Spanien – Portugal – 2024

Spanien und Portugal Tour in der Zeit von September bis November 2024 – Dauer 8 Wochen.

Nach 2 1/2 monatiger Vorbereitungszeit mit kurzen Reisen und Einrichtung bzw. Anpassung des neuen Wohnmobils – ein Knaus Van TI 650 MEG – starteten wir am 15.09.2024 die erste längere Reise auf die iberische Halbinsel – Tour Iberico. 

Mit Zwischenstopps in Montlucon, Oradur-sur-Glane und Ondres in Frankreich fuhren wir in Richtung Baskenland in Spanien.

Village martyr d’Oradur sur Glane

Oradour sur Glane  wurde am 10. Juni 1944 von einer Einheit der Waffen-SS geplündert und niedergebrannt. 643 Bewohner wurden ermordet. Die Ruinen stehen heute unter Denkmalschutz und können ebenso besichtigt werden wie eine Gedenkstätte für Nazi Kriegsverbrechen – Centre de la Memoire d’Oradur sur Glane.

Sammlung Oradur sur Glane

Ondres am Atlantik, unweit von der spanischen Grenze entfernt,  bietet nahe am breiten und schönen Strand einen komfortablen WoMo Stellplatz. Bei einem Strandspaziergang fiel in den Dünen eine gelb-weiß gepunktete Raupe zwischen den Pflanzen auf, die am Hinterteil ein Analhorn trägt. Es handelt sich um eine Wolfsmilschschwärmer Raupe.

Jedenfalls wanderte die Raupe über den Sand und wurde aus dem Untergrund heraus von einem anderen Tier ( evtl. ein Skorpion ) attackiert. Die Raupe versuchte den Angriff abzuwehren, wanderte, sich hin und her windend, noch ein paar Zentimeter weiter, neigte sich auf die Seite  und blieb schließlich regungslos liegen. Stoff für einen Tatort Krimi?

Bei einer Fahrradtour stellte ich fest, dass die Welle der Tretkurbel an meinem Ridley Bike defekt ist. Die hab ich beim letzten Innenlagertausch wohl kaputtrepariert. Nix mehr zu machen. Das fängt ja gut an. Eine Patisserie im Ort bietet leckere Nervennahrung, um derartige Rückschläge besser zu verarbeiten.

Sammlung Ondres

Weiter nach Nordspanien mit Stopp in Donostia San Sebastian / Pasaia. Mangels Stellplatz in der Stadt übernachteten wir etwas entfernt auf dem Gran Camping Zarautz und fuhren mit den Fahrrädern nach Donostia San Sebastian und nach Pasaia. San Sebastian war einmal ein mondänes Seebad. Am weitläufigen Playa de la Concha zeugen entsprechende Bauwerke von dieser Zeit. Bei schönem Wetter zieht es viele Besucher an den Strand, Straßenmusiker heitern die Stimmung auf. In Pasaia wird in der Schiffswerft Albaola Itsas Kultur Faktoria das im Jahr 1565 vor Neufundland gesunkene Walfangschiff San Juan nachgebaut. Auf Schautafeln wird die Anfertigung unterschiedlicher Schiffselemente des 16. Jahrhunderts verständlich dargestellt. Gab es also zu der Zeit bereits regen Schiffsverkehr nach Nordamerika / Kanada? 

Sammlung Donostia San Sebastian

Auf dem Weg entlang der Küste nach Gernika kommt man an Strandabschnitten vorbei, die mit Flysch bezeichnet sind.

Flysch – Wasserspiegelung gedreht um 180°

Einfach gesagt handelt es sich um dünne in Wechselfolge bestehende bzw. erodierte Gesteinsschichten. Im konkreten Beispiel liegen diese Gesteinsschichten bei Ebbe frei. Im Zusammenspiel mit Wasserpfützen können die herausragenden, zackigen Gesteinsplatten mit etwas Phantasie als feuerspeiende Drachen gesehen werden. Uaahhhhhhh.

Sammlung Flysch – Playa de Sakoneta

Die Stadt Gernika liegt in dem Biospärenreservat Urdaibai. Nahe dem Urdaibai Bird CenterInternational Airport for Birds – verbrachten wir ein paar Tage zum Besuch von Gernika, unternahmen eine Kanutour und besuchten das Bird Center mit Vogelbeobachtung. Die Stadt Gernika wurde während des Spanischen Bürgerkriegs ausgewählt, um dort am 26. April 1937einen Fliegerangriff durch die deutsche Legion Condor und des italienischen Corpo Truppe Volontarie auf eine Stadt zu erproben. Verantwortlich für den Angriff: Wolfram von Richthofen.

Bei einem Stadtrundgang in Gernika werden an mehreren Stellen Ereignisse zu dem Bombenangriff auf Tafeln mit Bild und Text erläutert. In den Gaststätten können die  für das Baskenland typischen Pinchos (baskisch: Pintxo) ausprobiert werden. Im Garten des Gernikako Batzarretxea steht der Versammlungsbaum – Arbol de Gernika. Die hier verwendete baskische Sprache wird für immer ein Geheimnis bleiben. Wir nix versteh’n.

Sammlung Gernika

Laut den Hinweistafeln in dem Urdaibai Bird Center besuchen das Jahr über viele Vogelarten das Schutzgebiet auf ihren Migrationsrouten – für eine Zwischenlandung. Vögel können über das Wasser laufen, wie folgendes Foto zeigt:

Ein Blässhuhn im Urdaibai Bird Center rennt flügelschlagend über’s Wasser!

Eine Kanutour in dem Schutzgebiet ergänzte unsere Aktivitäten. Allerdings gab es wenig Interessantes zu sehen, bis auf Martin Pecheur, der französische Name für Eisvogel. Wasseramseln flogen neben uns her.

Sammlung Urdaibai

Von dem hoch gelegenen WoMo Stellplatz in Bilbao kann man die Stadt sehr schön überblicken. Man darf genau 48 Stunden bleiben. In die Stadt hinunter und in der Stadt fuhren wir mit den Fahrrädern auf gut ausgebauten Wegen zu dem Industriedenkmal Bizkaia Zubi – eine Hochbrücke mit Schwebefähre. Das architektonische Highlight in Bilbao ist das Guggenheim Museum. Die Architektur des Museums an sich ist sehr spannend. Der Inhalt des Museums ist dagegen eher enttäuschend – auf Nachfrage wurde z.B. geantwortet, dass Bilder im warehouse sind. Die Wanderausstellung des japanischen Künstlers Yoshitomo Nara beeindruckt. Sehenswert in der Stadt ist eine moderne Stabbogenbrücke für Fußgänger – Zubizuri Zubia. In dem Kulturzentrum Azkuna Zentroa-Alhondiga Bilbao kann man Badegäste in einem Schwimmbecken von unten betrachten. Die an einem Flussufer gebaute Markthalle Erriberako Merkatua vermittelt aus entsprechender Perspektive den Eindruck eines gestrandeten Schiffes. Auf dem Nueva Plaza wurden einst Stierkämpfe ausgetragen. Von den Logen in den umgebenden Gebäuden konnte den Kämpfen beigewohnt werden.

Sammlung Bilbao

Der Golf von Biskaya hat seinen Namen von der Provinz Bizkaia, die um Bilbao herum eine der 3 autonomen Gemeinschaften Baskenland in Nordspanien darstellt.

Aufgrund der Wetterlage mit tiefhängenden Wolken ließen wir auf der Weiterfahrt den Nationalpark Picos de Europa mit seinen hohen Bergen links liegen. Nächstes mal nehmen wir den bestimmt mit.

Das Fotografieren der Bufones de Arenillas hat nicht funktioniert, weil der Hintergrund grauer Nebel war und die Bufones wenig aktiv. Bufones sind eine Art Geysire, aus denen Meerwasser in Form von Sprühnebel ausgeblasen wird. Grauer Vordergrund mit grauem Hintegrund passt mangels Kontrast einfach  nicht zusammen.

Nächster Stopp war beim Playa de las Catedrales – den darf man nur bei Ebbe betreten. Aus der Kombination von Auswaschungen in den steilen Uferwänden, dem flachen, vom Meerwasser geschwemmten, spiegelnden Strand, Sonne und Wolken sowie der Besucher ergeben sich spannende Fotomotive.

Playa de las Catedrales

Manche weißen Damenschuhe wurden von  Meerwasser umspült, da eine Flucht vor den heranrollenden Wellen nicht immer möglich war. Temporäre Rettungsinseln am Strand sind daher auch von Fotografen begehrt. Bei Sonnenaufgang waren zunächst nur wenige Besucher da. Ein Vorteil zum Fotografieren.

Sammlung Playa de las Catedrales

Die Catedral de Santiago de Compostela ist das Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg in Nordspanien. Mit Rucksack und Regenjacken ausgestattete Pilger haben wir auf unserer Reiseroute in Nordspanien immer wieder beobachten können. Respekt für die Wanderer. Die Freude über das Erreichen der Kathedrale kann auf dem gut besuchten Vorplatz beobachtet werden. Selbst Menschen aus lateinamerikanischen Ländern nehmen die Strapazen auf sich. Aber mit dem WoMo geht es auch. Erfolgreich getestet – und die letzten 3 Kilometer sind wir auch gewandert. Wer in Santiageo de Compostela vom Wandern noch nicht genug hat, der marschiert weiter bis Fisterra und schmeißt spätestens dort, wie ein paar Fotobeispiele zeigen, die abgelatschten Wanderschuhe ins Gras oder hängt sie unlösbar an einen Masten. Bei einer unerlaubten Fahrt mit dem WoMo durch die engen Altstadtgassen von Fisterra steigt der Blutdruck bei der weiblichen Besatzung deutlich sichtbar an.

Sammlung Santiago de Compostela

Regen ließ uns von Fisterra in das trockene, sonnige Braga in Portugal weiterfahren. Dort besuchten wir den Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte mit seinem berühmten Treppenaufgang mit annähernd 600 Stufen und der wasserbetriebenen Standseilbahn.

Der Treppenaufgang von Bom Jesus in Braga bei Nacht

Unweit vom Treppenanfang konnten wir auf einem Parkplatz übernachten. Ein Waschsalon in der Stadt wurde erstmals ausprobiert, die Wäsche in einem Trockner getrocknet. Von dem Wallfahrtsort entstanden Wischfotos und Nachtaufnahmen mit Mehrfachbelichtung.

Sammlung Braga

Von der in Wolken gehüllten Weltkulturerbestadt Guimaraes fuhren wir in das ebenso in Nebel gehüllte Nazare – keine Chance Surfer auf gigantischen Wellen auf dem Atlantik zubeobachten. In der Nähe von Lissabon fanden wir einen Wohnmobilhändler. Dort kauften wir eine 11kg Gasflasche mit iberischem Standard.  Eine unserer Gasflaschen hatte schon nach zwei Wochen Leerstand und verursachte Kopfzerbrechen über das weitere Vorankommen. Der Plan war ja 6-8 Wochen zu reisen. Der Händler meinte, dass es verboten ist, die deutschen Gasflaschen aufzufüllen. Europa lässt grüßen. An dem Tag schafften wir es noch von Lissabon über die den Tejo überquerende Brücke Ponte 25 de April bis Alcacer do Sal. Von schlechtem Wetter hatten wir erst mal genug und wollten in den warmen Süden, an die Algarve durchfahren. Wir lernten das von mehreren Firmen betriebene Mautsystem der portugiesischen Autobahnen kennen. Ein Autobahnticket haben wir von dem fur uns undurchsichtigen System übrig.  Kopfschütteln pur. Deutschland macht die Autobahnbenutzung zumindest in dem Punkt viel einfacher. Ob kostenlose Autobahnen sinnvoll sind, ist wieder eine andere Frage.

