit seiner Zunge trinkt.

Löwenhof

Mitten im Patio de los Leones steht ein Brunnen, der von Löwenfiguren umringt ist. In dem Hof tragen unzählige filigrane Säulen den Rundgang und zwei Pavillons, die wiederum stuckverzierte Gewölbe tragen. Für Mauren das Paradies. Kurz gesagt, die Mauren konnten damals schon ganz schön mauren.

In der Winterzeit ist der Generalife im Winterschlaf. Bis auf die Orangenbäume. Die tragen reife Früchte und der eine oder andere Tourist reißt doch tatsächlich Früchte ab. Kaum zu glauben aber wahr. Rüge von der Aufseherin garantiert. Don’t touch!!

In Granada ist unweit der Alhambra das Altstadtviertel Albaicin gelegen. Nachdem man die Straße mit den aneinandergereihten Souvenirshops durchschritten hat, kann man von dem umtriebigen Mirador de San Nicolas den Blick über die Alhambra hinweg zur schneebedeckten Sierra Nevada schweifen lassen. 

Mirador de San Nicolas

Granada / Alhambra / Albaicin

Das Zentrum der Stadt Cordoba lassen wir diesmal aus und machen Station in der Nähe der ehemaligen Palaststadt Madinat al-Zahra. Der Ausgrabungsort liegt ca. 8 Kilometer außerhalb von Cordoba und war für ca. 100 Jahre sozusagen der Regierungssitz der Kalifen von Cordoba. Ein kleiner Teil der Medina wurde bisher ausgegraben und teilweise restauriert, auf dem Rest des Geländes weiden heute Kühe.

Unweit von der Ausgrabungsstätte gibt es ein Besucherzentrum – Conjunto Arquelogico Madinat Al Zahra. Darin wird den Besuchern ein 20-minütiger Film präsentiert, in dem, basierend auf den Ruinen, die Stadt zum Leben erweckt wird. Zu sehen sind dann die kompletten Gebäude in denen Figuren umhergehen und Szenen des damaligen (vermuteten) Alltags nachgestellt werden. Interessant.

Madinat Al-Zahra

Wenn man den Nationalpark Coto de Donana von Norden her besucht, dann kommt man an dem Ort El Rocio nicht vorbei. El Rocio ist ein Wallfahrtsort mit ca. 2000 Einwohnern in den zu Pfingsten um die 1 Million Besucher strömen. Bruderschaften aus ganz Spanien pilgern in den Ort, um die Heilige Jungfrau von El Rocio zu verehren – auch als Paloma Blanca bezeichnet. Die Bruderschaften unterhalten in dem Ort Häuser mit ihrem entsprechendem Namen. Die Straßenbeläge in der Stadt sind nicht befestigt, sondern aus Sand. Nach einem Regenguss gleichen die Wege Schlammpisten – für Vierbeiner ganz OK, für PKWs eine Herausforderung. 

El Rocio 

In El Rocio buchen wir eine Fahrt mit einem Allradbus in den Nationalpark Coto de Donana. Unser Guide erklärt zunächst noch ein paar Details zu El Rocio und später u.a. zur Wasserknappheit im Park. Aufgrund von wasserintensivem Erdbeeranbau außerhalb des Parks sinkt der Grundwasserspiegel im Park, sodass Bäume aufgrund des Wassermangels absterben. Zur Zeit unseres Besuchs treffen wir im Park auf Wildpferde, Rinder und große Herden von Rotwild. Auf einem Baum rasten zwei Gänsegeier und halten Ausschau nach Futter. Sie fliegen davon, als wir mit dem Bus näherkommen. Zwei Rothühner sind in einiger Entfernung zu sehen. Später sehen wir größere Gruppen von Graukranichen. Im Herbst 2025 erlagen viele der Tiere in Deutschland an der Vogelgrippe. Zum Glück haben es  die hier lebenden Vögel ins Winterquartier geschafft. In einer Art Gehege tummeln sich ein paar Hasen. Grau- und Silberreiher stehen in der Landschaft. Unser grüner 4×4 Bus fährt bis zu einer Raststätte im Park und dann wieder zurück nach El Rocio. Die Lichtverhältnisse sind zum Fotografieren schwierig, da eher tiefstehendes Gegenlicht vorherrscht. 

Am nächsten Tag fahren wir noch zum Besucherzentrum El Acebuche, welches wie ausgestorben wirkt. Die Laguna del Acebuche ist ausgetrocknet, von Flamingos fehlt deshalb jede Spur. 

Nationalpark Coto de Donana

In Conil de la Frontera besuchen wir für ein paar Tage den etwas außerhalb gelegenen Campingplatz La Rosaleda. Der Ort am Atlantik ist deutlich größer als von den beiden bisherigen (Hotel-)Besuchen bekannt und bietet vielerlei Einkaufsmöglichkeiten. Von hier aus unternehmen wir mit den Fahrrädern Ausflüge in die umliegenden weißen Dörfer wie Medina-Sidonia oder Vejer de la Frontera. Vom Cabo Trafalgar aus scheint Afrika zum Greifen nahe.

Cabo Trafalger – in der Ferne ist Marokko in Afrika zu sehen

Ab Chiclana de la Frontera bringt uns eine Straßenbahn mit den Fahrrädern ins Zentrum von Cadiz. Die Altstadt bietet in den teils kerzengeraden, engen Sträßchen überraschende kleine Geschäfte, die erst beim Vorbeigehen entdeckt werden. Leckere Tapas gibt es obendrein. Gerne wieder. Bei der Rückfahrt mit den Fahrädern zum Campingplatz geraten wir in ein Regengebiet mit horizontalem Gegen- und Seitenwind. Meine Begleitung auf dem Pedelec sucht meinen Windschatten. Naß bis auf d’Onderhos erreichen wir den Campingplatz.

Conil de la Frontera

Die Route nach Malaga führt uns an einem verregneten Tag über Tarifa und an Gibraltar vorbei. Afrika muß irgendwo hinter dem grauen Vorhang sein.

Weihnachtsurlauber fluten Malaga – wir treffen auf viele Besucher in der Stadt. In der Markthalle – Mercado Central de Atarazanas – mit ihrem umfangreichen Angebot drängen sich die Kunden und noch mehr Touristen. In den Buden wird feiner Schinken von Hand aus den Keulen geschnitten.

Von Hand wird die Keule in feine Scheiben geschnitten

Die Einkaufstraßen sind weihnachtlich geschmückt und erstrahlen am Abend im Lichterglanz. Gegen 18:30 versammeln sich Menschen in der Haupteinkaufstrasse und singen zusammen Lieder. Hinter dem römischen Theater wurde vor über 1000 Jahren die maurische Alcazaba errichtet. Diese gleicht einer abgespeckten Alhambra, aber nur ein wenig. Am Hafen kann man unter dem Palmeral de las Sorpresas flanieren oder den daneben angelegten Park – Parque de Malaga – besuchen. Darin sind exotische Bäume aus unterschiedlichen Winkeln der Erde angepflanzt. In der gut besuchten Antigua Casa die Guardia stapeln sich Weinfässer mit leckerem Inhalt. In dem T-Shirt Geschäft „Pampling & Co Malaga Echegaray“, unweit vom Picasso Museum, sind witzige Motive im Angebot.

Malaga

Während unseres zweiten Aufenthalts auf dem Camping Los Escullos erkunden wir den westlichen Küstenabschnitt zwischen San Jose und dem Cabo de Gata. Dort befinden sich der weitläufige Strand Playa de los Genoveses und der Playa de Monsul, wo mit etwas Phantasie ein verwunschener Prinz am Strand sitzt und darauf wartet wachgeküsst zu werden. Dazwischen erhebt sich die Duna fosil de Monsul. Auf einer kleinen Wanderung um die Düne herum sehen wir reichlich viele Agaven und kommen an den Playa de Barronal. Auf dem Rückweg nehmen wir den Küstenwanderweg auf dem es ein wenig Klettergeschick braucht, um auf den steilen Wegen zum Ausgangspunkt zurückzukommen.

Bis zum Playa de Monsul kann man von San Jose auch mit einem PKW fahren, danach ist der Weg bis zum hochgelegenen Torre de la Vela eine ansteigende Schotterpiste. Mit dem Rennrad sehr unangenehm zu fahren. Manchmal ist schieben daher sicherer. Zum Cabo de Gata geht es auf einer löchrigen Piste wieder hinunter und schließlich über Ruescas – durch ein Café hindurch – und auf asphaltierten Straßen zurück zum Campingplatz.

Playa de Monsul

 

Die Rückreise aus Andalusien beginnen wir am 28.12. und fahren zu dem kleinen WoMo Stellplatz Asociation de Caravanas y Autocaravanas in der Nähe von Elche. Alejandro ist ein hilfsbereiter Betreuer des Platzes. In der Region besuchen wir den Naturpark El Fondo und die Salinen von Santa Pola. Auch hier stehen nur vereinzelt Flamingos im flachen Wasser. Zwei der rosafarbenen Vögel scheinen sich zu unterhalten, jedoch nicht unbedingt der gleichen Meinung zu sein. Mal reckt der eine den Kopf über den anderen Vogel, mal andersrum.

„Ich hab ja so einen schönen, langen Hals ….“

Es fallen die schwarzweiß gefiederten Flamingos auf. Nach Auskunft eines Betreuers im Naturpark El Fondo handelt es sich um Jungtiere. Auffällig sind in der Gegend auch die vielen Baumschulen. Ausgedehnte Palmenwälder und auch diverse Kakteenkulturen werden angepflanzt.

