Reise vom 24.11.2025 bis zum 03.01.2026

An- und Rückreise nach Andalusien über Frankreich – Autoroute du Soleil und an der Ostküste Spaniens entlang nach Andalusien – Cabo de Gata – im Südwesten.

Auf einer Rundreise durch Andalusien, bereisen wir in den kommenden 5 Wochen auch solche Orte, die in den Reiseführern nicht ganz oben stehen.

Reiseroute in Andalusien

Der Naturpark Cabo de Gata erstreckt sich im Südwesten Spaniens von Almeria bis nördlich von Carboneras. Im dem Naturpark schlagen wir bei der Anreise und vor der Rückreise unser Lager auf dem Camping Los Escullos und einmal in Aqua Amarga auf. Eine versteinerte und erodierte Sanddüne – Duna Fosil de Los Escullos – bietet mit ihren bizarren Formen reichlich Fotomotive.

Mal sehen wie lange der Überhang noch hält ….

Auf Wanderungen und ausgedehnten Radtouren erkunden wir nahezu den ganzen, weitgehend unbebauten Küstenstreifen, der durch vulkanische Aktivitäten entstanden ist. Zwischen Retamar und Ruescas gibt es ein Besucherzentrum mit reichlich Informationen zum Naturpark. In den Salinen am Cabo de Gata sind vereinzelte Flamingos auf Futtersuche oder sie schlafen.  Außerhalb des Parks sind viele Gewächshäuser mit Plastikhüllen aufgebaut. Darin werden vorwiegend Tomaten angebaut. 

Naturpark Cabo de Gata

In Almeria besuchen wir die wuchtige Alcazaba, deren Außenmauern gut restauriert sind. Der Garten lädt zum Flanieren ein, ansonsten wurde das Innenleben bisher kaum rekonstruiert. Von der ehemaligen Maurenburg aus beobachten wir über der Sierra Nevada eine sogenannte Lenticularis-Wolke. In der Stadt gibt es den Mercado Central auf zwei Etagen und die unübersehbare ehemalige Eisenerz Verladestation am Hafen – Cardagero de Cable Ingles – seit 2023 ein Mirador. In der Stadt ist in der Vorweihnachtszeit ein Weihnachtsmarkt aufgebaut und auf einer Eisbahn kann man auf Kufen einen doppelten Rittberger vorführen. Um bei der spanischen Loteria Navidad die Chance auf El Gordo zu wahren kaufen wir zwei Lose – Decimos zu je € 20.-. Auf einem großen Parkplatz übernachten wir für Umsonst neben einer großen Zahl anderer Wohnmobile. Auf der Fahrt in Richtung Tabernas kommen wir an einer Rossmann Drogerie Filiale vorbei. Hier gibt es zum Glück die speziellen Müslizutaten, die wir vermeintlich Zuhause vergessen haben. 

Almeria

Desierto de Tabernas wird die Gegend westlich von Tabernas  genannt. Die staubtrockene Gegend liegt im Windschatten der bis auf 3462m aufragenden Berge der Sierra Nevada und wird daher von Niederschlägen verschont. Die Wüstenregion um Tabernas wurde in der Vergangenheit für diverse Western Filmszenen von Sergio Leone herangezogen und auch für den Film Lawrence von Arabien.

Oase in der Tabernas Wüste

Sabine suchte auf Komoot eine Rundwanderung aus, beginnend bei Minihollywood Oasys. Ein Stück weit können wir der vorgeschlagenen Route in den Flußbetten folgen, im ansteigenden Gelände sind nur noch ein paar Fußspuren zu lesen, dann keine mehr. In dem nunmehr steilen Gelände ist ein Vorankommen anstrengend, es passieren Ausrutscher. Als es langsam spät wird, und das weitere Vorankommen ungewiss ist, kehren wir wieder um. Bei Einbruch der Dunkelheit sind wir auf gleichem Weg am Ausgangspunkt zurück. 