Der nächste Stopp war Lagos an der warmen, sonnigen Algarve, wo wir auf dem städtischen, vernachlässigten Campingplatz Halt machten. An der Küste – genannt Felsalgarve – kann hier z.B. die spannende Ponta da Piedade betrachtet werden.  Portugiesische Wasserhunde  – Cao de Agua -kann man bei einem Besuch des Hundezüchters Rodrigo im Canil Casa da Buba kennenlernen. In der Stadt verteilt kann man sehenswerte Street Art finden. Als Beispiel ein Skelett mit Kamera – vermutlich hat der Fotograf zu lange aufs perfekte Foto gewartet – oder seine Arbeit wurde nicht genug honoriert.

Am südwestlichsten Punkt von Portugal, dem Cabo de Sao Vicente wird die letzte Bratwurst vor Amerika verkauft. Mit den Fahrrädern unternahmen wir von Lagos aus Richtung Osten einen Ausflug nach Alvor und an den schönen Praia dos Tres Irmaos, wo Lisa und Mucki bereits Urlaub verbrachten.

Praia dos Tres Irmaos – Algarve

Sammlung Lagos und Umgebung

Ein weiterer Standort an der Algarve war der über den Winter geöffnete, sehr gut ausgestattete und günstige Camping Canelas.

Mehrmals konnten wir Wiedehopfe um unser Wohnmobil auf dem Campingplatz herum beobachten. Sie suchten nach Käfern im Boden und waren dabei durchaus erfolgreich. In dem Fahrradgeschäft LifeBikes Algarve fand ich nach mehreren Anfragen endlich einen Mechaniker, der die defekte Kurbel an meinem Ridley Crossbike ersetzen konnte.

Durchblick mit Herz

Von Armacao de Pera aus unternahmen wir Ausflüge per Boot und per Fahrrad an der Küste entlang und konnten so viele beeindruckende Felsformationen bzw. Aushöhlungen an der Küste betrachten bzw. fotografieren. Interessant welche Figuren in den Felsen zu entdecken sind – z.B.: Gesicht, Krokodil, Herz, Elefant, U-Boot. 

Sammlung Armacao de Pera

Ein Ausflug nach Olhao in die Markthallen für Fisch, Obst, Gemüse, Käse, Fleisch usw. und in den Ort selbst ist eine lohnende Unternehmung. Frischer Fisch und Fleischspieße waren unser Jagderfolg. Markt bedeutet ja der Treffpunkt von Angebot und Nachfrage. Das wollte ich auf einigen Fotos festhalten.

Sammlung Olhao

Nachdem sich die Wetterbedingungen in Portugal gebessert hatten, fuhren wir nach Lissabon zurück und besuchten anschließend noch Azenhas do Mar, das Cabo da Roca, den Praia da Ursa, Setubal und Evora im Alentejo.  

In Lissabon hatten wir auf dem Camping Lisboa Camping & Bungalows für 3 Tage einen Standort. In die Stadt fuhren wir mit den Fahrrädern auf weitgehend gut ausgebauten Radwegen. Lissabon hat als Hauptstadt viel zu bieten. Viele Museen, Kirchen, Klöster – das ganze Programm. Die Electricos – sehen farblich aus wie die ehemaligen Wagen der Stuttgarter Strassenbahnen. Die Fahrer legen beim Weichenstellen genauso selber Hand an wie beim Einsetzen des Stromabnehmers oder beim Einstellen des Fahrtziels an der Front des Wagens unter Zuhilfenahme eines mobilen Handspiegels.

Electrico 28 in den engen Gassen der Altstadt Alfama – Lissabon

An den Ufern des Tejo befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das MAAT oder das Seefahrer Denkmal. Mehrere Stadtteile, wie eben die Altstadt Alfama, in der es für die Electrico 28 teils sensationell eng hergeht – hoffentlich nimmt sie die Wäsche am Balkon nicht mit. Sehenswürdigkeiten, die in diversen Reiseführern beschrieben sind, sind tatsächlich auch sehr stark frequentiert. Sind Orte nicht beschrieben, so ist auch kaum was los. Sind die Menschenansammlungen das Ergebnis vom gegenseitigen Abschreiben von Reisebuchautoren. Hotspots sind das Mosteiro dos Jeronimos, der Torre de Belem und eben auch die Endhaltestelle Martim Moniz der Electrico 28. Wenn dann auch noch schönes Wetter und Wochenende ist, dann sind beinahe endlose Warteschlangen zu beobachten. Die Pasteis de Belem – natürlich die originalen Puddingtörtchen – schmecken frisch gebacken sehr lecker, ebenso wie die rustikalen Bifanas – mit Fleisch belegte Brötchendie gibt’s in dem Lokal Beira Gare am Rossio. Die Studentengruppe Tuna Fortuna bot für die Besucher der Fußgängerzone eine bereichernde Musik- und Akrobatikdarstellung. Ein paar meiner Fotos haben die auf Instagramm gepostet.

Sammlung Lissabon

Sammlung Tuna Fortuna

Eine Wanderung an der Küste entlang führte uns nach Azenhas do Mar. Der Ort liegt westlich von Lissabon pittoresk am Atlantik an einer Steilküste und bietet außerdem ein Meerwasserschwimmbad. 

Sammlung Azenhas do Mar

Das Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des Festlands in Europa. Es gibt zwar keine Würstchen wie am Cabo de Sao Vicente, dafür aber personalisierte Besuchsurkunden.

Der Praia da Ursa mit seinen markanten Nadelfelsen ist nur auf einem steil abfallenden Wanderweg zu erreichen. Hier kamen die Bergstiefel zum sicheren Erreichen des Ziels zum Einsatz. Auf Fotos mit Langzeitbelichtung sieht man die Badenden nur schemenhaft.

Sintra ist laut Reiseführer ein Highlight. Aber weil es im Reiseführer steht (s.o.) besuchen wir es beim nächsten Mal. Irgendwann. Vielleicht.

Sammlung Cabo da Roca – Praia da Ursa

Auf der Weiterfahrt nach Evora im Alentejo legten wir zur Delfinbeobachtung einen Stopp in Setubal ein. Bei einer Bootstour im Flussdelta des Sado trafen wir tatsächlich Delfine, die hier ständig vertreten sind. Angeblich können die ca. 30 Tiere anhand der Rückenflossen unterschieden werden. Bleibt noch die Frage, warum Erwachsene ihre Kleinkinder an den Bug des Ausflugsboots legen und ständig auf die Delfine hinweisen. Ob sich das Kleinkind tatsächlich dafür interessiert? Der Fotograf fühlt sich jedenfalls in seinem Bestreben behindert – grrrrr.

Delfine bei Setubal

Sammlung Delfintour in Setubal

Über Evora und Umgebung haben wir im Reiseführer gelesen und in Filmbeiträgen während der Reisevorbereitung gesehen und gehört. Zudem ist es auch als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. Es gibt aber immer wieder auch Orte, mit denen keine so warme persönliche Beziehung entsteht. Evora scheint mir ein Sammelsurium aus diversen geschichtlichen Epochen zu sein. Von den steinzeitlichen Steinkreisen in der umliegenden Region, über den römischen Tempel bis zur Catedral de Evora oder gar den Knochenkapellen oder dem manuelinischen Fensterrahmen am Wohnhaus des portugiesischen Dichters Garcia de Resende. Kann man so machen, …. das Dach der Catedral de Evora darf man besteigen – da konnten wir mit den Smartphones üben. Die Igreja dos Loios ist innen reichlich mit Azulejos ausgeschmückt.

Über dem Steinkreis namens Cromeleque dos Almendres, unweit von Evora, ließ ich meine Drohne fliegen. Von oben betrachtet sieht man die Anordnung der Steine am Besten dachte ich.

Auf der Infotafel ist kein Flugverbot angegeben. Nun gibt es aber Touristen, die der Meinung sind, dass an dieser steinzeitlichen Kultstätte Ruhe sein muss, warum auch immer. War das früher ein Ort der Ruhe, oder wurden hier zu bestimmten Zeiten gar lautstark Musik und heitere Tänze aufgeführt, weil Sonne, Mond oder Sterne eine besondere Konstellation einnahmen? Was juckt es heute die toten Steine, ob darüber eine Drohne fliegt oder nicht? Einer der Besucher kam jedenfalls auf die Idee mit Gegenständen nach meiner Drohne zu werfen. Ich habe den Bub angesprochen und mitgeteilt, dass man durchaus mit mir reden kann, wenn ihn das Drohnengeräusch stört. Immerhin hat sich der junge Mann für seine Tat entschuldigt. Wäre die Drohne in den Steinkreis abgestürzt, hätte ich das Innere betreten müssen, um sie wieder herauszuholen. Und das ist definitiv verboten.

Sammlung Evora

Nachdem wir in Evora die Lithium Batterie des WoMos komlett leergesaugt hatten, dauerte es ein wenig, bis diese mit Hilfe von Solarstrom wieder soweit aufgepäppelt war, damit die elektrische Trittstufe und die SAT-Anlage am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt eingefahren werden konnten. Die Reise ging weiter, zurück auf den Camping Canelas an der Algarve. Dort trafen wir wieder auf Gonzalo, den hilfsbereiten, portugiesischen Rentner. Er wohnt im Sommer in Bad Urach und überwintert an der Algarve bis April. Er wiederum kennt jemanden, der einen kennt der deutsche Gasflaschen befüllt. Die Befüllung konnte tatsächlich durchgeführt werden, so als ob die Befüllung das Normalste der Welt ist. Dazu noch hat uns Gonzalo mit seiner Freundin Christine ein wenig die Stadt Albufeira beigebracht. Sein Hinweis auf die gut zu befahrenden Nationalstraßen hat uns obendrein Stress mit dem verzwickten portugiesischen Autobahnmautsystem erspart. 

Rosaflamingos – Ludo Trail – Faro

Vom Camping Canelas führte uns die Reise weiter nach Faro, wo sich in der Nähe des Flughafens, an der Küste, ein WoMo Stellplatz mit Gefängnischarakter  befindet. Die in Faro vorgelagerte Hafflandschaft reicht bis an die spanische Grenze. Hier spricht man auch von der Sandalgarve. Man nennt die Landschaft Ria Formosa und sie ist ein Naturschutzgebiet. Westlich des Flughafens gibt es in der Ria Formosa den so genannten Ludo Trail.

Iberische Elster – auf einem Golfplatz

Hier konnten wir viele Vogelarten beobachten wie z.B. Fischadler, Flamingos, Störche, Löffelreiher, Iberische Elstern, Wiedehopfe. Und das trotz der stählernen und lauten Vögel aus der Touristikluftfahrt, die über das Gebiet hinwegdonnern. Eine kleine Bootstour durch die Ria Formosa unternahmen wir mit einer Fähre vom WoMo Stellplatz nach Faro und zurück.

Im Tourismusbüro in Faro spielt der Musiker Joao Cuna mehrmals täglich auf seiner 12-saitigen Gitarre Fadomusik und eigene Interpretationen. Guitarra Portuguesa.

Sammlung Faro – Ria Formosa

Wir verlassen Portugal und kommen wieder nach Spanien.

Nächste Station war Sevilla, wo wir im nahegelegenen Dos Hermanas auf dem Camping Villsom übernachteten. Ins Zentrum von Sevilla fuhren wir mit den Fahrrädern auf super Fahrradwegen. Im Teatro Flamenco Sevilla – Espectacolo Flamenco – konnten wir eine Aufführung miterleben. Mit wenig Equipment – viel darstellen. Bravo ehhh.