Naturpark El Fondo – Salinen von Santa Pola

Der Ort Anna liegt zwischen Alicante und Valencia ein paar Kilometer von der Autobahn weg. Bei einer Wanderung auf der – Ruta de las 3 cascades – besuchen wir die 3 Wasserfälle in der Nähe des Ortes. Rund um Valencia sind viele Orangenfelder zu sehen – unter der Marke Valensina kommen sie in den Handel. Neben dem Parkplatz in Anna steht ein Orangenhain mit reifen Früchten. Während wir dort parken fährt eine Arbeiterkolonne zum Orangenernten vor. Junge Männer mit schwarzer Hautfarbe rennen im Laufschritt in die Plantage hinein und zurück und füllen in kurzer Zeit die bereitgestellten Transportkörbe. Ich gehe auf den Vorarbeiter zu und versuche ins Gespräch zu kommen. Auf meine Frage, ob die Orangen gut sind drückt er mir zögernd eine der runden Kugeln in die Hand. Dann noch eine zweite Frucht dazu. Die Kostprobe der Orangen zeigt, dass die Früchte reif sind und lecker schmecken. Auf den Verpackungen der Orangen in unseren Supermärkten sind junge, entspannte Damen beim Pflücken abgedruckt. Klarer Fall von fake – ich denke an die fleißigen Arbeiter, wie sie im Laufschritt die Pflückarbeit leisten. Hoffentlich wird die Arbeit der Pflücker fair entlohnt.

Ruta de las 3 cascades

Nächster Übernacht Zwischenstopp ist in Peniscola, ein beliebtes Touristenziel. Die Altstadt liegt auf einem 64m hohen Felsen an der Küste und hat als Kern eine Zitadelle aus dem 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert hatten zwei Gegenpäpste hier ihre Residenz. An Silvester wird die Stadt mit diversen Buden auf den anstehenden Jahreswechsel vorbereitet. Nach einem Spaziergang durch die engen Gassen kaufen wir im Supermarkt Mercados noch diverse spanische Souvenirs für die Daheimgebliebenen ein. 

Peniscola

Der weitere Heimweg führt uns über das Ebro Delta. Dort gibt es neben ausgedehnten Reisfeldern und flachen Lagunen die letzte Hoffnung auf Flamingos in großen Mengen. Bei dem Observatorium La Tancada, kurz vor der Küste, treffen wir endlich auf eine riesige Ansammlung Flamingos beidseits der Straße. Wir können das Verhalten der Vögel aus kurzer Distanz gut beobachten und fotografieren. Es ist ein Kommen und Gehen, Flügel werden kurz aufgespannt, die langen Beine gedehnt und manche Vögel kopulieren gar. Sie stehen hier eigentlich, ohne sich um die Nahrungsaufnahme zu kümmern. Etwa nur ein Single Treffpunkt oder gar Schlafplatz? Manchmal entfernt sich eine Gruppe von der großen Menge weg und plötzlich fangen diese Tiere an gegen den Wind zu rennen um schließlich in die Lüfte abzuheben. Ein paar Meter geht es gegen den Wind, dann in Richtung Süden mit dem Wind. Wohin wohl? Dann tauchen plötzlich wieder große Flamingo Schwärme auf und landen inmitten der im Wasser stehenden Artgenossen.

Flamingos im Ebro-Delta über den Wolken …

Während unserer Beobachtungszeit schaut auch mal ein Fischadler vorbei. Ein blauschimmernder Eisvogel fliegt mit flinkem Flügelschlag und kaum erkennbar am Ufer entlang. Schwarzgefiederte Kormorane gesellen sich zu den Rosaflamingos. Graureiher stehen wie angewurzelt ebenfalls vereinzelt an den Rändern der ehemaligen Salinen.

Ebro Delta – Observatorium La Tancada

Um einen Eindruck von den in Spanien eingerichteten Vias Verdes zu bekommen, das sind stillgelegte und für z.B. den Radverkehr aufbereitete Bahnstrecken, fahren wir noch nach Tortosa. Von Tortosa aus fahre ich ca. 40km am Fluß Ebro entlang über oder unter Brücken und durch teils beleuchtete Tunnels. Die Strecke steigt nur leicht an. In ehemaligen Bahnhöfen wurden kleine Cafés oder Kneipen eingerichtet und ein Radreiseveranstalter bietet Ausfahrten auf der Via Verde Val de Zafan an. Entlang der Strecke sind immer wieder Parkmöglichkeiten eingerichtet. Im Dezember hängen die Orangenbäume neben der Strecke voller reifer Früchte.

Vias Verdes sind in ganz Spanien zu finden. Auf Internetseiten lassen sich die Routen und deren Beschreibungen finden.

Greenways – Fundación de los Ferrocarriles Españoles

folletovvbroschure2015.pdf

Bahntrassenradwege

Via Verde Val de Zafan

In Frankreich, am Pont du Gard, statten wir dem monumentalen, historischen Aquädukt einen Besuch ab. Schon toll was die alten Römer vor 2000 Jahren so bauen konnten.

Interessant wäre zu wissen, wie sie solche Bauwerke erstellt haben und wie lange die Bauzeit war. Damals gab es ja noch keine Kraftpaketkräne von Liebherr oder so.

Pont du Gard

Während unserer Reisezeit lagen die Temperaturen nachmittags um die 15° C. Bei Sonnenschein gerne auch mal mehr. An den Küsten war es jedenfalls wärmer als im Inland z.B. in Granada, welches auf ca. 750m Höhe liegt. Die angenehmen Wintertemperaturen gepaart mit niedrigen Lebenshaltungskosten ziehen Ruheständler aus anderen Ländern an. Auf den durchgängig geöffneten Campingplätzen bleiben manche Gäste ein paar Monate im Süden. Berichte über heftige Winterstürme mit Überschwemmungen auf der Iberischen Halbinsel nehmen zu. Von daher beobachten wir die Wetterdaten. Möglicherweise ist ein Klimawandel die Ursache dieser ungünstigen Entwicklung

Sowohl am Cabo de Gata als auch in der Gegend um Conil de la Frontera gibt es gute Möglichkeiten zum Radfahren. Die Straßen sind ordentlich asphaltiert. Der Eurovelo Radweg 8 beginnt in Cadiz und führt überwiegend an der Mittelmeerküste entlang. Die oft hochgelegenen weißen Dörfer laden zu Besuchen ein. Die Vias Verdes wollen erforscht werden.

Die Präsenz der Mauren hat auf der Iberischen Halbinsel ihre interessanten Spuren hinterlassen. Spanien hat seinen Besuchern auf jeden Fall viel zu bieten. Gerne wieder.

 

 

 

 

   

Fischland – Darß – Zingst – Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

   

Reise vom 22.09. – 08.10.2025

 

Stationen in Berlin, Zingst, Schaprode – Insel Hiddensee, Röbel und nochmal Berlin

Fischland-Darß-Zingst und Insel Hiddensee

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – Detailkarte:

Nach einem Zwischenstopp in Berlin bei meiner Schwester Renate landeten wir auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in dem Ort Zingst auf dem Campingplatz Düne 6. Quartier für eine Woche. In Schaprode auf der Insel Rügen verbrachten wir zwei weitere Nächte und fuhren für einen Tagesausflug mit einem Schiff auf die Insel Hiddensee. Auf der Rückfahrt nach Berlin nahmen wir im Hafen von Röbel (Müritz) einen Stellplatz für eine Nacht. In Berlin blieben wir dann noch bis Mittwoch bei Renate für ein Fotoprojekt, für zwei interessante Besuche im Berliner Ensemble (Die 3 Groschenoper, De Profundis mit Jens Harzer) für einen Besuch bei Sabine Zimmer (Pink Pasta – Rote Beete Pesto) und um Volker zu treffen, der am Dienstag noch dazu kam.

Ende September / Anfang Oktober können in McPomm unzählige Kraniche auf ihrer jährlichen Migration von Skandinavien in den warmen Süden in Frankreich oder Spanien (Extremadura) beobachtet werden. Schon während der Fahrt in den Norden sahen wir neben der Autobahn bei Linum, bei Röbel und auf Rügen Graukraniche. Also weit verstreut in einem großen Gebiet.

Tagsüber können die grauen Vögel auf den Feldern im Hinterland der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bei der Suche nach Futter, beim Putzen des Gefieders, beim Spielen, Streiten, Tanzen und beim Trompeten beobachtet werden. Bei Sonnenaufgang verlassen sie ihre sicheren Schlafplätze in großen Gruppen bei Pramort und kehren bei Sonnenuntergang wieder dorthin zurück. Zum Leidwesen des Fotografen ist dann nur noch wenig Licht vorhanden. Deswegen muß die ISO Zahl (Auflösung) immer weiter hoch geschraubt werden, was die Bildqualität beeinträchtigt (Rauschen). In der freien Natur fordert außerdem tagsüber die Fluchtdistanz der Vögel und der Sonnenstand (Gegenlicht) die Fotografen heraus. 

Ein empfehlenswerter, sehr guter Beobachtungsort ist das Kranorama bei Günz, welches während der Migrationszeit geöffnet ist. Daneben wurde das NABU Erlebniszentrum Kranichwelten in 2025 neu eingerichtet. Diese Ausstellung über das Leben der Kraniche  ist das ganze Jahr geöffnet.

Auf den nahen Wiesen vor dem zweistöckigen Kranorama wird Futter (Mais / Weizen) ausgestreut um die Tiere von der Futtersuche auf den Feldern abzulenken (Ablenkfütterung). Das lockt die Graukraniche und Gänse an und schont die Felder der Bauern. Mit Spektiven oder Teleobjektiven gelingt die Beobachtung hier recht zuverlässig und sehr gut. Die Jungvögel erkennt man an ihrem bräunlichen Gefieder. Die haben aber schon annähernd die gleiche Größe wie die erwachsenen Vögel mit ihrem grauen Gefieder und roten Hinterkopf. Erstaunlich, dass sie nach wenigen Lebensmonaten schon den Weg ins Winterquartier angehen können. Zwei beringte Graukraniche konnte ich erkennen, einer wurde in Polen beringt, ein anderer in Schweden. Auf den Wiesen herrscht ein stetiges Landen und Starten. Ein Reh tritt auf die Bühne, evtl. verursacht es einen Massenstart von Graugänsen.