Tabernas

Auf der Fahrt nach Guadix fallen in der Landschaft die riesigen Solar- und Windparks auf. Sonne gibt es genug in Spanien. In dem Nachbarort von Guadix namens Purullena besuchen wir das private Museum Cueva Museo La Inmaculada. Manche Behausungen in der Region wurden einfach in die relativ weiche Erde gegraben. Teils über mehrere Etagen. Obendrauf ein Ofenrohr und fertig ist die Laube. Wenn sich in der Familie Nachwuchs ankündigt, dann gräbt man eben ein weiters Zimmer dazu. Maulwürfe machen das nicht anders.  Das Museum wirkt mit den zahlreich ausgestellten Gegenständen überfrachtet. Von dem Mirador del Fin de Mundo hat man einen weitreichenden Blick in die erodierte Landschaft.

Purullena – Guadix

Aufgrund der ungünstigen Wetterprognose reisen wir zunächst zum Caminito del Rey weiter und lassen Granada zunächst Links liegen. Der spektakuläre Wanderweg liegt zwischen Antequera und Ronda. Bei der Anfahrt können wir eine große Kolonie Gänsegeier beobachten. Zum Übernachten finden wir einen Parkplatz am Rande des Stausees Embalse del Conde de Guadalhorce. Am nächsten Morgen sind wir gegen 8 Uhr am Centro de Reception de Visitantes Caminito sein. Dort startet ein Zubringerbus in Richtung Acceso Norte des Caminito del Rey. Den spektakulären Wanderweg kann man nur von Nord nach Süd begehen. Am Ende wartet wieder ein Bus, der die Wanderer zum Ausgangspunkt am Besucherzentrum zurückbringt.

Hängebrücke auf dem Caminito del Rey

Der Schluchtenwanderweg führt teils auf neu errichteten Stegen, teils auf festem Boden am Fluß Guadalhorce entlang. Unterhalb des neuen Stegs kann der mittlerweile lückenhafte, alte Weg erkannt werden. Über dem Wanderweg kreisen unzählige Gänsegeier die nur darauf warten, dass ein Wanderer oder eine Wanderin abgeht. Am Ende des Weges laden die steilen Felswände Kletterer zum kraxeln ein. Warum auch immer führt auch noch eine Bahntrasse durch das Tal. Crazy.

Das Ensemble der 3 umliegenden Stauseen stellt ein Speicherkraftwerk dar. Stromüberschuß –> Wasser rauf pumpen, Strommangel –> Wasser ablassen. Auf der Rückfahrt nach Granada können wir nochmal Gänsegeierkolonien beobachten und dann taucht auch noch ein seltener Adler am Himmel auf – vermutlich ein spanischer Kaiseradler. 

Caminito del Rey

Die Alhambra in Granada stellt einen Besuchermagneten par excellence dar. Zurecht. Ohne Voranmeldung kommt man nicht in die Nasridenpaläste. Der Rest der Alhambra ist frei zugänglich. Wieviel originale Bausubstanz von dem ehemaligen Palast der Mauren tatsächlich noch zu sehen ist? Immerhin wurde im 16. Jahrhundert mitten in die Anlage, neben den maurischen Palästen, ein Palast für Karl V. gebaut. Bewohnt hat er den angeblich aber nie. In den Nasridenpalästen ziehen die stuckdekorierten Decken und Bögen genauso die Aufmerksamkeit auf sich, wie die Keramikmuster an den Wänden oder die filigranen Holzdecken. In die Wände sind in arabischer Schrift Texte integriert – z.B. „Es gibt keinen Sieger außer Gott“. Figürliche Darstellungen sucht man vergebens. In den Patios befinden sich teils spiegelglatte Wasserflächen aus denen der Palasttiger ein paar Schluck mit seiner Zunge trinkt.

Löwenhof

Mitten im Patio de los Leones steht ein Brunnen, der von Löwenfiguren umringt ist. In dem Hof tragen unzählige filigrane Säulen den Rundgang und zwei Pavillons, die wiederum stuckverzierte Gewölbe tragen. Für Mauren das Paradies. Kurz gesagt, die Mauren konnten damals schon ganz schön mauren.