Flamenco im Teatro Flamenco Sevilla

Leckere Tappas konnten wir in einer der zahlreichen Gaststätten in den engen Gassen der Altstadt unweit von La Giralda – den zum Glockenturm umgebauten Minarett probieren.

Auf der Plaza de Espana und dem sich anschließenden Garten – Parque de Maria Luisa lässt es sich aushalten.

Was man nicht gesehen haben muß ist die Casa de Pilatos. Ein vernachlässigtes Sammelsurium an maurischer Architektur und griechischen oder römischen Statuen. Mehrere Bereiche darf man nicht betreten und für den Besuch der Etage im ersten Stock  wird extra Eintrittsgebühr verlangt. Dazu habe ich einen entsprechenden Kommentar in Google Maps hinterlegt. 

Sammlung Sevilla

Von Sanlucar de Barrameda aus kann der Parque Nacional de Donana besichtigt werden. Der Nationalpark ist im Prinzip die Fortsetzung der Ria Formosa in Portugal und für Zugvögel eine Möglichkeit Zwischenstation vor dem Interkontinentalflug nach Afrika einzulegen. Leider waren die Ausflugsfahrten mit einem Geländefahrzeug für mehrere Tage im Voraus ausgebucht. Das nächste mal klappt’s bestimmt. 

Die Reise führte uns weiter nach El Palmar de Vejer bei Conil de la Frontera. Am Strand kann man hier Surfer beobachten. In Conil de la Frontera waren wir im Jahr 2010 für ein paar Tage während einer Rundfahrt durch Andalusien. In dem am Strand gelegenen Hotel Fuerte Conil Resort fragten wir vor Ort nach Unterkunft für 3 Nächte und bekamen ein günstiges Angebot mit Halbpension. Nach 6 Wochen im WoMo mal wieder mehr Wohnraum zur Verfügung zu haben ist dann schon entspannend. Frühstück und Abendessen dazu. Völlerei vorprogrammiert. Zudem war es zu der Zeit so, dass ziemlich viel Regen vom Himmel fiel und nach den 3 Tagen im Hotel die Region, wie auch die Region um Valencia, vom Unwetter über der Iberischen Halbinsel überschwemmt waren.

Über’s Wasser gehen – Conil de la Frontera – Drohnenaufnahme

Soweit es möglich war, kam die Drohne DJI Air 3 am Strand zum Einsatz um Surfer oder Strandbesucher zu fotografieren oder zu filmen. Beim Anwenden der Funktion POI (Point of interest) verlor die Drohne den Kontakt zum Objekt und wäre beinahe orientierungslos über dem Meer schwebend darin versunken. Mit dem Fernglas konnten wir nahe Conil mehrmals einen Fischadler über dem Fluss Ria Salado auf der Futtersuche beobachten. Allerdings suchte der nach frischem Fisch, nicht nach Salat.

Sammlung Conil de la Frontera

Je weiter man auf der iberischen Halbinsel nach Süden vorankommt, desto mehr Zeugnisse finden sich aus der Zeit der ehemaligen maurischen Besiedlung. Städtenamen und die Architektur sind Zeugen. Das macht das Land zu etwas Besonderem. Ein Paradebeispiel ist die Mezquita-Catedral de Cordoba. Sie war ab 784 eine im Laufe der Jahre immer weiter vergrößerte Mosche aus der Epoche des maurischen Spaniens und wurde nach der Rückeroberung (Reconquista) von Cordoba  ab 1236 mit dem Einbau von christlichen Kirchenelementen versehen. Beeindruckend sind die im Betsaal der Moschee scheinbar unendlich vielen aneinander und übereinander gereihten Hufeisenbögen aus maurischer Zeit und das Zusammenwirken von maurischer und gotischer Architektur. Das drückt irgendwie Unendlichkeit aus, wie das Universum. Ab 1523 wurde gar ein gotisches Kirchenschiff eingebaut. 

Faszinierende Hufeisenbögen in der Mezquita Catedral de Cordoba

In Cordoba gibt es zahlreiche blumengeschmückte Innenhöfe – Patios. Die Gebäude drumherum wurden früher von mehreren Familien bewohnt, wobei manche Einrichtungen als Gemeinschaftsräume genutzt wurden. Das Gießen der vielen, an den Wänden hängenden Blumentöpfe kann in heißen Sommern evtl. anstrengend werden.

Sammlung Cordoba

Von Cordoba fuhren wir weiter in die Region Extremadura in die Nähe von Navalvillar de Pela. Nördlich des Ortes gibt es das Observatorio de aves Moheda Alta. Dort parkten wir mit dem WoMo für 2 Nächte und konnten so quasi im Wohnzimmer des Winterquartiers von Graukranichen die Vögel sehr gut beobachten und diese Tag und Nacht trompeten hören. Wahnsinn. Schon vor dem Sonnenaufgang fliegen die ersten Kraniche von ihren Schlafplätzen aus , um den Tag auf den umliegenden Reisfeldern, an den Seeufern oder den sogenannten Dehesas zu verbringen.

Graukraniche (span. Grulus) bei Moheda Alta – Sonnenaufgang

Die Dehesas sind, wie hierzulande die Obstbaumwiesen, Eichenbaumwiesen, nur dass dort eben Eichenbäume Eicheln als Futter für die Graukraniche – spanisch Grulus – abgeben. Einige Kraniche konnten auch bei ihren Tanzspielen beobachtet werden. Bei anbrechender Abenddämmerung sammeln sich die Graukraniche und fliegen dann gemeinsam in großen Gruppen zu ihren Schlafplätzen zurück.

Eine Kranichfamile

Die jungen Graukraniche kann man an ihren braunen Köpfen erkennen, haben aber bereits die gleiche Körpergröße wie die erwachsenen Tiere, die man an rot gefärbten Flecken am Kopf unterscheiden kann. Als wir uns einmal den auf einem Feld stehenden Kranichen nähern wollten, flog die Gruppe ab und kreiste ein paar mal über uns, bis sie schließlich verschwunden waren. Das war ein Schauspiel, aber so nicht beabsichtigt, sorry. Blöd ist eben, dass ein Fotograf möglichst nahe ran ans Objekt kommen sollte, andererseits die Tierwelt eine Fluchtdistanz einhalten will, um rechtzeitig vor den Fotografen und anderen „Feinden“ abhauen zu können. Der Fotograf will doch nur knipsen, warum wissen die das denn nicht. Auf der weiteren Heimfahrt konnten wir Kraniche in Santo Domingo de Silos in Spanien sichten und in Moulins in Frankreich bei ihrer Flugreise ins Winterquartier. Den Sommer verbringen die Tiere in Skandinavien, um dort für Nachwuchs zu sorgen. Bei der Weiterfahrt streikt zum zweiten Mal die Servolenkung des WoMos. Wir kontaktieren den ACE. Die Dame am anderen Ende der Leitung meint, dass alle Pannenhilfe Wagen in Valencia wären. Wir sollen uns am Montag selber in eine Werkstatt schleppen. Erst am Ende des Gesprächs fragt die Dame nach dem Ort an dem wir uns aufhalten(!).

Sammlung Dehesa de Moheda Alta

Von dem Parque Nacional de Monfragüe erfuhr ich erst auf der Reise. Kaum dort angekommen konnte ich nicht glauben, wie viele Gänsegeier am Salto del Gitano im Himmel flogen.

Gänsegeier im Formationsflug

Fast so viele wie es in einem Kuhstall Fliegen hat, dachte ich. Manche Gänsegeier saßen sehr nahe in den Felswänden am Weg, viele weiter oben an den Felsen oder gegenüber dem Fluss Tajo in den Felswänden. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, insbesondere wenn die Sonne für Auftrieb sorgte. Zwei Geierpaare konnten auch beim Kopulieren beobachtet werden. 

Bedingt durch die Geologie – senkrecht stehende U-förmig gebogene Gesteinsschichten – bieten sich den Tieren sichere Nistmöglichkeiten in den Felsen. An 3 Stellen konnten wir im Park Gänsegeier Kolonien beobachten.

Bei einer Autofahrt durch den Park waren zahlreiche Rehe und Hirsche zu sehen. Die sind so an die Menschen gewöhnt, dass sie nicht flüchten und sogar im Straßenverkehr korrekt auf der linken Seite gehen.

Blaumerle

Eine männliche Blaumerle, ein blau gefiederter Sperlingsvogel, der zu den Singvögeln gehört, konnte beobachtet und fotografiert werden. Eine Wanderung durch den Park und zu der Burg Castillo de Monfrague bereicherten den Besuch.

Sammlung Parque Nacional de Monfrague

Mit einer Übernachtung in Salamanca fuhren wir weiter zum Monasterio de Santo Domingo de Silos. Der Ort liegt auf ca. 1000 Hm, womit die kühlen Temperaturen zu erklären sind. Nachmittags kreisten tieffliegend über dem Dorf  Gänsegeier und hoch oben am Himmel zog gleichzeitig ein Schwarm Graukraniche in V-Formation in Richtung Süden. In dem Kloster ist u.a. der seltene doppelstöckige Kreuzgang eine Sehenswürdigkeit. Um 19:00 besuchten wir eine Visperas, eine Messe in der Klosterkirche, in der die Mönche gregorianische Gesänge vortragen. Das Miterleben einer solchen Messe war durchaus besinnlich. Ich fühlte mich meinem verstorbenen Bruder und meinen Eltern nahe. Ein freilaufender Esel besuchte uns am WoMo Parkplatz. Der wollte vermutlich nur spielen, versuchte dabei aber zu beißen, was mit der Zeit nicht mehr lustig war, da er doch sehr kräftig ist. 

Auf einem Spaziergang über 2,5km von Santo Domingo de Silos entfernt, erreicht man die Schlucht namens Desfiladero de la Yacla. Es handelt sich um eine Klamm die man auf Stegen durchwandern kann. Zudem gibt es zahlreiche Greifvögel wie z.B. wieder die Gänsegeier zu sehen. 

Sammlung Santo Domingo de Silos

Die letzte Station in Spanien war die Halbwüste und das Biospärenreservat Las Bardenas Reales.

Las Bardenas Reales – Felsformation Castildetierra

Ockerfarbener Lehm ist für die Farbe der Landschaft verantwortlich. Der unterschiedlich harte Lehm eines ehemaligen Meeres wurde im Laufe der Zeit erodiert. Es bildeten sich abhängig von der Härte des Materials sehenswerte Bergformen (teils  Erdpyramiden) und ausgetrocknete Flussbetten. In dem Ort Arguedas wurden von Menschen Höhlenwohnungen in die Wände gegraben. Last but not least konnten wir auch hier Gänsegeier beobachten. Sie nisten in den Höhlen der Steilwände des Geländes und kreisten in großer Anzahl über einem begrenzten Gebiet in der Luft.

Sammlung Bardenas Reales

Die Fahrt nach Hause führte uns wieder nach Ondres und dauerte über Moulins in Frankreich zwei Tage bis Fellbach. Der erste Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit auf der Hinfahrt kam dann auch schon kurz nach der Rückkehr an. (%/gr$“)() Hoffentlich kommt da nicht noch mehr.