Fotos – Kranorama

Die Meiningenbrücke auf dem Weg von oder nach Zingst ist zumindest in den Abendstunden ein lohnender Beobachtungsort. Hier fliegen die Graukraniche in großen Scharen und in geringer Höhe über die Brücke und manche Tiere legen eine Verschnaufpause in den nahen, seichten Boddengewässern ein.

Manche Vogelschwärme sind so groß, dass man alle Gruppenmitglieder nicht auf einmal mit der Digitalkamera erfassen kann. Mit der Kamera meines Smartphones konnte ich hier die Überflieger in ihrer typischen V-Formation filmen und dadurch auch den Klang ihrer Trompeten aufnehmen. 

Fotos – Zingst-Meiningenbruecke

Am westlichen Ortsrand von Zingst, am Barther Bodden, gibt es eine Aussichtsplattform auf die Insel Grosse Kirr. Von dort aus lässt sich der abendliche Kranicheinflug mit entsprechenden optischen Geräten verfolgen. Z.B. mit Ferngläsern kann beobachtet werden, wie die Luftakrobaten mit ausgeklapptem Fahrgestell landen und wenig später weiterfliegen zum Schlafplatz Pramort. Ranger unterstützen die Besucher und beantworten Fragen. 

Fotos – Grosse Kirr

Die Beobachtung des Einflugs auf die Grosse Kirr von einem Ausflugsschiff ist ab Hafen Zingst möglich, aber nicht erforderlich. Das Geld kann eher in ein oder besser zwei lecker Fischbrötchen investiert werden.

Die Beobachtungshütte am Pramort ist tagsüber frei zugänglich bis 15 Uhr. Dort konnten wir Dachshunde beobachten, die auf herabfallendes Obst warteten. Zur Zeit der Kranichmigration ist die Hütte abends nur für 60 Personen freigegeben, kostet einen kleinen Beitrag und liegt ca. 15 km östlich von Zingst. Da es abends nach dem Einflug der Kraniche schon recht dunkel ist, kam diese Option für mich nicht in Frage. In der Dunkelheit kann ich nicht mit dem Rad fahren. Mir fehlt dann der Boden unter den Reifen.

Alternativ gibt es in Zingst das Angebot in die Nähe von Pramort mit dem Ausflugsschiff namens Seestern zu fahren. Das haben wir in Anspruch genommen und in der Dämmerung den Einflug der Vögel des Glücks, z.B. mit dem Mond im Hintergrund, beobachten können.

Leider darf das Schiff in den flachen Boddengewässern nur vorgegebene Routen fahren und auch nicht in die Nähe zu den Schlafplätzen der Kraniche. Ist auch gut so. Das Rotwild und die Wasserbüffel am Pramort können mit bloßem Auge kaum erkannt werden.

Fotos – Pramort

Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst lässt es sich locker mit dem Fahrrad fahren. Auf den ebenen Radwegen am Deich entlang oder am Rande der Boddengewässer. Jedoch nur solange der Wind von Hinten kommt. Wehe er kommt von Vorne. Radtouren führten uns bis zum Pramort, ein andermal über den Leuchtturm am Darß zum Künstlerort Ahrenshoop und zurück nach Zingst.

Einmal umrundete ich den Saaler Bodden und den Bodstedter Bodden mit meinem Ridley Crossbike – 86km kamen da zusammen. Dabei konnte ich in den eher kleinen Ortschaften schöne, reetgedeckte Häuschen entdecken oder sogenannte Zeesboote in den kleinen Häfen die für die Boddengewässer tauglich sind. Die Villa Himmelblau steht in Prerow.

Auf der Hin- und Rückfahrt mit dem WoMo nach bzw. von Schaprode konnten wir neben der Straße größere Kranichansammlungen beobachten. Das sind eher zufällige Begegnungen, werden aber dankend angenommen. 

Die Insel Hiddensee darf von Touristen nicht mit PKWs besucht werden. Per Schiff geht es ab Schaprode über die Boddengewässer auf vorgegebenen Routen auf die Insel. Fahrräder dürfen hingegen mitgenommen werden. Die Strecke bis zum Leuchtturm Dornbusch beträgt ab Hafen Neuendorf ca. 12km.

Vitte scheint der Hauptort auf der Insel Hiddensee zu sein. Gäste ohne Fahrrad werden mit Pferdekutschen transportiert oder gehen zu Fuß. Gepäck wird in kleinen, unzähligen, am Hafen geparkten Handschubkarren, die mit dem Hotelnamen gekennzeichnet sind, transportiert.  Familien können Ferienhäuschen mieten. Oben vom Leuchtturm herunter bietet sich ein Rundblick bis nach Dänemark zu den Kreideklippen bei Möns Klint. Sabine wagt einen Blick in das Künstlerhaus „Blaue Scheune“ in Vitte. Das Sommerhaus des Schriftstellers Gerhard Hauptmann steht in Kloster. Der Buchladen davor verkauft allerhand diverse Literatur.

Fotos – Schaprode – Hiddensee

Schließlich gibt es in Röbel an der Müritz noch die Möglichkeit die Kraniche beim abendlichen Anflug auf den Schlafplatz am Großen Schwerin mit Steinhorn zu beobachten. Am späten Nachmittag konnte beobachtet werden wie ein angreifender Seeadler die anwesenden Gänse auf dem Großen Schwerin in Aufregung brachte. Die Gänse flüchteten schnatternd vor der fliegenden Schranktür. Trotz mehrerer Angriffsversuche hatte der Seeadler in der großen Gänseschar keinen Erfolg. Möglicherweise ist er für solche Jagden zu groß und schwerfällig.

Sowohl von Land aus als auch auf Ausflugsschiffen ab Röbel oder Waren können hier die Graukraniche gesehen werden. Morgens gelingt die Beobachtung der Kraniche beim Start in ihren Tag mit der aufgehenden Sonne im Hintergrund. An diesem Morgen liegt Nebel über der Müritz, da die Lufttemperatur nur 2-3° C beträgt und das Wasser der Müritz deutlich wärmer ist. Angler im Nebel.

Fotos – Roebel-Mueritz

Kranichberingung

Beringung – Kraniche

Vor dem Kranorama konnten zwei beringte Kraniche gesichtet werden. Das Foto zeigt ein Beispiel mit der Markierung 3 mal rot am linken Bein – steht für Schweden oder Norwegen. Ein anderer trug 3 grüne Ringe – steht für Polen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elsass – Vogesen – 2025

    

Reise vom 10.08. – 24.08.2025

Stationen in Saverne, Rhein-Marne Kanal, Alberschviller, Donon, Rocher de Dabo, St. Die de Vosges, Route de Cretes, Munster, Mittlach le Haut.

Auf dem Rhein-Marne Kanal fahren Touristenboote in einem entschleunigenden Tempo auf dem Kanal entlang. In den Schleusen gibt es Abwechslung. Ein Radweg führt von Straßburg bis zum Schiffshebewerk in Saint-Louis / Arzviller entlang des Kanals. Ein Stück weit auch noch am alten Kanal entlang durch das Vallee des Ecluses mit seinen 17 ehemaligen Schleusen. Am Kanal folgen dann noch zwei Tunnels für Schiffe in Richtung Sarrebourg.

Schleuse am Rhein-Marne Kanal

Das Schiffshebewerk umgeht eine ehemalige relativ kurze Kanalstrecke mit 17 Schleusen. An der alten Strecke breitet sich maroder Charme aus. Manche ehemaligen Schleusenwärter Häuschen sind bewohnt.

Eine Radtour führt zum Rocher de Dabo und über den Col du Valsberg zurück nach Saverne. 

Blick auf Dabo 

Abreschviller

Kleiner Campingplatz mit daneben liegendem Badesee. Die rote Saar fließt mit kühlem Nass dazwischen durch. Das lautstarke Zischen, Pfeifen und Wummern der Motoren am Bahnhof kann nicht überhört werden … 

Train Forestier d’Abreschviller – die Eisenbahn wurde ehemals in einem weit verzweigten Netz zum Transport des abgebauten Holzes und der Waldarbeiter eingesetzt.

Ein Zug mit Diesellok befördert heute Touristen von Abreschviller zur Station „Grand Soldat“ (Sägewerk) und retour 

Eine Dampflokomotive (gebaut in Heilbronn) kommt ebenfalls zum Einsatz – deren Betrieb ist allerdings aufwendiger als der Betrieb der Diesellok. Tolle Sache.

Radtour zum Berg Donon – dort steht ein kleiner Tempel der einmal ein Museum war. Schöne Aussicht bei bestem Wetter.

Vogesen – Route des Crêtes

Morgennebel zieht aus dem Vallée de la Grand Fecht über den Col du Hahnenbrunnen und löst sich anschließend in der warmen Luft.

In der klaren Luft der Höhenlagen in den Vogesen können bilderbuchartige Sonnenaufgänge und -untergänge beobachtet werden. Teils auch direkt aus dem WoMo heraus – Ort?  Geheim.

Französiche Sprache (als Beispiel)

Wenn Kinder sprechen lernen, dann versuchen Sie ihre Muttersprache nachzusprechen.  Es dauert anfangs eine Weile bis das Gehirn entsprechend programmiert ist. Lesen und Schreiben lernen Kinder in der Regel ab der Grundschule. Dann dauert es wiederum eine Weile bis sie auch das intus haben.

Je öfter ich nun in Frankreich und dort von der französichen Sprache umgeben bin, desto besser komme ich mit der Sprache zurecht. Manchmal schnappe ich eine neue Redewendung auf (z.B.: Je vous en pris) oder höre wie die Menschen im Alltag miteinander in Kurzform sprechen (bon aprem – statt bon apres midi).