In der Winterzeit ist der Generalife im Winterschlaf. Bis auf die Orangenbäume. Die tragen reife Früchte und der eine oder andere Tourist reißt doch tatsächlich Früchte ab. Kaum zu glauben aber wahr. Rüge von der Aufseherin garantiert. Don’t touch!!

In Granada ist unweit der Alhambra das Altstadtviertel Albaicin gelegen. Nachdem man die Straße mit den aneinandergereihten Souvenirshops durchschritten hat, kann man von dem umtriebigen Mirador de San Nicolas den Blick über die Alhambra hinweg zur schneebedeckten Sierra Nevada schweifen lassen. 

Mirador de San Nicolas

Granada / Alhambra / Albaicin

Das Zentrum der Stadt Cordoba lassen wir diesmal aus und machen Station in der Nähe der ehemaligen Palaststadt Madinat al-Zahra. Der Ausgrabungsort liegt ca. 8 Kilometer außerhalb von Cordoba und war für ca. 100 Jahre sozusagen der Regierungssitz der Kalifen von Cordoba. Ein kleiner Teil der Medina wurde bisher ausgegraben und restauriert, auf dem Rest weiden heute Kühe.

Unweit von der Ausgrabungsstätte gibt es ein Besucherzentrum – Conjunto Arquelogico Madinat Al Zahra. Darin wird den Besuchern ein 20 minütiger Film präsentiert, in dem, basierend auf den Ruinen, die Stadt zum Leben erweckt wird. Zu sehen sind dann die kompletten Gebäude in denen Figuren umhergehen und Szenen des damaligen (vermuteten) Alltags nachgestellt werden. Interessant.

Madinat Al-Zahra

Wenn man den Nationalpark Coto de Donana von Norden her besucht, dann kommt man an dem Ort El Rocio nicht vorbei. El Rocio ist ein Wallfahrtsort mit ca. 2000 Einwohnern in den zu Pfingsten um die 1 Million Besucher strömen. Bruderschaften aus ganz Spanien pilgern in den Ort, um die Heilige Jungfrau von El Rocio zu verehren – auch als Paloma Blanca bezeichnet. Die Bruderschaften unterhalten in dem Ort Häuser mit ihrem entsprechendem Namen. Die Straßenbeläge in der Stadt sind nicht befestigt, sondern aus Sand. Nach einem Regenguss gleichen die Wege Schlammpisten – für Vierbeiner ganz OK, für PKWs eine Herausforderung. 

El Rocio 

In El Rocio buchen wir eine Fahrt mit einem Allradbus in den Nationalpark Coto de Donana. Unser Guide erklärt zunächst noch ein paar Details zu El Rocio und später u.a. zur Wasserknappheit im Park. Aufgrund von wasserintensivem Erdbeeranbau außerhalb des Parks sinkt der Grundwasserspiegel im Park, sodass Bäume aufgrund des Wassermangels absterben. Zur Zeit unseres Besuchs treffen wir im Park auf Wildpferde, Rinder und große Herden von Rotwild. Auf einem Baum rasten zwei Gänsegeier und halten Ausschau nach Futter. Sie fliegen davon, als wir mit dem Bus näherkommen. Zwei Rothühner sind in einiger Entfernung zu sehen. Später sehen wir größere Gruppen von Graukranichen. Im Herbst 2025 erlagen viele der Tiere in Deutschland an der Vogelgrippe. Zum Glück haben es  die hier lebenden Vögel ins Winterquartier geschafft. In einer Art Gehege tummeln sich ein paar Hasen. Grau- und Silberreiher stehen in der Landschaft. Unser grüner 4×4 Bus fährt bis zu einer Raststätte im Park und dann wieder zurück nach El Rocio. Die Lichtverhältnisse sind zum Fotografieren schwierig, da eher Gegenlicht vorherrscht. 

Am nächsten Tag fahren wir noch zum Besucherzentrum El Acebuche, welches wie ausgestorben wirkt. Die Laguna del Acebuche ist ausgetrocknet, von Flamingos fehlt deshalb jede Spur. 