Auf der Reise konnten wir als WoMo Anfänger hilfreiche Erkenntnisse gewinnen und neue Erfahrungen sammeln. So konnten wir gegenseitige Unterstützung von WoMo Fahrern erleben, mussten bei HotSpots rechtzeitig am nächsten Stellplatz sein, um einen freien Platz zu ergattern. Probleme treten immer wieder auf, die sollte man als Herausforderung annehmen und in Ruhe nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Zum Beispiel, wenn man sich mit dem WoMo in engen Altstadtgassen verirrt hat. Für das harmonische Zusammenleben auf eng begrenztem Raum – ca. 12m² –  ist eine gute Portion Disziplin im Reisegepäck unerlässlich. Auf jeden Fall kommt man sich in der Karre näher und lernt die Stärken und Schwächen des Anderen besser kennen. Nach der Ankunft bzw. vor der Weiterfahrt kümmerte sich Sabine um das Interieur, ich um den Inhalt der Heckgarage und die Fahrräder auf dem Heckträger. Mit der Zeit entwickelte sich hierfür Routine. Mit dem mobilen Solarpanel (120W) konnten wir die Lithium Bordbatterie bei Sonnenschein für den Tagesbedarf auffüllen. Auf Parkplätzen kann man ohne Ver- oder Entsorgung übernachten, sofern es nicht ausdrücklich verboten ist. Die WoMo Übernachtungsplätze sind mit zahlreichen, uneinheitlichen Zugangssystemen ausgestattet – und bieten teils auch Sanitäreinrichtungen an. Positiv ist, dass man bei manchen Supermärkten einen Camper Service angeboten bekommt. Dazu zählen Ver- und Entsorgung für Umsonst und teils auch Reinigungsmöglichkeiten gegen Gebühr. Der Supermarkt freut sich dann auch über einen Einkauf. Auf Campingplätzen sind sämtliche WoMo Serviceangebote ebenso auch Sanitäreinrichtungen vorhanden – entsprechend sind dann auch die Übernachtungskosten. In der Nebensaison ist das Reisen allgemein deutlich entspannter. In Portugal wird für die Autobahnbenutzung eine Mautgebühr erhoben, die Kosten für Treibstoff sind ähnlich wie in Deutschland. In Spanien sind relativ wenige Autobahnabschnitte mautpflichtig, jedoch die Fahrbahnbeläge auch schlecht. Mit Hilfe der App Gasall können günstige Tankstellen gefunden werden – Diesel für € 1,25. Diese günstigen Tanken liegen dann gerne mal etwas Abseits. Den Tipp für die App bekam ich von einem spanischen Wohnmobilisten.

Das Beitragsbild am Anfang zeigt einen blattlosen und detailliert verzweigten Baum in Moheda Alta, Extremadura, Spanien bei Sonnenaufgang. Das Foto ist nebenher entstanden, weil der eigentliche Antrieb an dem Morgen war, Graukraniche beim Start in den Tag zu fotografieren.

Wenn man sich vorstellt, dass jeder der kleinsten Äste eine Sehenswürdigkeit auf der iberischen Halbinsel darstellt, wie viel Zeit braucht man dann, um alle zu besuchen? Kurzum, alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen hätte unsere Reisezeitvorgabe deutlich überschritten. Es ist eben auch eine Aufgabe, aus dem vielfältigen Angebot, die für einen persönlich wichtigen Details herauszufinden. Egal was in einem Reiseführer hervorgehoben wird.

Zu den im Text genannten Orten kann bei Interesse im Internet nach weiterführenden Informationen recherchiert werden. 

Technische Reisedaten:

Durchschnittliche Übernachtungskosten mit WoMo:  12,32 / Nacht für 2 Personen 

Gefahrene Kilometer: 7921km

Treibstoffverbrauch: 715 Liter

Durchschnittlicher Verbrauch auf 100km: 9,02 l / 100km

 

Zum Vergleich die Verbrauchsdaten eines Sherman Kampfpanzers aus dem 2. Weltkrieg:

Die folgende Karte zeigt die Gesamtübersicht der Reiseroute:

Lichter in NordNorwegen 2023

Sowohl die verschiedenartigen und verschiedenfarbigen Polarlichter in der Nacht, als auch die oft den ganzen Tag über tiefstehende und goldstrahlende Sonne  verzaubern die bergigen, teils schneebedeckten Landschaften in Nordnorwegen Anfang November 2023 in mitreißende Lichtstimmungen.  Durch die künstliche Beleuchtung jedes einzelnen Hauses, egal wo es steht, kommt schon Anfang November Weihnachtsstimmung auf. 

Diese Lichtstimmungen wahrzunehmen und mit den Kameras einzufangen war unser Ziel. Keine leichte Aufgabe, da die Launen der Natur eine wesentliche Rolle spielen.

In der Woche vom 07. bis zum 14. November war auf den Lofoten Tag und Nacht klarer Himmel. Eine entscheidende Voraussetzung für die Beobachtung der Polarlichter in der Nacht. Zudem gab es Anfang November größere Sonnenwind Eruptionen auf der Sonne, sodass sogar in Südeuropa am 06.11. Polarlichter beobachtet werden konnten. Am 13. November war Neumond, also günstig hinsichtlich der Lichtverschmutzung. In der zweiten Woche machte sich mehr und mehr der Winter breit. In Tromsö hatten wir am Ende der Reise 20-30cm Neuschneee.

Unsere beobachteten Erscheinungsformen der Polarlichter – Northern Lights – in dieser Woche.

Bogen, Bögen

Mortsund-09-11-2023_20-55-44 – 3 parallel verlaufende Bögen mit beleuchtetem Baum

Strahlen

Svolvaer-10-11-2023_23-20-15 – Strahlenvorhang über der Rorbuer Unterkunft

Vorhänge

Flakstad-Beach-07-11-2023_22-03-27

Bänder

Uttakleiv-08-11-2023_21-00-20Kräftige, parallel verlaufende Bänder am Uttakleiv Beach


Mortsund-09-11-2023_21-04-13 – Ein Band mit den Farben Grün, Weiss und Violett

Korona

Eine Korona erscheint direkt vom Himmel herunter und lässt dem Betrachter Raum für seine Phantasie. Der Beobachter steht wie unter einer Lichtdusche.  

Mortsund-09-11-2023_21-12-47 – Gespenster in der Luft … (?)


Mortsund-08-11-2023_23-06-31 – Fliegender Teppich … (?)

Diffuse Schleier

Uttakleiv-08-11-2023_21-42-31 – Ein Fotograf am Uttakleiv Beach – Polarlichter zum Greifen nah …

Uttakleiv-08-11-2023_21-40-27 – Diffuse Schleier nach einer heftigen Polarlichtaktivität

Pulsierende Flecken

… sind sehr selten und von uns vermutlich nicht beobachtet worden. Deshalb hier auch kein Foto.

Bedeckter Himmel

Hamn-i-Senja – Bei wolkenbedecktem Himmel scheinen die Wolken grün vom Himmel – von den Polarlichtformen ist nichts zu sehen.

Milchstrasse oder Sternbilder mit Polarlichtern

In einer Nacht mit Neumond konnten schwache Polarlichter zusammen mit der Milchstrasse fotografiert werden. Mit bloßem Auge erscheinen die Polarlichter eher wie helle Wölkchen am Himmel.

Hamn-i-Senja-14-11-2023_00-21-05 – Mondlichtlose Nacht


Uttakleiv Beach-08-11-2023_21-04-30 – Polarlichter mit Sternbild Großer Wagen. Damit die Sterne etwas heller erscheinen wurde der Fokus leicht unscharf gestellt

Die goldene Stunde – nennt man die Zeit nach Sonnenaufgang bzw. vor dem Sonnenuntergang in der die Sonne ein goldfarbenes Licht wirken lässt. Die goldene Stunde weilte zu dieser Jahreszeit im November den ganzen Tag.

Ort: 68°31’33- N 17°21’43- E  – Zeit: 13-11-2023_10-35-25 – auf der Fahrt von Harstad nach Hamn-i-Senja kommen wir an vereisten Bäumchen vorbei – Außentemperatur bis zu -20° Celsius.

Goldene Stunde mit Wasserspiegelung / Polarlicht

Leknes-09-11-2023_10-01-20 – Nicht nur die Straßen sind spiegelglatt – die Wasseroberflächen ebenso …


Reine-09-11-2023_13-38-44 – Spiegelbild -Idee von Sabine …


Mortsund-08-11-2023_20-35-05 – Polarlicht mit Spiegelung im Meer

Die blaue Stunde ist die Zeit vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang in der der Himmel eine intensive blaue Farbe beim Fotografieren abgibt.

Harstad-13-11-2023_08-19-40 – Die Aufnahme der Wendeltreppe erfolgte mit einem Smartphone in der Einstellung RAW Aufnahme.

Svolvaer-11-11-2023_00-01-17 – Ruhe nach dem Polarlicht-SubSturm – rechts vorne unsere Rorbuer Unterkunft ( Svinoeja Rorbuer )

Sonnenuntergang bei Henningsvaer um 14:30 Uhr – 

Henningsvaer-11-11-2023_14-30-05

Tromsö – Abschluß der Reise zu den Lichtern im Norden bei buntem Kunstlicht

Ishavskathedrale


Ishavskathedrale


Im Hafen von Tromsö liegt ein Schiff der Hurtigruten namens MAUD


MAUD von der Ishavskathedrale aus gesehen


Hafen von Tromsö – hier kann man auch Baden gehen


Tromsö Arctic Pride 2023 – bunte Vielfalt

Polarpark

Der Besuch des Polarparks bei um die -20° war nur von kurzer Dauer. Die Bären hatten sich schon in den Winterschlaf begeben. Denen war’s zu kalt ….

Wolf


Elchkuh


Luchs

Zwei Seeadler bei Hamn-i-Senja.

Zwei Seeadler bei Hamn-i-Senja. An der Atlantikküste wurden die majestätischen Vögel immer wieder gesichtet.

Die Reiseroute / Standorte

Von Süd nach Nord – Bodö, Mortsund, Svolvaer, Harstad, Hamn i Senja, Malangen, Tromsö

Reiseroute von Süd nach Nord

In den Sommermonaten kann in den Regionen von Nordnorwegen der Mittsommer erlebt werden. Bin gespannt auf diese Eindrücke.

Detaillierter Reiseverlauf und Fotostrecken 

Auf der Anreise nach Norwegen über Düsseldorf besuchten wir in Bochum am Sonntagabend das Musical – Starlight Express. Der Titel passt zufällig zu unserem Reisethema. Beim Anflug auf den Flughafen von Bodö in Nordnorwegen am Montagabend konnten nach mehreren Versuchen die ersten Polarlichter mit der Kamera aufgenommen werden. Aufgrund der Doppelverglasung  der Flugzeugfenster und der damit einhergehenden Reflexionen etwas schwierig. In Bodö angekommen entdeckten wir auf dem Fußweg zum Hotel die ersten Polarlichter in Form von Bändern über der hell erleuchteten Stadt.