Der Schulunterricht für Fremdsprachen ist in der Schule eventuell zu sehr auf Schreiben, Lesen und Grammatik  ausgerichtet. Vielleicht sollte in den Schulen ebenfalls zunächst viel mehr gesprochen werden als die Schüler auf das Glatteis der Rechtschreibung bzw. Grammatik zu führen und sie dort ausrutschen zu lassen.

 

Bad Schussenried – Uffrur – 2025

Besuch der Ausstellung Uffrur im Kloster Bad Schussenried und Radtour nach Friedrichshafen – 28.07. – 31.07.2025

Ausstellung Uffrur in Bad Schussenried zum Bauernkrieg um 1525.

Bundschuh – Schuhe aus Leder

 

Erstaunlich wie um 1525 Personen detailgetreu gemalt werden konnten. Fotoapparate gab es ja noch nicht.

Wie viele digitale Fotos werden heutzutage jeden Tag neu erstellt und in Umlauf gebraucht?

 

In den Ausstellungen zum Bauernkrieg in Bad Schussenried und in Memmingen erzählen KI-generierte Figuren von der Zeit um 1525.

 

Radtour von Bad Schussenried nach Friedrichshafen am Bodensee. Es ist kühles, ungemütliches Schauerwetter. In Ravensburg findet das Rutenfest statt.

Besuchstipp Dornier Museum

Autofähre nach Romanshorn

Zeppelin Fontäne bei Friedrichshafen

Rutenfest in Ravensburg – Trommler gehen durch die Stadt

 

 

Ulm – Fischerstechen, Schwörwoche und Nabada 2025

Ulm / Neu-Ulm / Memmingen 17.06. – 23.06.2025

Beim Fischerstechen auf der Donau geht es zur Sache …

Mehrere bekannte Figuren der Ulmer Stadtgeschichte treten beim Stechen auf der Donau auf sogenannten Zille Booten stehend mit Lanzen bewaffnet gegeneinander an.

Die Figur – König von Bayern – auf den Fotos im blauen Rock – ging als Sieger des Fischerstechens in 2025 hervor.

Die Rede zum Schwörmontag wurde von Ulms OB Martin Ansbacher wegen Regen im Ulmer Münster vorgetragen. Während des Schwurs läuten die Glocken des Ulmer Münster:

Schwur aus dem Schwörbrief von 1345

„Reichen und Armen
ein gemeiner Mann zu sein
in den gleichen, gemeinsamen und redlichen Dingen
ohne allen Vorbehalt.“

Nabada am Schwörmontag – mit Motivflößen, Musikkapellen auf schaukelnden Booten und unzähligen Gummibooten und Wasserschlachten.

Der Wohnmobilstellplatz neben dem Donaubad in Neu-Ulm weist ca. 100 Plätze auf und in die Stadt ist es mit dem Fahrrad ein relativ kurzer Weg.

Reste der ehemaligen Bundesfestung Ulm sind im Stadtgebiet präsent und können teilweise besichtigt werden (Wilhelmsburg)

Memmingen

Ausstellung zum Bauernkrieg um 1525 – Eintritt?  Frei !

In der Ausstellung in Memmingen ist die Situation der Bauern (Leibeigenschaft, Abgaben, Arbeitsdienst, Ernährung, Kinder) eher hervorgehoben dargestellt als in Bad Schussenried, wo mehr auf die gesamte Entwicklung des Bauernkrieges und dessen Niederschlagung eingegangen wird. 

 

Blaubeuren

Radtour durch das Blautal nach Blaubeuren zum Blautopf, der mit seinen Farben besticht.

Bekannt ist der Blautopf für die je nach Lichteinfall mehr oder weniger intensive, aber immer auffallend blaue Farbe seines Wassers.

Die blaue Farbe entsteht durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung (so genannte Rayleigh-Streuung) an den nanoskaligen Kalkpartikeln, die im Wasser dispergiert sind.

Bad Wurzach / Tannheimer Tal- 2025

Tannheimer Tal mit Station in Bad Wurzach – 21.06. – 26.06.2025

Bad Wurzach

Treppenhaus im Schloss von Bad Wurzach

Blumenwiese am Radweg um das Wurzacher Ried

Tannheimer Tal

Wanderung mit Reiner zum Berg Ponten – Rast an der Schutzhütte Zierleseck mit Blick zum Gaishorn. Tolle Aussichten heroben.

Abkühlung im Vilsalpsee und im Haldensee

Spiegelung im Vilsalpsee 

Wanderung mit neuen Wanderschuhen zum Einstein Gipfel. Schuhtest bestanden.

Aus dem Gipfelbuch:

Wenn die Wurst so dick wie’s Brot ist, ist es Wurst wie dick das Brot ist.

Moselradweg Metz bis Koblenz – 2025

Von Metz nach Koblenz  – 21.05. – 01.06.2025

Metz war in der Zeit von 1871 bis 1918 zugehörig zum Deutschen Kaiserreich. Während dieser Phase wurde z.B. der Bahnhof im wilhelminischen Stil erbaut. Der Marché Couvert ist neben der Cathédrale Saint-Etienne zu finden. Da drinnen gibt’s leckere Sachen … 

Metz – Temple Neuf bei Nacht

Metz – Cathédrale Saint-Etienne

In Metz gibt es außerdem die Boulangerie M&M Dudot in der Rue de Ladoucette – auf keinen Fall vorbeigehen ….

Trier

Konstantin Basilika Besuch des Museum Karl Marx Haus

Never ending story …?

Stella Noviomagi – Neumagen-Dhron – Nachbau eines römischen Handelsschiffs, das auch als Kriegsschiff eingesetzt werden konnte. Siehe Rammkeil am Bug.

Von Prinzessinnen und Königinnen ….

Bullay – Doppelstockbrücke – Oben Eisenbahn, unten KFZ-Verkehr

Hallo Platten … zum Glück sind wir ohne durchgekommen.

Am Ziel – Deutsches Eck in Koblenz – wir sind nicht alleine in der Stadt … nix wie weg hier. An dem verlängerten Wochenende Ende Mai scheinen alle Camping- oder Wohnmobilstellplätze entlang der Mosel voll zu sein. 

Berlin – 2025

Berlin – 01.05. – 11.05.2025

Berlin – Brandenburger Tor – 08. Mai 2025 – 80 Jahre Ende 2. Weltkrieg

Man kann es drehen und wenden wie man will ….

Berlin -Führung mit Miriam in der Neuen Nationalgalerie zu Gerhard  Richter

Radtour nach Oranienburg – Besuch des KZ Sachsenhausen – Lagerbaracke

KZ Sachsenhausen – In einer der Gefängniszellen (Nr. 13) wurde zeitweise der aus Königsbronn stammende Hitlerattentäter Georg Elser festgehalten

Radtour nach Potsdam / Schlosspark Sans Souci. In den Weinbergterrassen vor dem Schloß werden Weinreben und – hinter Glastüren – auch Feigen angebaut.

Radtour von Lübbenau nach Vetschau durch den – Spreewald – Pause an der Raststätte Wotschofska.

Italien – 2025

Sizilien ->Toskana -> Cinque Terre – 07.03. – 06.04.2025

Anreise über den Stiefel nach Messina -> Agrigento -> Cefalu -> Palermo -> Segesta -> San Vito Lo Capo -> Erice -> Villa Romano de Casale -> Avola -> Syrakus -> Nicolosi -> Ätna -> Messina —> Toskana —> Cinque Terre 

Sizilien

Nach überstandenem Herpes Zoster am linken Arm und reparierter Servolenkung am Wohnmobil starten wir am 07.03. nach Italien. Die Anreise nach Agrigento auf der Route über Kalabrien ist mit ca. 2000km in 2,5 Tagen geschafft. Daneben gibt es Routen über das Mittelmeer bis Palermo. 

Die Temperaturen sind in Sizilien um die Jahreszeit eher noch kühl. Radfahren ist bedingt möglich. Für die Sehenswürdigkeiten, gerne antike Tempelanlagen, werden stattliche Eintrittspreise verlangt. Im Palazzo dei Normanni in Palermo wird ebenfalls der volle Eintrittspreis genommen, obwohl nur ein geringer Teil des Palazzos besichtigt werden kann. Jetzt reicht’s.

Dann lieber Panini con Prosciutto Crudo aus der Panificio Pensabene in Palermo oder Süßes aus der Pasticceria Maria Grammatico in Erice.

Die Müllabfuhr scheint zu streiken. Dass Elektrokabel auch unter Putz verlegt werden können ist angesichts der antiken Gemäuer wohl nicht so einfach.

Ein Tiefdruckgebiet sorgt für regnerisches Wetter. Im Norden von Italien ist das Wetter besser.

Agrigento

Scala dei Turci – bitte nehmen Sie Platz

… unter Freunden

Cefalu / Campofelice

Radtour und Wanderung zum Castello di Cefalu.

Radtour ins Hinterland nach Isnello und bei der Abfahrt nach Cefalu Blick auf die Liparischen Inseln, die im Dunst liegen.

Abendprogramm in Campofelice di Roccella

 

Palermo – Palazzo dei Normanni – Cappella Palatina

 

Tempel von Segesta … aus der Drohnenperspektive

… mit Model

… bei Nacht

Radtour von San Vito Lo Capo nach Erice zur Pasticceria Maria Grammatico – Immerhin ca. 80km und ca. 1400hm.

Die Bikini Mädels in der Villa Romana del Casale – Mosaikfußboden

Syrakus – Archimedes war auch schon mal da …

Ätna – Tanz auf dem heißen Vulkan … ?

Nein , es ist eher kalt – Wintereinbruch 

 

Auf der Rückreise 

Bagnoregio – in der Provinz Viterbo – liegt wie ein Adlerhorst auf einem einsamen Bergkegel – ein Touristenmagnet aber kaum Bewohner.

aus der Drohnenperspektive …

ToskanaSaturnia – das warme Wasser in den Sinterbecken kommt aus der Region des ehemaligen Vulkans Monte Amiata. Aussichtsreiche Radtouren und steile Anstiege werden geboten.