Am folgenden, späten Nachmittag ging es mit einem Mietwagen und einer Fähre auf die Lofoten, zunächst zum Fährhafen nach Moskenes. Bei der Ankunft auf den Lofoten war der Himmel aufgrund von Bewölkung dunkel. Nachdem wir ein paar Kilometer in Richtung Mortsund gefahren waren stoppten wir an einem Parkplatz mit wenig Lichtverschmutzung. Hier entdeckten wir helle, grünliche Stellen zwischen den Wolken. Die hellen Stellen breiteten sich mehr und mehr aus, weil sich die Wolken verzogen und den Blick in den Sternenhimmel mehr und mehr freigaben. Schließlich entwickelte sich ein beeindruckendes Polarlicht Schauspiel über dem Meer und direkt über uns,  vermutlich ein Substorm.  Die Fahrt ging dann weiter zum Strand von Flakstad, wo am Himmel über dem Meer in nördlicher Richtung von West nach Ost ein langgestreckter Polarlicht Vorhang deutlich zu sehen war und über den Wolken bzw. Bergen verschwand. Hier verweilten wir eine Zeit lang, beobachteten und fotografierten die sich ständig verändernden grünen und roten Lichter am Himmel. Auf der Weiterfahrt konnte noch die Kirche von Flakstad in ein Polarlicht Foto eingefügt werden. Die hell erleuchtete Kirche wurde mit einem Finger vor dem Objektiv abgedunkelt. Auf der Weiterfahrt machten wir einen Abstecher zum Haukland Strand. Hier konnten allerdings nur noch diffuse Polarlichter am ganzen Himmel verteilt fotografiert werden. Unsere Unterkunft in Mortsund erreichten wir schließlich erst kurz nach Mitternacht. Selbst hier konnten von der Terrasse aus Polarlichter und und weitere Schauspieler des Nachthimmels beobachtet werden: Jupiter, die Pleijaden (Siebengestirn) , das Sternbild Orion war aufgegangen und schließlich hatte gegen 01:45 die Mond noch einen Auftritt. Der stieß leider gegen einen Berg. 

Die erste Nacht auf den Lofoten

Am folgenden Tag war der Sonnenschein für uns nur von kurzer Dauer, da wir nach der aufregenden Nacht erst gegen  11 Uhr aus den Federn krochen und die Sonne sich gegen 15 Uhr schon wieder in den Feierabend verabschiedete. Vorbereitung auf die zweite Polarlichtjagd Nacht. Bei der abendlichen Fahrt zum Uttakleiv Strand wurde ein mehrfach kräftiges Polarlichtband im spiegelglatten Meer reflektiert. In Uttakleiv angekommen , konnten wir das faszinierende Schauspiel am Himmel über dem Strand und Meer weiter verfolgen. Auch an diesem Abend steigerte sich die Intensität der Lichter immer mehr, intensive grüne und rote Farben tanzten am Himmel. Bis dem Schauspiel der Energienachschub ausging und wieder in sich zusammenfiel. 

Die zweite Polarlichtnacht

Der folgende Tag führte uns tagsüber nach Reine im Süden der Lofoten sowie nach Vikten, wo zumindest im Sommer eine Glasbläserei in Betrieb ist. Durch die spiegelglatte Meeresoberfläche fanden wir entlang der Fjorde und in den Ortschaften Fotomotive zuhauf. Über dem Hafen von Reine kreisten Möwen und darüber noch ein Seeadler. Sie hofften wohl auf Futter aus der Fischerei.

Lofoten – Reine

Die dritte, intensive Polarlichtnacht konnten wir nahe der kunstlichtarmen Unterkunft in Mortsund beobachten. Hier war bereits am frühen Abend ein grünes Band am Himmel zu sehen welches die Meeresoberfläche in eine grüne Fläche verwandelte. Die Intensität der Polarlichter wurde stärker und es entwickelten sich mehrere parallele Bänder am Himmel. Ein Haus auf der einen Seite und ein Berg auf der anderen Seite konnten in die Fotos integriert werden. Die Intensität der Polarlichter wurde plötzlich so stark, dass wir auch lilafarbene, bandförmige Lichter beobachten und fotografieren konnten. Das Finale endete in einer Polarlicht Korona bei der man den Eindruck hat, das Licht schießt direkt vom Himmel auf den Beobachter herab, so als ob er unter einer Dusche steht. In diesen Momenten kann man phantastische Lichtfiguren beobachten und fotografieren. Kurz danach ist der Spuk dann wieder vorbei gewesen und es war noch längere Zeit ein Restrauschen am Himmel zu beobachten. 

Die dritte Polarlichtnacht

Bevor wir am Freitag den Standort nach Svolvaer wechselten besuchten wir den Fischerort Nusfjord und spazierten ein Weile in dem gut erhaltenen Museumsdorf umher.

Bilderstrecke Nusfjord

Der Standort in Svolvaer war eine urige Rorbuer Unterkunft – Svinöya Rorbuer.  Auf der Fahrt kamen wir noch am Wikingermuseum bei Borg vorbei. Es hatte leider geschlossen. Dafür machten wir einen Abstecher nach Eggum, wo nicht weit entfernt eine Skulptur namens Hode steht. Das spezielle an der Skulptur ist, dass sie einen menschlichen Kopf darstellt, der sich bei der kreisförmigen Umrundung um 180° durch den Betrachter um 180° umdreht, sodass der Kopf dann mit der Schädeldecke auf der Basis steht. Ein geniales Kunstwerk. Wie kommt jemand auf die Idee?

Abends konnten wir in Svolvaer, unweit von unserer Unterkunft, Polarlichter über der Stadt und dem beleuchteten Berg Flöya beobachten und fotografieren. Lange Zeit stand eine Bandform am Himmel. Gegen 23:20 wurde das Lichterspiel über der Stadt intensiver und es tanzte ein grün und rot leuchtendes Strahlengebilde scheinbar direkt über unserer Unterkunft. Trotz der Lichtverschmutzung durch die Kunstlichter der Stadt, konnten die Polarlichter deutlich beobachtet werden. Nach kurzer Zeit zeigten sich noch diverse grüne, gekräuselte Formen, bevor das Lichtspektakel gegen 00:00 abflaute. 

Svolvaer und Kunstwerk Hode

Am Samstag, 11.11., fuhren wir über Kabelvag nach Henningsvaer an der Ostküste der Lofoten. Auf dem Weg bot sich die aus Holz gebaute Lofoten Kathedrale, die Vagan-Kirche, als Fotomotiv für Mehrfachbelichtungen an. Bei einem Dorfrundgang in Henningsvaer und in der näheren Umgebung inspizierten wir günstige Positionen für die Polarlichtbeobachtung in der kommenden Nacht. Eine Besonderheit in dem Ort ist der Fußballplatz auf einer Insel. Der Platz und die Umgebung könnten mit einer Foto-Drohne aus der Luft aufgenommen werden. Entgegen der vorhergesagten Polarlichtaktivität war an dem Abend während unserer Beobachtungszeit leider kaum etwas von Polarlicht am Himmel zu sehen. Die Milchstraße bot sich als Fotomotiv an, gepaart mit schwachem Polarlicht.

Henningsvaer

Sonntags fuhren wir weiter zur nächsten Unterkunft nach Harstad. Die Fahrt mit einer Fähre sorgte bei Sabine für heftige Schmerzen im kleinen Finger, weil sie sich diesen beim Aussteigen aus dem Auto – selber – in die Türe einklemmte. Wie das geht weiß ich auch nicht. Jedenfalls großes Aua. Das Hotel in Harstad bietet günstige Übernachtungsmöglichkeiten im Prinzip mit Vollpension. Am Abend fuhren wir an die Küste zum Aussichtspunkt Nupen. Dort mußten wir und eine Gruppe Amerikaner feststellen, dass Polarlicht launisch sein kann. Es waren mit bloßem Auge im Prinzip nur ein paar helle Wölkchen zu sehen.

Harstad

Der folgende Tag führte uns zunächst zum Polarpark. Dort kann man bei Eiseskälte Tiere besuchen, die sich in den Polarregionen bei den Temperaturen um -20° wohlfühlen. Der Besuch war von kurzer Dauer, zumal nicht alle Gehege zugänglich waren und der ganze Park scheinbar Winterschlaf hielt. Trotzdem gelangen ein paar Fotos durch den Maschendrahtzaun hindurch.

Polarpark

Am Abend erreichten wir Hamn i Senja. Eine sehr komfortable Anlage mit der Möglichkeit zur Polarlichtbeobachtung abseits von störender Lichtverschmutzung. Tagsüber bieten sich Bootsausflüge in die Karibik Norwegens und zur Seeadlerbeobachtung an. Rafting in Meeresströmungen ebenso, Hier konnten wir bei klarem Himmel in der Nacht unsere letzten, eher schwachen Polarlichtfotos auf dieser Reise aufnehmen. Zum Teil gepaart mit der Milchstraße waren schwache Lichter in gewisser Entfernung über dem Meer zu beobachten.

Hamn i Senja , Gryllefjord – Tungenes

Für den Rest der Woche herrschte bewölktes Winterwetter wobei wir zum Wochenende hin mit 20-30cm Neuschnee konfrontiert wurden. Durch die Wolken hindurch können Polarlichter nicht beobachtet werden. Der Himmel bzw. die Wolken leuchten vielleicht ein wenig diffus grün, aber mehr ist nicht zusehen.

In Malangen-Resort ist für die Polarlichtbeobachtung ein Camp Nikka eingerichtet. Dies liegt abseits im Wald am Rande eines Sees mit Blick in Richtung Norden. Bei günstigen Bedingungen sicher eine gute Adresse. Wir liehen uns tagsüber Schneeschuhe und umrundeten den See Nikkavatnet – ca. 3km.

Abschluß der Reise war schließlich in Tromsö. Das Tor zur Arktis. Die betriebsame Stadt bietet zum Finale in der Nacht nochmal bunte Fotomotive mit Kunstlicht. Ein Schiff der Hurtigruten liegt im Hafen und entlässt aus seinem Bauch die Passagiere, in roten Jacken gekleidet, zu Ausflügen in die Stadt. Weihnachstimmung kommt hier schon Mitte November auf. SOS, die Stadt versinkt im Schnee. Ab 28.11 bis zum 13.01 ist hier Polarnacht.

Malangen Resort und Tromsö

Danksagung für die Geschenke zum 60. Geburtstag

Ein Geschenk zu meinem 60. Geburtstag ist ein zweistündiger Flug mit einem Hubschrauber über die Schweizer Bergwelt. Ohne Sabine – dafür mit einem fremden Fotografen. Dafür bin ich eher nicht der Typ.  Vielleicht aus Angst – zum Einen wegen der Absturzgefahr und zum Anderen in der kurzen Zeit nix Vernünftiges auf die Reihe bzw. in die Kamera zu bekommen.

Lieber Polarlichter erleben in Norwegen. Die zwei Wochen in Nordnorwegen / Lofoten organisierten wir komplett selber unter Orientierung an den Berichten des Fotografen Stefan Seip.  In den zwei Wochen hatte ich die erforderliche Zeit, um auf der Jagd nach den Polarlichtern das Fotografieren dieser teils phantastischen Lichterscheinungen zu üben. Sabine konnte diese Erfahrung ebenso aufnehmen. Solange die Sonne tagsüber vom Himmel strahlte, nahm ich eine warme Lichtstimmung wahr und versuchte die auf die Platte zu bannen. Vielleicht ist auch ein wenig von der Kälte zu spüren. Man muss nur genau hinschauen. Also, danke an alle Sponsoren dieser erlebnisreichen Expedition.

Ein weiteres Geschenk zu meinem 60. Geburtstag, von Renate und Volker, war ein Wochenende im Juni 2021 zum Thema Actionfotografie – Seeadler, Milan & Co.  Mit dem Fotografen Holger Tange aus Hamburg und Fred Bollmann von Ranger Tours aus Feldberg ging es in einer kleinen Gruppe mehrmals mit einem Elektroboot auf die umliegenden Seen von Feldberg.  Hier der Link zu diesen Fotos:

Seeadler-Milan-&-Co

   

Normandie – Juli 2023

Tour de Normandie im Juli 2023 – Vom Mont St. Michel bis zum Jardin Monet.