Eine Strasse von Saturnia nach Poggio Murella wird als Muro del Pirata (Marco Pantani) bezeichnet. Mit max. 22% Steigung auf einer Länge von 3,25km eine Herausforderung für ambitionierte Radsportler.  Ein wenig musste ich mein Rädle dann doch schieben … 

…. und bin oben angekommen.

 

Nationalpark Cinque Terre

Standort in Levanto auf dem Camping Aqua Dolce. Von hier aus Radtouren nach Monterosso al Mare oder Richtung Bonassola. Mit der Bahn erreicht man die 5  Orte im Nationalpark und kann zwischen den Orten wandern.

Cinque Terre – Manarola – zur goldenen Stunde

Cinque Terre – Vernazza – mit der Mavic Air 3 Drohne aufgenommen.

Spanien – Portugal – 2024

Spanien und Portugal Tour in der Zeit von September bis November 2024 – Dauer 8 Wochen.

Nach 2 1/2 monatiger Vorbereitungszeit mit kurzen Reisen und Einrichtung bzw. Anpassung des neuen Wohnmobils – ein Knaus Van TI 650 MEG – starteten wir am 15.09.2024 die erste längere Reise auf die iberische Halbinsel – Tour Iberico. 

Mit Zwischenstopps in Montlucon, Oradur-sur-Glane und Ondres in Frankreich fuhren wir in Richtung Baskenland in Spanien.

Village martyr d’Oradur sur Glane

Oradour sur Glane  wurde am 10. Juni 1944 von einer Einheit der Waffen-SS geplündert und niedergebrannt. 643 Bewohner wurden ermordet. Die Ruinen stehen heute unter Denkmalschutz und können ebenso besichtigt werden wie eine Gedenkstätte für Nazi Kriegsverbrechen – Centre de la Memoire d’Oradur sur Glane.

Sammlung Oradur sur Glane

Ondres am Atlantik, unweit von der spanischen Grenze entfernt,  bietet nahe am breiten und schönen Strand einen komfortablen WoMo Stellplatz. Bei einem Strandspaziergang fiel in den Dünen eine gelb-weiß gepunktete Raupe zwischen den Pflanzen auf, die am Hinterteil ein Analhorn trägt. Es handelt sich um eine Wolfsmilschschwärmer Raupe.

Jedenfalls wanderte die Raupe über den Sand und wurde aus dem Untergrund heraus von einem anderen Tier ( evtl. ein Skorpion ) attackiert. Die Raupe versuchte den Angriff abzuwehren, wanderte, sich hin und her windend, noch ein paar Zentimeter weiter, neigte sich auf die Seite  und blieb schließlich regungslos liegen. Stoff für einen Tatort Krimi?

Bei einer Fahrradtour stellte ich fest, dass die Welle der Tretkurbel an meinem Ridley Bike defekt ist. Die hab ich beim letzten Innenlagertausch wohl kaputtrepariert. Nix mehr zu machen. Das fängt ja gut an. Eine Patisserie im Ort bietet leckere Nervennahrung, um derartige Rückschläge besser zu verarbeiten.

Sammlung Ondres

Weiter nach Nordspanien mit Stopp in Donostia San Sebastian / Pasaia. Mangels Stellplatz in der Stadt übernachteten wir etwas entfernt auf dem Gran Camping Zarautz und fuhren mit den Fahrrädern nach Donostia San Sebastian und nach Pasaia. San Sebastian war einmal ein mondänes Seebad. Am weitläufigen Playa de la Concha zeugen entsprechende Bauwerke von dieser Zeit. Bei schönem Wetter zieht es viele Besucher an den Strand, Straßenmusiker heitern die Stimmung auf. In Pasaia wird in der Schiffswerft Albaola Itsas Kultur Faktoria das im Jahr 1565 vor Neufundland gesunkene Walfangschiff San Juan nachgebaut. Auf Schautafeln wird die Anfertigung unterschiedlicher Schiffselemente des 16. Jahrhunderts verständlich dargestellt. Gab es also zu der Zeit bereits regen Schiffsverkehr nach Nordamerika / Kanada? 

Sammlung Donostia San Sebastian

Auf dem Weg entlang der Küste nach Gernika kommt man an Strandabschnitten vorbei, die mit Flysch bezeichnet sind.

Flysch – Wasserspiegelung gedreht um 180°

Einfach gesagt handelt es sich um dünne in Wechselfolge bestehende bzw. erodierte Gesteinsschichten. Im konkreten Beispiel liegen diese Gesteinsschichten bei Ebbe frei. Im Zusammenspiel mit Wasserpfützen können die herausragenden, zackigen Gesteinsplatten mit etwas Phantasie als feuerspeiende Drachen gesehen werden. Uaahhhhhhh.

Sammlung Flysch – Playa de Sakoneta

Die Stadt Gernika liegt in dem Biospärenreservat Urdaibai. Nahe dem Urdaibai Bird CenterInternational Airport for Birds – verbrachten wir ein paar Tage zum Besuch von Gernika, unternahmen eine Kanutour und besuchten das Bird Center mit Vogelbeobachtung. Die Stadt Gernika wurde während des Spanischen Bürgerkriegs ausgewählt, um dort am 26. April 1937einen Fliegerangriff durch die deutsche Legion Condor und des italienischen Corpo Truppe Volontarie auf eine Stadt zu erproben. Verantwortlich für den Angriff: Wolfram von Richthofen.

Bei einem Stadtrundgang in Gernika werden an mehreren Stellen Ereignisse zu dem Bombenangriff auf Tafeln mit Bild und Text erläutert. In den Gaststätten können die  für das Baskenland typischen Pinchos (baskisch: Pintxo) ausprobiert werden. Im Garten des Gernikako Batzarretxea steht der Versammlungsbaum – Arbol de Gernika. Die hier verwendete baskische Sprache wird für immer ein Geheimnis bleiben. Wir nix versteh’n.

Sammlung Gernika

Laut den Hinweistafeln in dem Urdaibai Bird Center besuchen das Jahr über viele Vogelarten das Schutzgebiet auf ihren Migrationsrouten – für eine Zwischenlandung. Vögel können über das Wasser laufen, wie folgendes Foto zeigt:

Ein Blässhuhn im Urdaibai Bird Center rennt flügelschlagend über’s Wasser!

Eine Kanutour in dem Schutzgebiet ergänzte unsere Aktivitäten. Allerdings gab es wenig Interessantes zu sehen, bis auf Martin Pecheur, der französische Name für Eisvogel. Wasseramseln flogen neben uns her.

Sammlung Urdaibai

Von dem hoch gelegenen WoMo Stellplatz in Bilbao kann man die Stadt sehr schön überblicken. Man darf genau 48 Stunden bleiben. In die Stadt hinunter und in der Stadt fuhren wir mit den Fahrrädern auf gut ausgebauten Wegen zu dem Industriedenkmal Bizkaia Zubi – eine Hochbrücke mit Schwebefähre. Das architektonische Highlight in Bilbao ist das Guggenheim Museum. Die Architektur des Museums an sich ist sehr spannend. Der Inhalt des Museums ist dagegen eher enttäuschend – auf Nachfrage wurde z.B. geantwortet, dass Bilder im warehouse sind. Die Wanderausstellung des japanischen Künstlers Yoshitomo Nara beeindruckt. Sehenswert in der Stadt ist eine moderne Stabbogenbrücke für Fußgänger – Zubizuri Zubia. In dem Kulturzentrum Azkuna Zentroa-Alhondiga Bilbao kann man Badegäste in einem Schwimmbecken von unten betrachten. Die an einem Flussufer gebaute Markthalle Erriberako Merkatua vermittelt aus entsprechender Perspektive den Eindruck eines gestrandeten Schiffes. Auf dem Nueva Plaza wurden einst Stierkämpfe ausgetragen. Von den Logen in den umgebenden Gebäuden konnte den Kämpfen beigewohnt werden.

Sammlung Bilbao

Der Golf von Biskaya hat seinen Namen von der Provinz Bizkaia, die um Bilbao herum eine der 3 autonomen Gemeinschaften Baskenland in Nordspanien darstellt.

Aufgrund der Wetterlage mit tiefhängenden Wolken ließen wir auf der Weiterfahrt den Nationalpark Picos de Europa mit seinen hohen Bergen links liegen. Nächstes mal nehmen wir den bestimmt mit.

Das Fotografieren der Bufones de Arenillas hat nicht funktioniert, weil der Hintergrund grauer Nebel war und die Bufones wenig aktiv. Bufones sind eine Art Geysire, aus denen Meerwasser in Form von Sprühnebel ausgeblasen wird. Grauer Vordergrund mit grauem Hintegrund passt mangels Kontrast einfach  nicht zusammen.

Nächster Stopp war beim Playa de las Catedrales – den darf man nur bei Ebbe betreten. Aus der Kombination von Auswaschungen in den steilen Uferwänden, dem flachen, vom Meerwasser geschwemmten, spiegelnden Strand, Sonne und Wolken sowie der Besucher ergeben sich spannende Fotomotive.

Playa de las Catedrales

Manche weißen Damenschuhe wurden von  Meerwasser umspült, da eine Flucht vor den heranrollenden Wellen nicht immer möglich war. Temporäre Rettungsinseln am Strand sind daher auch von Fotografen begehrt. Bei Sonnenaufgang waren zunächst nur wenige Besucher da. Ein Vorteil zum Fotografieren.