Die ersten beiden Wochen im Juli ging es in die Normandie in Frankreich. Mit dem Wohni fuhren wir auf der Hinfahrt über einen Zwischenstopp am Lac du Der bis zum Mont Saint Michel. Der Klosterberg an der Küste ist je nach Ebbe oder Flut eine Insel oder eben nicht. Das Meer zieht sich bei Ebbe angeblich bis zu 15 km zurück und der Tidenhub beträgt je nach Stellung des Mondes bis zu 15m. Jedenfalls konnten wir vom Berg herab während der Klosterbesichtigung in der Ferne kein Meer erkennen. Der Klosterberg zieht wie ein Magnet Touristen an. Er stellt mit seiner Bauweise der Klosteranlage z.B. deshalb etwas besonderes dar, weil die Anlage eben in die Höhe gebaut wurde und nicht wie so viele andere Anlagen in die Ebene.  

Soweit das Auge reicht – Ebbe am Mont Saint Michel

Der Erzengel Michael auf der Turmspitze von Mont Saint Michel ( mit 600mm Tele )

Sammlung Mont St. Michel

Die zweite Station war am Omaha Beach auf dem gleichnamigen Campingplatz – Der Omaha Beach war einer der Landungsstrände der Alliierten  in der Normandie am 06. Juni 1944.

Soldaten beim Ausstieg aus einem Landungsboot

Basierend auf diesem geschichtsträchtigen Ereignis gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Erinnerungskultur. Künstlerische Mahnmale, riesige Soldatenfriedhöfe, gammelnde Betonbunker und veraltetes Kriegsgerät sind häufig ausgestellt. In den zahlreichen Museen wird gerne anhand von Einzelschicksalen der Teilnehmer an den Tag der Landung erinnert. Schließlich schafften es die Alliierten am 06.06. 1944 bis zum Abend an die 150.000 Soldaten an Land zu bringen.  Allerdings gab es dabei leider auch zahlreiche Verluste.

Amerikanischer Soldatenfriedhof in Colleville / Normandie / Frankreich / Omaha Beach

Mit den Fahrrädern fuhren wir an der Küste entlang in östlicher Richtung über Port en Bessin bis nach Arromanches-les-Bains wo im 2. Weltkrieg von den Engländern der größte künstliche Hafen gebaut wurde. Am folgenden Tag fuhren wir auf einem schönen Radweg entlang der Küste in westlicher Richtung zunächst bis zum Pointe du Hoc – wo die Wehrmacht eine umfangreiche Artilleriestellung gebaut hatte. Die kam nie zum Einsatz, da sie vor der Landung der Aliierten zerstört bzw. abgebaut wurde. Heute ist an diesem Küstenabschnitt ein Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Gegen den Strom oder gegen den Wind beim Pointe du Hoc.

Anschließend ging es mit den Rädern retour und weiter nach Bayeux. Ein beschauliches Städtchen in dem ein ca. 68m langer Wandteppich ausgestellt ist: La Tapisserie de Bayeux. Auf dem Wandteppich wird die Eroberung Englands im Jahr 1066 durch Wilhelm, Herzog der Normandie, erzählt.

Ein Detail aus dem Wandteppich von Bayeux ( Foto von einer Postkarte )

Wilhelm der Eroberer fährt mit einer Schiffsflotte nach England

In der Patisserie / Confiserie „A la Reine Mathilde“ in Bayeux gibt es unwiderstehlich leckere Süssigkeiten. Mmmmmhhhhh.

Sammlung Landungsstraende / Bayeux

Weiter ging die Normandie Tour zur Cote Fleurie – nach Deauville / Trouville / Honfleur. Bemerkenswerterweise ist der  Name unseres Campingplatzes „Le Chant des Oiseaux“ – also Vogelgesang. Während in Deauville die Leichtigkeit des Lebens gelebt wird,

Die Leichtigkeit des Seins – am Strand von Deauville

genießen die Touristen in Trouville am Fischmarkt das frisch zubereitete Meeresfrüchte Menü. 

Eine Radtour führte uns nach Honfleur. Ein Ort den man laut Reiseführer aufgrund seiner Geschichte gesehen haben muß. Hüte und Mützen gibt es dort übrigens auch.

Spielregeln …

…  na und ?

Sammlung Cote Fleurie

An der Cote d’Albatre wählten wir den kleinen, überschaubaren und ruhigen Ort Yport als Standort. In Etretat liefen sich die Touristen über die Füße. Von Yport aus unternahmen wir an einem Tag eine Wanderung entlang der Küste nach Etretat bis zum Jardin d’Etretat – küntlerische Buchsgewächse sind z.B zu sehen.

Jardin d’Etretat mit Falaise d’Aval im Hintergrund

Am folgenden Tag buchten wir eine Bootstour entlang der Küste von Fecamp aus entlang der Küste nach Etretat zu den Felsbögen. Vom Wasser aus sieht man die Küste aus einer komplett anderen Perspektive als von oberhalb der Küste. Die Bootsführer machen während der zweistündigen Fahrt einen tollen Job. Rasante Speedphasen wechseln sich mit informativen Stops ab. 

Mit 650 Ps über die Wellen

Man sieht vom Meer aus in den Felsformationen u.a. Gesichter und Mammuts und bekommt den Durchblick durch 3 Felsbögen. Die Durchfahrt durch einen Bogen gehört dazu. An mehreren Stellen an der Küste sieht man Abbrüche durch die fortdauernde Erosion. Nicht ungefährlich, wenn man sich dort aufhält. 

Falaise La Manneporte und Falaise d’Aval und La Falaise d’Amont

Sammlung Cote d’Albatre

Die Hauptstadt der Normandie ist Rouen. Dorthin fuhren wir von unserem Standort nahe Giverny aus mit der Bahn und nahmen die Fahrräder mit. In der Altstadt gibt es aus dem Mittelalter die typischen Fachwerkhäuser – mittlerweile teils krumm und schief. Auf dem Vieux Marché wurde 1431 Jeanne d’Arc verbrannt. Gruselige Vorstellung.

Le Vieux Marché / Rouen

Aufgang zur Bibliothek in der Kathedrale in Rouen / Normandie

Le Gros Horloge – Uhrenturm in Rouen mit Fachwerkhäusern.

Sammlung Rouen

Das Ende unserer Normandie Reise bildet ein Besuch des Jardin Monet in Giverny. Ein eher  kleiner Garten aus dem der Maler Claude Monet mit entsprechenden Perspektiven schöne Bilder herstellen konnte. In der Anlage gibt es den Garten mit Seerosenteich, kleine Brücken, ca. 100.000 Pflanzen oder Blumen und an dem Sonntag gefühlt ca. 200.000 Touristen. Besucher aus Deutschland hatten angeblich Zeitfenster Tickets gebucht. Scheinbar hat das vor Ort jedoch niemanden interessiert.

Seerosenteich im Jardin Monet

… ein paar wenige der gefühlt 200.000 Besucher … 

Sammlung Jardin Monet

Auf der Tour de Normandie waren wir mit dem Wohnwagengespann unterwegs. Die Fahrräder waren während der Fahrten im PKW verstaut. Der Wohnwagen konnte also auch zwischen den Sationen für kurze Pausen voll genutzt werden. An einem Campingplatz angekommen richteten wir uns nur minimal ein. Also kein Vordach, nur Stühle und Tisch auspacken. Das Wetter spielte zum Glück entsprechend mit. Auf den Campingplätzen bekamen wir ohne Reservierung immer einen Stellplatz, manchmal sogar mit Meerblick. So war diese Tour ein gelungener Test für weitere derartige Unternehmungen im kommenden Jahr.

Lac du Der – Chanteqoc

Den künstlichen See – Lac du Der – Chanteqoc – besuchten wir dieses Jahr mehrmals. Zum einen auf der Durchreise zur bzw. von der Normandie. Einmal von Munster im Elsass aus zur Erkundung. 

Chanteqoc

Der See dient in erster Linie zur Wasserversorgung von Paris. Er liegt in einer dünn besiedelten Gegend bei St. Dizier. Bei der Flutung gingen 3 kleine Dörfer baden, eines davon nannte sich Chanteqoc – also da wo der Hahn kräht.

Neben Wassersport Angeboten gibt es ein paar Campingplätze um den See verteilt. Das westliche Ufer und weitere Uferzonen sind für die Vogelwelt reserviert. Es gibt zwei Beobachtungsstände für Ornithologen einer im Westen und einer im Osten bei der Kirche.  Die Rundtour am Ufer entlang sind ca. 36km mit dem Fahrrad.

Marina

Für Ornithologen sehr interessant ist die Zeit in der die Grau Kraniche auf ihrer Migration von Nordeuropa nach Spanien am Lac du Der eine Rast einlegen.

Zufälligerweise konnte ich bei einer Radtour am hellichten Tag einen Fuchs mit Beute im Maul fotografieren. 

 

Sammlung Lac du Der – Chanteqoc

Vogesen / Elsass – Mai / Juni 2023

Aufenthalt über zwei Wochen im Elsass / Vogesen – Mai / Juni 2023 – Zeit für weiteres Radsporttraining und Französisch Konversation in den Vogesen. Neue Entdeckungen gab es obendrein. 

Munster und Munstertal

In den ersten Tagen des Aufenthalts war Sabine mit dabei. Die gemeinsamen Ausflüge führten nach Gerardmer, Le Hohneck, Munster, zum NaturoParc nahe Hunawihr und nicht weit davon entfernt zur Volairie des Aigles oberhalb von Kintzheim. In den Tagen als ich alleine war radelte ich über einige von den vielen Passstrassen ( Cols ) in den Vogesen. Neue Entdeckungen waren in dem Zeitraum u.a. die Ferme aux Rennes zusammen mit der Auberge du Schantzwasen. Auf der anderen Seite der Vogesen gibt es unweit von Plainfaing die Confiserie des Hautes Vosges – dort besteht die Gefahr schon beim Vorbeiradeln Karies zu bekommen. Der Ort Munster ist immer bemüht seinen Besuchern etwas zu bieten – dieses mal war es ein Pfingstmarkt (Marché de Pentecote) mit musikalischem Rahmenprogramm. Auf den vielen Almen grasen die Kühe, damit der geschmacksintensive Münsterkäse – ( au lait cru ) – nicht ausgeht. 

Ein Hauch von Exotik in Munster 

Zu den Fotosammlungen:

Auf dem markanten, baumlosen Berg – Le Hohneck – waren wir einmal tagsüber und einmal am Abend bei Sonnenuntergang.

Blick vom Le Hohneck nach Westen – Im Tal der See namens Lac de Longemer-Vologne

Le Hohneck

NaturoParc in Hunawihr mit exotischen und einheimischen Tieren. Ein frecher Storch geht von Tisch zu Tisch und hält nach Leckereien Ausschau.

Leberkäsbrötchenschnäpper

Black swan

NaturoParc – Hunawihr

Die Ferme aux Rennes ist zusammen mit der Auberge du Schantzwasen in dem Gebiet Tanet zu finden – auf dem Weg von Munster zum Col de la Schlucht.

Junges, männliches Rentier im Waldgehege

La Ferme aux Rennes

In der Volerie des Aigles oberhalb von Kintzheim gibt es ca. 80 Vögel aus 30 Tierarten aus der ganzen Welt. Es finden mehrmals täglich beeindruckende Flugvorführungen statt. Die Vögel fliegen direkt über die Zuschauer hinweg. Bei der Fütterung der Milane kann einem fast schwindelig werden – so ein Durcheinander. Sie fangen das Futter mit den Füßen und fressen es im Flug. Ein Falke scheint auf dem Rücken zu fliegen – verdrehte Sache. Zum Fotografieren der Tiere ist die Einrichtung eine tolle Sache – mit meinem Tele 70-200mm / 2.8 gelangen relativ scharfe Aufnahmen.

Ob die Adlerwarte  für die Tiere vorteilhaft ist, ist eine andere Frage. Grund zur Beanstandung sah ich nicht.

Schmutzgeier – verwendet einen Stein als Werkzeug um ein Straußenei zu knacken.

La Volerie des Aigles  

Südtirol – Norditalien 2023

Ende April 2023 in Südtirol und Norditalien – Zeit für Radsporttraining in Südtirol und neue Entdeckungen in der Umgebung.

Passo Mendola

Südtirol bietet für das Radsporttraining umfassende Möglichkeiten abseits den viel befahrenen Autostrassen. Von flachen Strecken entlang der Flüsse Etsch und Eisack über moderate Anstiege wie z.B. auf den Mendelpass als auch unheimlich steile Anstiege von über 20% von z.B. Söll nach Altenburg. Der Aufenthalt über zwei Wochen lässt neben dem Training auch Zeit für Erholung und Ausflüge. Auf dem Campingpark Steiner wird seit der Eröffnung des Hallenbads in 2020 abends entspannende Wassergymnastik angeboten. 

Bardolino / Hafen

Bei einer Radtour unter Einbeziehung der Bahn ging es von Rovereto über den Gardasee und Tobliner See über relativ steile Anstiege ein Stück weit zum Monte Bondone hoch und wieder hinab nach Trento. Vermutlich haben diese fordernden, steilen Anstiege meine rechte Leiste, die vermutlich schon angeschlagen war, überfordert. Am folgenden Tag trat beim Pinkeln auf der rechten Seite in der Leistengegend ein Bobbel heraus und ich hatte zudem Schmerzen. Jedenfalls besuchte ich am Montag nach der Tour die Ambulanz im Krankenhaus von Bozen.  Die Diagnose des arabischen Arztes war dann eben – Leistenbruch, rechts. 

.. oder Zitronenkuchen

Trotz der Diagnose konnte ich weiterhin moderat trainieren, jedoch mit Einschränkungen. Gelegentlich war es erforderlich den an der Bruchstelle austretenden Dünndarm wieder in den Bauchraum zurückzudrücken. 

Auf dem Ausflugsprogramm standen Ausflüge zum Val di Non, Gardasee und auf dem Radweg vom Gardasee nach Verona 

Die Fotosammlung enthält weitgehend Fotos, die mit Smartphones erstellt wurden.

Zur Fotosammlung bitte über den folgenden Link:

Suedtirol-Norditalien-2023

25 Jahre Radsport

Radsport von 1997 – 2022.

25 Jahre ist es her seit der ersten dokumentierten Teilnahme an einer Radsportveranstaltung – Alb-Extrem 1997 – 210km / 3400 hm – mit einem Trecking Rad. Das Rad war bzw. ist mit ca. 16kg eigentlich viel zu schwer für solche Unternehmungen. Trotz Reifenpanne erreichte ich das Ziel. Mit dem gleichen Rad ging es 3 Monate später, im September, nach Alpirsbach zum Schwarzwälder Ultra Radmarathon – Gerd Marquardt fuhr ebenso mit.

Schwarzwälder Ultra Radmarathon 1997 – Bei der Auffahrt zum Kandel mit dem Trecking Rad von Atala – lange Radhosen und Anorak – lilafarbener Helm passend zur Radfarbe – geht’s noch? Links im Bild hinter mir fährt ein Krankenwagen – er kam nicht vorbei.

Angefangen habe ich das Radfahren in größerem Umfang also 1997. Davor waren wir Singvögel gerne mit den Kindern im Altmühltal – Treuchtlingen bzw. Dollnstein. Im flachen Altmühltal waren wir tagsüber auch mal mit dem Rad unterwegs. Ich kann mich daran erinnern, dass ich dort abends die eine oder andere Runde mit dem Rad unterwegs war und mir in der ruhigen Zeit den Wind um die Ohren sausen ließ.

Matthias Engelfried hat mir 1997 von dem Radmarathon Alb-Extrem erzählt. Bei der Veranstaltung war er schon dabei gewesen. Dann hab ich von der Radsportgruppe in der Fa. TRUMPF erfahren und mich der Gruppe angeschlossen, um bei Alb Extrem dabei zu sein. Seit 1997 nahm ich regelmäßig teil – immer am letzten Sonntag im Juni – es sei denn es gab parallele Veranstaltungen wie den Maratona Dles Dolomites oder gar die Tour Transalp. 

 

Alb Extrem 2008

Nach dem Radsport Marathon Auftakt in 1997 ging es 1998 zum Ötztaler Radmarathon mit Alexander Heinrich und Thomas Bürkle. Die ersten Alpenpässe wurden überquert – u.a. das Timmelsjoch auf über 2500m. Bei der Abfahrt nach Sölden war es jedenfalls saukalt, weil wir spät dran waren.

 Im August 2000 war ich mit Triathleten vom TSV Schmiden in Schötz / Schweiz zum ersten Mal bei einem 24 Stunden Rennen dabei. 3 Fahrer, die sich abwechseln durften, bildeten eine Mannschaft. Tag und Nacht – es gab nur wenig Schlaf. 879,78km war unser Ergebnis. 2001 fiel Jörg als Mitstreiter aus, 2002 waren wir wieder ein Dreierteam – Alex, Jörg und ich – mit 1002,54km wurde die 1000er Marke geknackt. Jörg sei Dank. 

In 2003 erzielte ich bei Alb-Extrem 280 km und 4400 hm. Anschließend im August nahm ich als Einzelstarter an dem 24 Stundenrennen in Schötz teil. Robert Köber war ebenfalls erfolgreich am Start. Tagsüber war es außergewöhnlich warm. Für die Radfahrer wurde extra eine Durchfahrdusche installiert um ein wenig Kühlung zu spendieren. In den 24 Stunden konnte ich inklusive einer ausgedehnten Mittagspause eine Strecke von 716,1km abspulen. Das macht man einmal im Leben. Danach brauchte ich ein paar Tage zur Erholung. In meinem Händen hatte ich nach dem Rennen kaum noch Kraft um eine kleine Schraube an einem Elektrostecker zu bewegen. 

Hanna, Lisa und ich mit Robert und Ramona / Schötz 2003

 

Lisa, Hannah und Flo – Sabine erstellte das Foto

Lisa, Hannah, Sabine und Flo – meine treuen Fans und Helfer – an der Strecke während des 24 Stunden Rennens – brauchen Schatten und Kühlung.

Die einwöchige Tour TransAlp von Oberammergau nach Riva del Garda war in 2006 ein sehr intensives und erlebnisreiches Etappenrennen. 831km, 21032hm und 23 Alpenpässe u.a. das Timmelsjoch, Jaufenpass, Passo San Pellegrino waren zu befahren. Zusammen mit Jörg Kreikenbohm in einem Zweierteam erreichten wir unter der Startkategorie Männer1 (Durchschnittsalter über 40 Jahre) Platz 19 von 202 Teams. In der Gesamtwertung Rang 61 von über 500 Teams. 

 

Finisher – Mit Jörg am Ziel in Riva del Garda 2006

Die Vorbereitung auf die Tour Transalp fand in Südtirol von Leifers aus statt. Das Basislager zur Erfahrung / Kennenlernen der Strecke durch die Dolomiten. Seit 2006 waren Sabine und ich um Ostern oder auch in den Sommermonaten immer wieder auf dem Campingpark Steiner zur Erkundung der Region. 2023 ist schon gebucht. Die Radwege in Südtirol sind weitgehend getrennt von den Autostraßen angelegt und führen zum Teil auf stillgelegten Eisenbahnstrecken mit Tunnels. Fährt man z.B. von Leifers nach Brixen auf der Radroute durch Bozen hindurch, so gibt es nur 2 Ampelkreuzungen mit dem Strassenverkehr. Den nahe gelegenen Mendelpass fahre ich gerne hoch. Super Sache. 

Roses / Katalonien / Spanien war zusammen mit den Triathleten eine gewisse Zeit lang Trainingsregion. Allerdings ist das mit dem Wohnwagen recht weit zu fahren. Ein weiteres Terrain für mein Radsport Training im fortgeschrittenen Frühjahr sind die Vogesen. Dort gibt es wohlklingende Herausfordeungen wie Petit Ballon, Grand Ballon, Ballon D’Alsace, Col de Bramont, Le Markstein um nur ein paar zu nennen. Der Lac de Gerardmer ist ein Anziehungspunkt und in der Rheinebene die Stadt Colmar.

Mit der Triathlon Gruppe des TSV Schmiden durfte ich im Sommer 2002 auf der Route des Grandes Alpes mitfahren – von Martigny bis nach Nizza über bekannte französische Alpenpässe, wie den Col d’Iseran, Col du Galibier, Col de la Bonette (2715m) und auch hinauf nach Alpe d’Huez. Eine weitere Tour führte in 2002 ab Fellbach über das Tannheimer Tal in die Dolomiten und über die Großklockner Hochalpenstrasse nach Zell am See. Das sind bleibende Erlebnisse.

Triathlon-Routes des Grandes Alpes am Ziel in Nizza – 2002

In Südfrankreich stellt der Mont Ventoux eine Herausforderung für Radsportler dar. Mit Jörg fuhr ich dort einmal hinauf. Bei einem zweiten Besuch fuhr ich an einem Tag zweimal hinauf, einmal von Malaucène und einmal von Bedoin aus.

Auf dem Mont Ventoux 2004

 

Kleiner Scherz am Rande – 2004

In den Pyrenäen befuhr ich die von der Tour de France her bekannten Passstrassen Tourmalet, Col d’Aspin (an einem Tag hin und zurück) und den Col de Peyresourde.  

Auf dem Tourmalet –> „beschwerlicher Weg“

Schließlich ist noch die Toskana als Trainingsregion zu erwähnen. Zum einen gibt es dort viele sanfte Hügel (Crete Senesi) und eingebettete Strecken aber auch den erloschenen Vulkan – Monte Amiata unweit von Montepulciano.

Auf Mallorca war ich zweimal in einem Frühjahrstrainingslager – einmal mit Alex und einmal mit Sabine. Mit Renn- und Bikesport Axel Schäfer – rubs, wo wir auch einige Fahrräder bezogen haben – fanden die Aufenthalte statt . Auf Malle nahmen nicht nur Hobbyradler wie ich an den Trainingsrunden teil, so dass ich bergauf gerne mal das fine gara darstellte. 

Mit Axel auf Malle   

Nach der Tour Transalp in 2006 habe ich mich in der Fa. TRUMPF als Spartenleiter Radsport engagiert – bis 2019. Zusammen mit Lorenz Datz, der sich um das Training kümmerte, stand bei mir die Mitarbeit bei der Organisation von Teilnahmen an Radsport Veranstaltungen im Vordergrund. Auf Anregung von Björn Volz wurde ein Arbeitskreis installiert, aus dem letztlich das TRUMPF Bikeleasing hervorging. Mit Kollegen und der Unterstützung der Firma konnten neben 3 mehrtägige Ausflügen nach Südtirol und ins Elsass / Vogesen auch mehrere Tagesausflüge organisiert und durchgeführt werden.

TRUMPF Dolomitentour 2017

Wenn möglich bestreite ich die Fahrt nach Ditzingen zur Arbeit mit dem Fahrrad. Einfache Strecke ca. 20km. Zur Zeit zwar nur noch einmal die Woche (Homeoffice, es gab aber auch Zeiten in denen ich 5 mal die Woche mit dem Rad fuhr.