Sammlung Playa de las Catedrales

Die Catedral de Santiago de Compostela ist das Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg in Nordspanien. Mit Rucksack und Regenjacken ausgestattete Pilger haben wir auf unserer Reiseroute in Nordspanien immer wieder beobachten können. Respekt für die Wanderer. Die Freude über das Erreichen der Kathedrale kann auf dem gut besuchten Vorplatz beobachtet werden. Selbst Menschen aus lateinamerikanischen Ländern nehmen die Strapazen auf sich. Aber mit dem WoMo geht es auch. Erfolgreich getestet – und die letzten 3 Kilometer sind wir auch gewandert. Wer in Santiageo de Compostela vom Wandern noch nicht genug hat, der marschiert weiter bis Fisterra und schmeißt spätestens dort, wie ein paar Fotobeispiele zeigen, die abgelatschten Wanderschuhe ins Gras oder hängt sie unlösbar an einen Masten. Bei einer unerlaubten Fahrt mit dem WoMo durch die engen Altstadtgassen von Fisterra steigt der Blutdruck bei der weiblichen Besatzung deutlich sichtbar an.

Sammlung Santiago de Compostela

Regen ließ uns von Fisterra in das trockene, sonnige Braga in Portugal weiterfahren. Dort besuchten wir den Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte mit seinem berühmten Treppenaufgang mit annähernd 600 Stufen und der wasserbetriebenen Standseilbahn.

Der Treppenaufgang von Bom Jesus in Braga bei Nacht

Unweit vom Treppenanfang konnten wir auf einem Parkplatz übernachten. Ein Waschsalon in der Stadt wurde erstmals ausprobiert, die Wäsche in einem Trockner getrocknet. Von dem Wallfahrtsort entstanden Wischfotos und Nachtaufnahmen mit Mehrfachbelichtung.

Sammlung Braga

Von der in Wolken gehüllten Weltkulturerbestadt Guimaraes fuhren wir in das ebenso in Nebel gehüllte Nazare – keine Chance Surfer auf gigantischen Wellen auf dem Atlantik zubeobachten. In der Nähe von Lissabon fanden wir einen Wohnmobilhändler. Dort kauften wir eine 11kg Gasflasche mit iberischem Standard.  Eine unserer Gasflaschen hatte schon nach zwei Wochen Leerstand und verursachte Kopfzerbrechen über das weitere Vorankommen. Der Plan war ja 6-8 Wochen zu reisen. Der Händler meinte, dass es verboten ist, die deutschen Gasflaschen aufzufüllen. Europa lässt grüßen. An dem Tag schafften wir es noch von Lissabon über die den Tejo überquerende Brücke Ponte 25 de April bis Alcacer do Sal. Von schlechtem Wetter hatten wir erst mal genug und wollten in den warmen Süden, an die Algarve durchfahren. Wir lernten das von mehreren Firmen betriebene Mautsystem der portugiesischen Autobahnen kennen. Ein Autobahnticket haben wir von dem fur uns undurchsichtigen System übrig.  Kopfschütteln pur. Deutschland macht die Autobahnbenutzung zumindest in dem Punkt viel einfacher. Ob kostenlose Autobahnen sinnvoll sind, ist wieder eine andere Frage.

Der nächste Stopp war Lagos an der warmen, sonnigen Algarve, wo wir auf dem städtischen, vernachlässigten Campingplatz Halt machten. An der Küste – genannt Felsalgarve – kann hier z.B. die spannende Ponta da Piedade betrachtet werden.  Portugiesische Wasserhunde  – Cao de Agua -kann man bei einem Besuch des Hundezüchters Rodrigo im Canil Casa da Buba kennenlernen. In der Stadt verteilt kann man sehenswerte Street Art finden. Als Beispiel ein Skelett mit Kamera – vermutlich hat der Fotograf zu lange aufs perfekte Foto gewartet – oder seine Arbeit wurde nicht genug honoriert.

Am südwestlichsten Punkt von Portugal, dem Cabo de Sao Vicente wird die letzte Bratwurst vor Amerika verkauft. Mit den Fahrrädern unternahmen wir von Lagos aus Richtung Osten einen Ausflug nach Alvor und an den schönen Praia dos Tres Irmaos, wo Lisa und Mucki bereits Urlaub verbrachten.

Praia dos Tres Irmaos – Algarve

Sammlung Lagos und Umgebung

Ein weiterer Standort an der Algarve war der über den Winter geöffnete, sehr gut ausgestattete und günstige Camping Canelas.

Mehrmals konnten wir Wiedehopfe um unser Wohnmobil auf dem Campingplatz herum beobachten. Sie suchten nach Käfern im Boden und waren dabei durchaus erfolgreich. In dem Fahrradgeschäft LifeBikes Algarve fand ich nach mehreren Anfragen endlich einen Mechaniker, der die defekte Kurbel an meinem Ridley Crossbike ersetzen konnte.

Durchblick mit Herz

Von Armacao de Pera aus unternahmen wir Ausflüge per Boot und per Fahrrad an der Küste entlang und konnten so viele beeindruckende Felsformationen bzw. Aushöhlungen an der Küste betrachten bzw. fotografieren. Interessant welche Figuren in den Felsen zu entdecken sind – z.B.: Gesicht, Krokodil, Herz, Elefant, U-Boot. 

Sammlung Armacao de Pera

Ein Ausflug nach Olhao in die Markthallen für Fisch, Obst, Gemüse, Käse, Fleisch usw. und in den Ort selbst ist eine lohnende Unternehmung. Frischer Fisch und Fleischspieße waren unser Jagderfolg. Markt bedeutet ja der Treffpunkt von Angebot und Nachfrage. Das wollte ich auf einigen Fotos festhalten.

Sammlung Olhao

Nachdem sich die Wetterbedingungen in Portugal gebessert hatten, fuhren wir nach Lissabon zurück und besuchten anschließend noch Azenhas do Mar, das Cabo da Roca, den Praia da Ursa, Setubal und Evora im Alentejo.  

In Lissabon hatten wir auf dem Camping Lisboa Camping & Bungalows für 3 Tage einen Standort. In die Stadt fuhren wir mit den Fahrrädern auf weitgehend gut ausgebauten Radwegen. Lissabon hat als Hauptstadt viel zu bieten. Viele Museen, Kirchen, Klöster – das ganze Programm. Die Electricos – sehen farblich aus wie die ehemaligen Wagen der Stuttgarter Strassenbahnen. Die Fahrer legen beim Weichenstellen genauso selber Hand an wie beim Einsetzen des Stromabnehmers oder beim Einstellen des Fahrtziels an der Front des Wagens unter Zuhilfenahme eines mobilen Handspiegels.

Electrico 28 in den engen Gassen der Altstadt Alfama – Lissabon

An den Ufern des Tejo befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das MAAT oder das Seefahrer Denkmal. Mehrere Stadtteile, wie eben die Altstadt Alfama, in der es für die Electrico 28 teils sensationell eng hergeht – hoffentlich nimmt sie die Wäsche am Balkon nicht mit. Sehenswürdigkeiten, die in diversen Reiseführern beschrieben sind, sind tatsächlich auch sehr stark frequentiert. Sind Orte nicht beschrieben, so ist auch kaum was los. Sind die Menschenansammlungen das Ergebnis vom gegenseitigen Abschreiben von Reisebuchautoren. Hotspots sind das Mosteiro dos Jeronimos, der Torre de Belem und eben auch die Endhaltestelle Martim Moniz der Electrico 28. Wenn dann auch noch schönes Wetter und Wochenende ist, dann sind beinahe endlose Warteschlangen zu beobachten. Die Pasteis de Belem – natürlich die originalen Puddingtörtchen – schmecken frisch gebacken sehr lecker, ebenso wie die rustikalen Bifanas – mit Fleisch belegte Brötchendie gibt’s in dem Lokal Beira Gare am Rossio. Die Studentengruppe Tuna Fortuna bot für die Besucher der Fußgängerzone eine bereichernde Musik- und Akrobatikdarstellung. Ein paar meiner Fotos haben die auf Instagramm gepostet.

Sammlung Lissabon

Sammlung Tuna Fortuna

Eine Wanderung an der Küste entlang führte uns nach Azenhas do Mar. Der Ort liegt westlich von Lissabon pittoresk am Atlantik an einer Steilküste und bietet außerdem ein Meerwasserschwimmbad. 

Sammlung Azenhas do Mar

Das Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des Festlands in Europa. Es gibt zwar keine Würstchen wie am Cabo de Sao Vicente, dafür aber personalisierte Besuchsurkunden.

Der Praia da Ursa mit seinen markanten Nadelfelsen ist nur auf einem steil abfallenden Wanderweg zu erreichen. Hier kamen die Bergstiefel zum sicheren Erreichen des Ziels zum Einsatz. Auf Fotos mit Langzeitbelichtung sieht man die Badenden nur schemenhaft.

Sintra ist laut Reiseführer ein Highlight. Aber weil es im Reiseführer steht (s.o.) besuchen wir es beim nächsten Mal. Irgendwann. Vielleicht.

Sammlung Cabo da Roca – Praia da Ursa

Auf der Weiterfahrt nach Evora im Alentejo legten wir zur Delfinbeobachtung einen Stopp in Setubal ein. Bei einer Bootstour im Flussdelta des Sado trafen wir tatsächlich Delfine, die hier ständig vertreten sind. Angeblich können die ca. 30 Tiere anhand der Rückenflossen unterschieden werden. Bleibt noch die Frage, warum Erwachsene ihre Kleinkinder an den Bug des Ausflugsboots legen und ständig auf die Delfine hinweisen. Ob sich das Kleinkind tatsächlich dafür interessiert? Der Fotograf fühlt sich jedenfalls in seinem Bestreben behindert – grrrrr.