An einem Tag im Juli 2000 hatte ich einen Wegeunfall mit dem Rad von der Arbeit nach Hause an der Schleuse in Hofen. Ein Jogger kam mir in einer Kurve auf meiner Fahrspur entgegen. Ich bremste mit der Vorderbremse und fiel mit der rechten Schulter auf den Boden. Diagnose AC-Gelenk Sprengung – großes Aua.

Meine Fahrradflotte umfasst mittlerweile immer noch das magentafarbene Trecking Rad von Atala, ein schwarzes Crossbike von Ridley, ein schwarz/weißes Carbon Rennrad – Pavo III von Simplon – , ein graues MTB von Votec, ein schwarz/weißes Pedelec von Simplom – Silk Carbon-  und seit 2021 ein Lastenfahrrad von Cube – praktisch zum Einkaufen und Ausflüge mit den Enkeln. So oft wie möglich benutze ich eines dieser Räder und lasse dafür das Auto gerne stehen. Über den Winter reite ich auch gerne mal das ergo_bike 4004 in meinem Zimmer für eine bis eineinhalb Stunden. Das Gerät hat mittlerweile ca. 20.000km aushalten müssen. 

Zusammen mit Sabine führten uns Radreisen mit den Treckingrädern an der Donau entlang, von Berlin nach Kopenhagen, in England auf dem Way of Roses von Ost nach West, in den Südwesten von Irland und gerne auch mal nach Ostdeutschland. Das sind schöne Entdeckertouren. Sabine fuhr auch beim Dolomitenmarathon mit.

Mit Sabine an der Donau 

Beim Bodenseemarathon begleitete mich einmal Lisa ebenso wie beim Charity Bike Cup. Zusammen waren wir mal ein paar Tage in Südtirol, wo sie die Auffahrt zum Mendelpass auf 1365m bewältigt hat. Chapeau.

Bodensee Radmarathon 2013 mit Lisa – 154,6 km steht auf dem Tacho

   

Nach den Corona bedingten Ausfällen von Alb-Extrem habe ich mich für 2023 wieder für den letzten Sonntag im Juni angemeldet. Nach dem Motto – Ohne Ziel trifft man nicht – versuche ich darauf zu trainieren. Man sieht sich …. „Where the streets have no name“ …. ( frei nach U2 )… Musik zum Anheizen. Für den Sommer beabsichtige ich mit Sabine eine Radreise irgendwo in Frankreich. Wie in den vergangenen Jahren mit Radsport und Sightseeing gemeinsam was erleben.

 

Zur Radsport Dokumentation

Über den Link kann ein Teil der gesammelten Urkunden angeschaut werden.

Ein treffender musikalischer Beitrag von Max Raabe zum Thema Fahrrad fahr’n.

Max Raabe – Fahrrad fahrn

Kraniche im Oktober an der Müritz

Anfang Oktober an der Müritz – lassen sich die von den skandinavischen Ländern nach Spanien wandernden Graukraniche beobachten.

Im Müritz Nationalpark – zweimal am Rederangsee – als auch außerhalb – am Großen Schwerin bei Röbel – konnten die Graukraniche bei ihrem abendlichen Einflug zu den Übernachtungsplätzen an bzw. in die Seen beobachtet werden. Entweder bei geführten Wanderungen oder bei einer Bootstour. Von Röbel aus, zusammen mit Frank, auch beim Abflug an einem Morgen vom Großen Schwerin. Tagsüber kann man den scheuen Vögeln des Glücks auf den naheliegenden Feldern und Wiesen begegnen. Dort suchen sie nach Nahrung und ruhen sich aus bzw. zeigen ihr arttypisches Tanzverhalten. Manchmal fliegt ein Schwarm in einer typischen V-Formation tagsüber über einen hinweg zu einem alternativen Rast- oder Futterplatz. Schätzungen über die Anzahl der Vögel liegen um die 4600 am Großen Schwerin, ca. 3000 am Rederangsee.  Aber egal – jedenfalls sind es beeindruckend viele der recht großen Zugvögel ( Höhe ca. 1,20m und Flügelspannweite um die 2,20m ) in dieser Jahreszeit und bis alle gelandet sind kann das eine Weile dauern. Sie landen in mehreren Wellen. Genauso beeindruckend ist das trompeten der Altvögel. Möglich aufgrund ihrer langen Luftröhre, während die Jungvögel eher nur piepsen können. Die Rufe sollen 3km weit zu hören sein. Weitere Rastgebiete finden sich in an der Ostsee / Darß oder bei Linum und in Frankreich am Lac du Der mit weitaus größeren Gruppen.

Auf dem Warnker See bzw. an dessen Ufer tummelt sich eine große Anzahl von verschiednen, beschaulichen Wasservögeln wie Kolbenenten, Reiherenten, Stockenten,  Kormorane, Silberreiher, Schwäne, mit Glück auch Eisvögel u.a.

In der Region können Seeadler, wenn auch in gewisser Entfernung, und andere Greifvögel wie Bussarde und Milane beobachtet werden. Bei einem Ausflug mit Hans-Dieter auf den Landschaftspflegehof Müritzhof  – eine Einrichtung der Lebenshilfe Waren – können u.a. kleine, zutrauliche Piepmatze und gepunktete Stare quasi scharenweise beobachtet werden. 

Auf dem Bio Wildhof Zacharias, unweit von Teterow, können um diese Jahreszeit ca. 150 Hirsche und Hirschkühe während der Brunftzeit beobachtet werden. Der Platzhirsch hatte jedenfalls allerhand zu tun um seine Mädels vor Junghirschen ( Spießern ) abzuhalten.  Außerdem mußte er noch mit seinem stattlichen Geweih zwei kleine Fichten zu Kleinholz verarbeiten und dabei seine Duftmarken setzen. Das Röhren der Hirsche ist relativ weit zu hören.

Aufgrund des Kranichauszugs bzw. -einzugs während der Dämmerungszeiten können die schwächeren Lichtverhältnisse für die Kamerasysteme / -optiken kritisch werden. Da hilft bei lichtschwachen Objektiven nur eine höhere ISO Einstellung. Sorry wenn es also etwas rauscht oder nicht ganz scharf ist. Andererseits bieten die Dämmerungen besondere Lichtstimmungen und damit farbenfrohe Motive. Bei teils wolkenlosem Himmel konnten tolle Sonnenuntergänge bzw. Mondaufgänge beobachtet und in die Fotos hinzugefügt werden. 

Zur Fotosammlung bitte über den folgenden Link:

Müritz Anfang Oktober

England – Way of the roses

Way of the roses – von Morecambe an der Westküste in England zur Ostküste nach Bridlington. Lange ist es her, dass es zwischen den weißen Rosen in Yorkshire und den roten Rosen in Lancastershire Unstimmigkeiten gab. Daher der Name des Radwegs. Nicht weil am Weg besonders viele Rosen blühen. Immerhin sind die Radweghinweise mit den roten und weißen Rosen versehen.

Way of the roses

Wir fuhren den Weg falsch herum – also von Ost nach West – bedeutet Gegenwind. Allerdings geringere Steigungen in den Yorkshire Dales, was aber bei Steigungen zwischen 16% und 20% ziemlich egal ist. Mit Gepäck war das ohne E-Motor nicht zu schaffen. Also schieben und schwitzen – bei hohen Temperaturen und doch kühlem Wind.

Unweit von Bridlington an der Ostküste befinden sich die Bempton Cliffs. Dort können mehrere Vogelarten beobachtet werden, hauptsächlich Baßtölpel (engl. Gannet) und Papageientaucher (engl. Puffins). In der Region sollen sich im Sommer zwischen 250.000 und 500.000 Vögel aufhalten.  Viele jedenfalls.

Bempton Cliffs

Nächste Station war York wo das beeindruckende National Railway Museum besucht werden kann. Die sehenswerte Altstadt mit dem Minster wird von vielen Besuchern frequentiert. Ein Rundgang auf der weitgehend erhaltenen Stadtmauer ist möglich. 

York

Die Yorkshire Dales Landschaft ist relativ baumlos und von Steinreihen als Feldbegrenzungen durchzogen. Beim Anblick der vielen Schafe stellt sich die Frage, ob es in England mehr Schafe oder Menschen gibt. Unter der Erde befinden sich einige Höhlen und der Ort Settle ist ein geeigneter Ort als Basislager für Wanderungen / Ausflüge.

Nach der Ankunft in Morecambe an der Westküste ging es tags darauf mit der Eisenbahn und den Fahrrädern nach Edinburgh in Schottland. Leider hab ich mir  unterwegs eine Covid-19 Infektion eingefangen und lag montags flach. Bei Sabine fing das Elend zwei Tage später an. Die Erkrankung bedeutete, dass wir Radfahren vergessen konnten. Bezüglich Covid-19 gab es in England keinerlei Einschränkungen im öffentlichen Leben. In Edinburgh konnte ich noch das National Museum of Scotland besuchen, Sabine eine Performance zu van Gogh. Die Royal Mile ist auch wegen der Dudelsackspieler eine anziehende Touristenattraktion.

Edinburgh

Unsere Rückreise nach Kingston upon Hull zur Fähre führte wieder über York mit der Eisenbahn. In Kingston upon Hull ist das Aquarium namens The Deep sehenswert

Kingston upon Hull

Die Fahrten mit der Eisenbahn und Fahrradmitnahme sind in so weit spannend, da es in England verschiedene, größere Eisenbahngesellschaften für die Fern- und Nahverbindungen gibt und jede Bahn etwas anders organisiert ist. Der Nahverkehr ist dabei unkompliziert. Bei Fernverkehr ist Fahrradreservierung Pflicht. 

Eisvogel

Bei der ersten Begegnung mit einem Eisvogel konnte ich grade mal etwas fliegendes mit bläulichen Farbschimmer wahrnehmen und dann war er auch schon wieder weg. Bei der zweiten Sichtung saß ein Eisvogel im dichten Gebüsch zum See hin und war nur teilweise zu sehen. Dann flog er auch schon wieder weiter. Als ich mich an dem späten Nachmittag umdrehte entdeckte ich den Vogel gut sichtbar in einem Strauch am Ufer sitzend. Ich konnte ein paar Aufnahmen – eher von seinem Rücken und wie er seitlich blickt – erstellen. Ein Glücksmoment.

Die Tage darauf fuhr ich wieder zum See und sah eine Ansammlung von Fotografen mit langen Teleobjektiven in Form von getarnten Ofenrohren. Wahnsinn. An dem Morgen bei strahlendem Sonnenschein flog ein Eisvogel wiederholt eine gewisse Route ab, so dass er immer wieder zu dem Fotoansitz kam und die Wasseroberfläche nach kleinen Fischen absuchte. Einmal war er bei seiner Jagd erfolgreich.

Angeblich gibt es in der Ecke 3 Eisvogelpaare. Meinen Fotos bzw. den Farben der Vögel nach handelt es sich um unterschiedlich farbige Exemplare. Die versammelte Fotografenschar ist der Meinung, dass es nicht schwer sei einen sitzenden Vogel abzulichten. Spannend sei es ihn im Flug zu erwischen. Na ja, ich bin froh, dass ich überhaupt mal einen Eisvogel angetroffen habe und ein paar Fotos von einem oder zwei Vertretern erstellen konnte. Bisher hatte ich nur Fotos auf Schautafeln gesehen.  

Zum Fotografieren verwendete ich meine Canon 5D Mark IV und ein Zoom Teleobjektiv bis 600mm Brennweite – ohne Stativ.  Bei mehreren Aufnahmen verwendete ich als Body meine Canon 60D. Die hat einen Crop Faktor von 1,6. Die Brennweite mit dem 600er wird so auf 960mm erhöht. 

Zur Foto Sammlung Eisvogel

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