Delfine bei Setubal

Sammlung Delfintour in Setubal

Über Evora und Umgebung haben wir im Reiseführer gelesen und in Filmbeiträgen während der Reisevorbereitung gesehen und gehört. Zudem ist es auch als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. Es gibt aber immer wieder auch Orte, mit denen keine so warme persönliche Beziehung entsteht. Evora scheint mir ein Sammelsurium aus diversen geschichtlichen Epochen zu sein. Von den steinzeitlichen Steinkreisen in der umliegenden Region, über den römischen Tempel bis zur Catedral de Evora oder gar den Knochenkapellen oder dem manuelinischen Fensterrahmen am Wohnhaus des portugiesischen Dichters Garcia de Resende. Kann man so machen, …. das Dach der Catedral de Evora darf man besteigen – da konnten wir mit den Smartphones üben. Die Igreja dos Loios ist innen reichlich mit Azulejos ausgeschmückt.

Über dem Steinkreis namens Cromeleque dos Almendres, unweit von Evora, ließ ich meine Drohne fliegen. Von oben betrachtet sieht man die Anordnung der Steine am Besten dachte ich.

Auf der Infotafel ist kein Flugverbot angegeben. Nun gibt es aber Touristen, die der Meinung sind, dass an dieser steinzeitlichen Kultstätte Ruhe sein muss, warum auch immer. War das früher ein Ort der Ruhe, oder wurden hier zu bestimmten Zeiten gar lautstark Musik und heitere Tänze aufgeführt, weil Sonne, Mond oder Sterne eine besondere Konstellation einnahmen? Was juckt es heute die toten Steine, ob darüber eine Drohne fliegt oder nicht? Einer der Besucher kam jedenfalls auf die Idee mit Gegenständen nach meiner Drohne zu werfen. Ich habe den Bub angesprochen und mitgeteilt, dass man durchaus mit mir reden kann, wenn ihn das Drohnengeräusch stört. Immerhin hat sich der junge Mann für seine Tat entschuldigt. Wäre die Drohne in den Steinkreis abgestürzt, hätte ich das Innere betreten müssen, um sie wieder herauszuholen. Und das ist definitiv verboten.

Sammlung Evora

Nachdem wir in Evora die Lithium Batterie des WoMos komlett leergesaugt hatten, dauerte es ein wenig, bis diese mit Hilfe von Solarstrom wieder soweit aufgepäppelt war, damit die elektrische Trittstufe und die SAT-Anlage am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt eingefahren werden konnten. Die Reise ging weiter, zurück auf den Camping Canelas an der Algarve. Dort trafen wir wieder auf Gonzalo, den hilfsbereiten, portugiesischen Rentner. Er wohnt im Sommer in Bad Urach und überwintert an der Algarve bis April. Er wiederum kennt jemanden, der einen kennt der deutsche Gasflaschen befüllt. Die Befüllung konnte tatsächlich durchgeführt werden, so als ob die Befüllung das Normalste der Welt ist. Dazu noch hat uns Gonzalo mit seiner Freundin Christine ein wenig die Stadt Albufeira beigebracht. Sein Hinweis auf die gut zu befahrenden Nationalstraßen hat uns obendrein Stress mit dem verzwickten portugiesischen Autobahnmautsystem erspart. 

Rosaflamingos – Ludo Trail – Faro

Vom Camping Canelas führte uns die Reise weiter nach Faro, wo sich in der Nähe des Flughafens, an der Küste, ein WoMo Stellplatz mit Gefängnischarakter  befindet. Die in Faro vorgelagerte Hafflandschaft reicht bis an die spanische Grenze. Hier spricht man auch von der Sandalgarve. Man nennt die Landschaft Ria Formosa und sie ist ein Naturschutzgebiet. Westlich des Flughafens gibt es in der Ria Formosa den so genannten Ludo Trail.

Iberische Elster – auf einem Golfplatz

Hier konnten wir viele Vogelarten beobachten wie z.B. Fischadler, Flamingos, Störche, Löffelreiher, Iberische Elstern, Wiedehopfe. Und das trotz der stählernen und lauten Vögel aus der Touristikluftfahrt, die über das Gebiet hinwegdonnern. Eine kleine Bootstour durch die Ria Formosa unternahmen wir mit einer Fähre vom WoMo Stellplatz nach Faro und zurück.

Im Tourismusbüro in Faro spielt der Musiker Joao Cuna mehrmals täglich auf seiner 12-saitigen Gitarre Fadomusik und eigene Interpretationen. Guitarra Portuguesa.

Sammlung Faro – Ria Formosa

Wir verlassen Portugal und kommen wieder nach Spanien.

Nächste Station war Sevilla, wo wir im nahegelegenen Dos Hermanas auf dem Camping Villsom übernachteten. Ins Zentrum von Sevilla fuhren wir mit den Fahrrädern auf super Fahrradwegen. Im Teatro Flamenco Sevilla – Espectacolo Flamenco – konnten wir eine Aufführung miterleben. Mit wenig Equipment – viel darstellen. Bravo ehhh.

Flamenco im Teatro Flamenco Sevilla

Leckere Tappas konnten wir in einer der zahlreichen Gaststätten in den engen Gassen der Altstadt unweit von La Giralda – den zum Glockenturm umgebauten Minarett probieren.

Auf der Plaza de Espana und dem sich anschließenden Garten – Parque de Maria Luisa lässt es sich aushalten.

Was man nicht gesehen haben muß ist die Casa de Pilatos. Ein vernachlässigtes Sammelsurium an maurischer Architektur und griechischen oder römischen Statuen. Mehrere Bereiche darf man nicht betreten und für den Besuch der Etage im ersten Stock  wird extra Eintrittsgebühr verlangt. Dazu habe ich einen entsprechenden Kommentar in Google Maps hinterlegt. 

Sammlung Sevilla

Von Sanlucar de Barrameda aus kann der Parque Nacional de Donana besichtigt werden. Der Nationalpark ist im Prinzip die Fortsetzung der Ria Formosa in Portugal und für Zugvögel eine Möglichkeit Zwischenstation vor dem Interkontinentalflug nach Afrika einzulegen. Leider waren die Ausflugsfahrten mit einem Geländefahrzeug für mehrere Tage im Voraus ausgebucht. Das nächste mal klappt’s bestimmt. 

Die Reise führte uns weiter nach El Palmar de Vejer bei Conil de la Frontera. Am Strand kann man hier Surfer beobachten. In Conil de la Frontera waren wir im Jahr 2010 für ein paar Tage während einer Rundfahrt durch Andalusien. In dem am Strand gelegenen Hotel Fuerte Conil Resort fragten wir vor Ort nach Unterkunft für 3 Nächte und bekamen ein günstiges Angebot mit Halbpension. Nach 6 Wochen im WoMo mal wieder mehr Wohnraum zur Verfügung zu haben ist dann schon entspannend. Frühstück und Abendessen dazu. Völlerei vorprogrammiert. Zudem war es zu der Zeit so, dass ziemlich viel Regen vom Himmel fiel und nach den 3 Tagen im Hotel die Region, wie auch die Region um Valencia, vom Unwetter über der Iberischen Halbinsel überschwemmt waren.

Über’s Wasser gehen – Conil de la Frontera – Drohnenaufnahme

Soweit es möglich war, kam die Drohne DJI Air 3 am Strand zum Einsatz um Surfer oder Strandbesucher zu fotografieren oder zu filmen. Beim Anwenden der Funktion POI (Point of interest) verlor die Drohne den Kontakt zum Objekt und wäre beinahe orientierungslos über dem Meer schwebend darin versunken. Mit dem Fernglas konnten wir nahe Conil mehrmals einen Fischadler über dem Fluss Ria Salado auf der Futtersuche beobachten. Allerdings suchte der nach frischem Fisch, nicht nach Salat.

Sammlung Conil de la Frontera

Je weiter man auf der iberischen Halbinsel nach Süden vorankommt, desto mehr Zeugnisse finden sich aus der Zeit der ehemaligen maurischen Besiedlung. Städtenamen und die Architektur sind Zeugen. Das macht das Land zu etwas Besonderem. Ein Paradebeispiel ist die Mezquita-Catedral de Cordoba. Sie war ab 784 eine im Laufe der Jahre immer weiter vergrößerte Mosche aus der Epoche des maurischen Spaniens und wurde nach der Rückeroberung (Reconquista) von Cordoba  ab 1236 mit dem Einbau von christlichen Kirchenelementen versehen. Beeindruckend sind die im Betsaal der Moschee scheinbar unendlich vielen aneinander und übereinander gereihten Hufeisenbögen aus maurischer Zeit und das Zusammenwirken von maurischer und gotischer Architektur. Das drückt irgendwie Unendlichkeit aus, wie das Universum. Ab 1523 wurde gar ein gotisches Kirchenschiff eingebaut. 

Faszinierende Hufeisenbögen in der Mezquita Catedral de Cordoba

In Cordoba gibt es zahlreiche blumengeschmückte Innenhöfe – Patios. Die Gebäude drumherum wurden früher von mehreren Familien bewohnt, wobei manche Einrichtungen als Gemeinschaftsräume genutzt wurden. Das Gießen der vielen, an den Wänden hängenden Blumentöpfe kann in heißen Sommern evtl. anstrengend werden.

Sammlung Cordoba

Von Cordoba fuhren wir weiter in die Region Extremadura in die Nähe von Navalvillar de Pela. Nördlich des Ortes gibt es das Observatorio de aves Moheda Alta. Dort parkten wir mit dem WoMo für 2 Nächte und konnten so quasi im Wohnzimmer des Winterquartiers von Graukranichen die Vögel sehr gut beobachten und diese Tag und Nacht trompeten hören. Wahnsinn. Schon vor dem Sonnenaufgang fliegen die ersten Kraniche von ihren Schlafplätzen aus , um den Tag auf den umliegenden Reisfeldern, an den Seeufern oder den sogenannten Dehesas zu verbringen.

Graukraniche (span. Grulus) bei Moheda Alta – Sonnenaufgang

Die Dehesas sind, wie hierzulande die Obstbaumwiesen, Eichenbaumwiesen, nur dass dort eben Eichenbäume Eicheln als Futter für die Graukraniche – spanisch Grulus – abgeben. Einige Kraniche konnten auch bei ihren Tanzspielen beobachtet werden. Bei anbrechender Abenddämmerung sammeln sich die Graukraniche und fliegen dann gemeinsam in großen Gruppen zu ihren Schlafplätzen zurück.

Eine Kranichfamile

Die jungen Graukraniche kann man an ihren braunen Köpfen erkennen, haben aber bereits die gleiche Körpergröße wie die erwachsenen Tiere, die man an rot gefärbten Flecken am Kopf unterscheiden kann. Als wir uns einmal den auf einem Feld stehenden Kranichen nähern wollten, flog die Gruppe ab und kreiste ein paar mal über uns, bis sie schließlich verschwunden waren. Das war ein Schauspiel, aber so nicht beabsichtigt, sorry. Blöd ist eben, dass ein Fotograf möglichst nahe ran ans Objekt kommen sollte, andererseits die Tierwelt eine Fluchtdistanz einhalten will, um rechtzeitig vor den Fotografen und anderen „Feinden“ abhauen zu können. Der Fotograf will doch nur knipsen, warum wissen die das denn nicht. Auf der weiteren Heimfahrt konnten wir Kraniche in Santo Domingo de Silos in Spanien sichten und in Moulins in Frankreich bei ihrer Flugreise ins Winterquartier. Den Sommer verbringen die Tiere in Skandinavien, um dort für Nachwuchs zu sorgen. Bei der Weiterfahrt streikt zum zweiten Mal die Servolenkung des WoMos. Wir kontaktieren den ACE. Die Dame am anderen Ende der Leitung meint, dass alle Pannenhilfe Wagen in Valencia wären. Wir sollen uns am Montag selber in eine Werkstatt schleppen. Erst am Ende des Gesprächs fragt die Dame nach dem Ort an dem wir uns aufhalten(!).

Sammlung Dehesa de Moheda Alta

Von dem Parque Nacional de Monfragüe erfuhr ich erst auf der Reise. Kaum dort angekommen konnte ich nicht glauben, wie viele Gänsegeier am Salto del Gitano im Himmel flogen.

Gänsegeier im Formationsflug

Fast so viele wie es in einem Kuhstall Fliegen hat, dachte ich. Manche Gänsegeier saßen sehr nahe in den Felswänden am Weg, viele weiter oben an den Felsen oder gegenüber dem Fluss Tajo in den Felswänden. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, insbesondere wenn die Sonne für Auftrieb sorgte. Zwei Geierpaare konnten auch beim Kopulieren beobachtet werden. 

Bedingt durch die Geologie – senkrecht stehende U-förmig gebogene Gesteinsschichten – bieten sich den Tieren sichere Nistmöglichkeiten in den Felsen. An 3 Stellen konnten wir im Park Gänsegeier Kolonien beobachten.

Bei einer Autofahrt durch den Park waren zahlreiche Rehe und Hirsche zu sehen. Die sind so an die Menschen gewöhnt, dass sie nicht flüchten und sogar im Straßenverkehr korrekt auf der linken Seite gehen.

Blaumerle

Eine männliche Blaumerle, ein blau gefiederter Sperlingsvogel, der zu den Singvögeln gehört, konnte beobachtet und fotografiert werden. Eine Wanderung durch den Park und zu der Burg Castillo de Monfrague bereicherten den Besuch.

Sammlung Parque Nacional de Monfrague

Mit einer Übernachtung in Salamanca fuhren wir weiter zum Monasterio de Santo Domingo de Silos. Der Ort liegt auf ca. 1000 Hm, womit die kühlen Temperaturen zu erklären sind. Nachmittags kreisten tieffliegend über dem Dorf  Gänsegeier und hoch oben am Himmel zog gleichzeitig ein Schwarm Graukraniche in V-Formation in Richtung Süden. In dem Kloster ist u.a. der seltene doppelstöckige Kreuzgang eine Sehenswürdigkeit. Um 19:00 besuchten wir eine Visperas, eine Messe in der Klosterkirche, in der die Mönche gregorianische Gesänge vortragen. Das Miterleben einer solchen Messe war durchaus besinnlich. Ich fühlte mich meinem verstorbenen Bruder und meinen Eltern nahe. Ein freilaufender Esel besuchte uns am WoMo Parkplatz. Der wollte vermutlich nur spielen, versuchte dabei aber zu beißen, was mit der Zeit nicht mehr lustig war, da er doch sehr kräftig ist. 

Auf einem Spaziergang über 2,5km von Santo Domingo de Silos entfernt, erreicht man die Schlucht namens Desfiladero de la Yacla. Es handelt sich um eine Klamm die man auf Stegen durchwandern kann. Zudem gibt es zahlreiche Greifvögel wie z.B. wieder die Gänsegeier zu sehen. 

Sammlung Santo Domingo de Silos

Die letzte Station in Spanien war die Halbwüste und das Biospärenreservat Las Bardenas Reales.

Las Bardenas Reales – Felsformation Castildetierra

Ockerfarbener Lehm ist für die Farbe der Landschaft verantwortlich. Der unterschiedlich harte Lehm eines ehemaligen Meeres wurde im Laufe der Zeit erodiert. Es bildeten sich abhängig von der Härte des Materials sehenswerte Bergformen (teils  Erdpyramiden) und ausgetrocknete Flussbetten. In dem Ort Arguedas wurden von Menschen Höhlenwohnungen in die Wände gegraben. Last but not least konnten wir auch hier Gänsegeier beobachten. Sie nisten in den Höhlen der Steilwände des Geländes und kreisten in großer Anzahl über einem begrenzten Gebiet in der Luft.

Sammlung Bardenas Reales

Die Fahrt nach Hause führte uns wieder nach Ondres und dauerte über Moulins in Frankreich zwei Tage bis Fellbach. Der erste Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit auf der Hinfahrt kam dann auch schon kurz nach der Rückkehr an. (%/gr$“)() Hoffentlich kommt da nicht noch mehr.

Auf der Reise konnten wir als WoMo Anfänger hilfreiche Erkenntnisse gewinnen und neue Erfahrungen sammeln. So konnten wir gegenseitige Unterstützung von WoMo Fahrern erleben, mussten bei HotSpots rechtzeitig am nächsten Stellplatz sein, um einen freien Platz zu ergattern. Probleme treten immer wieder auf, die sollte man als Herausforderung annehmen und in Ruhe nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Zum Beispiel, wenn man sich mit dem WoMo in engen Altstadtgassen verirrt hat. Für das harmonische Zusammenleben auf eng begrenztem Raum – ca. 12m² –  ist eine gute Portion Disziplin im Reisegepäck unerlässlich. Auf jeden Fall kommt man sich in der Karre näher und lernt die Stärken und Schwächen des Anderen besser kennen. Nach der Ankunft bzw. vor der Weiterfahrt kümmerte sich Sabine um das Interieur, ich um den Inhalt der Heckgarage und die Fahrräder auf dem Heckträger. Mit der Zeit entwickelte sich hierfür Routine. Mit dem mobilen Solarpanel (120W) konnten wir die Lithium Bordbatterie bei Sonnenschein für den Tagesbedarf auffüllen. Auf Parkplätzen kann man ohne Ver- oder Entsorgung übernachten, sofern es nicht ausdrücklich verboten ist. Die WoMo Übernachtungsplätze sind mit zahlreichen, uneinheitlichen Zugangssystemen ausgestattet – und bieten teils auch Sanitäreinrichtungen an. Positiv ist, dass man bei manchen Supermärkten einen Camper Service angeboten bekommt. Dazu zählen Ver- und Entsorgung für Umsonst und teils auch Reinigungsmöglichkeiten gegen Gebühr. Der Supermarkt freut sich dann auch über einen Einkauf. Auf Campingplätzen sind sämtliche WoMo Serviceangebote ebenso auch Sanitäreinrichtungen vorhanden – entsprechend sind dann auch die Übernachtungskosten. In der Nebensaison ist das Reisen allgemein deutlich entspannter. In Portugal wird für die Autobahnbenutzung eine Mautgebühr erhoben, die Kosten für Treibstoff sind ähnlich wie in Deutschland. In Spanien sind relativ wenige Autobahnabschnitte mautpflichtig, jedoch die Fahrbahnbeläge auch schlecht. Mit Hilfe der App Gasall können günstige Tankstellen gefunden werden – Diesel für € 1,25. Diese günstigen Tanken liegen dann gerne mal etwas Abseits. Den Tipp für die App bekam ich von einem spanischen Wohnmobilisten.

Das Beitragsbild am Anfang zeigt einen blattlosen und detailliert verzweigten Baum in Moheda Alta, Extremadura, Spanien bei Sonnenaufgang. Das Foto ist nebenher entstanden, weil der eigentliche Antrieb an dem Morgen war, Graukraniche beim Start in den Tag zu fotografieren.

Wenn man sich vorstellt, dass jeder der kleinsten Äste eine Sehenswürdigkeit auf der iberischen Halbinsel darstellt, wie viel Zeit braucht man dann, um alle zu besuchen? Kurzum, alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen hätte unsere Reisezeitvorgabe deutlich überschritten. Es ist eben auch eine Aufgabe, aus dem vielfältigen Angebot, die für einen persönlich wichtigen Details herauszufinden. Egal was in einem Reiseführer hervorgehoben wird.

Zu den im Text genannten Orten kann bei Interesse im Internet nach weiterführenden Informationen recherchiert werden. 

Technische Reisedaten:

Durchschnittliche Übernachtungskosten mit WoMo:  12,32 / Nacht für 2 Personen 

Gefahrene Kilometer: 7921km

Treibstoffverbrauch: 715 Liter

Durchschnittlicher Verbrauch auf 100km: 9,02 l / 100km

 

Zum Vergleich die Verbrauchsdaten eines Sherman Kampfpanzers aus dem 2. Weltkrieg:

Die folgende Karte zeigt die Gesamtübersicht der Reiseroute:

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