Nationalpark Coto de Donana

In Conil de la Frontera besuchen wir für ein paar Tage den etwas außerhalb gelegenen Campingplatz La Rosaleda. Der Ort am Atlantik ist deutlich größer als von den beiden bisherigen (Hotel-)Besuchen bekannt und bietet vielerlei Einkaufsmöglichkeiten. Von hier aus unternehmen wir mit den Fahrrädern Ausflüge in die umliegenden weißen Dörfer wie Medina-Sidonia oder Vejer de la Frontera. Vom Cabo Trafalgar aus scheint Afrika zum Greifen nahe.

Cabo Trafalger – in der Ferne ist Marokko in Afrika zu sehen

Ab Chiclana de la Frontera bringt uns eine Straßenbahn mit den Fahrrädern ins Zentrum von Cadiz. Die Altstadt bietet in den teils kerzengeraden, engen Sträßchen überraschende kleine Geschäfte, die erst beim Vorbeigehen entdeckt werden. Leckere Tapas gibt es obendrein. Gerne wieder. Bei der Rückfahrt mit den Fahrädern zum Campingplatz geraten wir in ein Regengebiet mit horizontalem Gegen- und Seitenwind. Meine Begleitung auf dem Pedelec sucht meinen Windschatten. Naß bis auf d’Onderhos erreichen wir den Campingplatz.

Conil de la Frontera

Die Route nach Malaga führt uns an einem verregneten Tag über Tarifa und an Gibraltar vorbei. Afrika muß irgendwo hinter dem grauen Vorhang sein.

Weihnachtsurlauber fluten Malaga – wir treffen auf viele Besucher in der Stadt. In der Markthalle – Mercado Central de Atarazanas – mit ihrem umfangreichen Angebot drängen sich die Kunden und noch mehr Touristen. In den Buden wird feiner Schinken von Hand aus den Keulen geschnitten.

Von Hand wird die Keule in feine Scheiben geschnitten

Die Einkaufstraßen sind weihnachtlich geschmückt und erstrahlen am Abend im Lichterglanz. Gegen 18:30 versammeln sich Menschen in der Haupteinkaufstrasse und singen zusammen Lieder. Hinter dem römischen Theater wurde vor über 1000 Jahren die maurische Alcazaba errichtet. Diese gleicht einer abgespeckten Alhambra, aber nur ein wenig. Am Hafen kann man unter dem Palmeral de las Sorpresas flanieren oder den daneben angelegten Park – Parque de Malaga – besuchen. Darin sind exotische Bäume aus unterschiedlichen Winkeln der Erde angepflanzt. In der gut besuchten Antigua Casa die Guardia stapeln sich Weinfässer mit leckerem Inhalt. In dem T-Shirt Geschäft „Pampling & Co Malaga Echegaray“, unweit vom Picasso Museum, sind witzige Motive im Angebot.

Malaga

Während unseres zweiten Aufenthalts auf dem Camping Los Escullos erkunden wir den westlichen Küstenabschnitt zwischen San Jose und dem Cabo de Gata. Dort befinden sich der weitläufige Strand Playa de los Genoveses und der Playa de Monsul, wo mit etwas Phantasie ein verwunschener Prinz am Strand sitzt und darauf wartet wachgeküsst zu werden. Dazwischen erhebt sich die Duna fosil de Monsul. Auf einer kleinen Wanderung um die Düne herum sehen wir reichlich viele Agaven und kommen an den Playa de Barronal. Auf dem Rückweg nehmen wir den Küstenwanderweg auf dem es ein wenig Klettergeschick braucht, um auf den steilen Wegen zum Ausgangspunkt zurückzukommen.

Bis zum Playa de Monsul kann man von San Jose auch mit einem PKW fahren, danach ist der Weg bis zum hochgelegenen Torre de la Vela eine ansteigende Schotterpiste. Mit dem Rennrad sehr unangenehm zu fahren. Manchmal ist schieben daher sicherer. Zum Cabo de Gata geht es auf einer löchrigen Piste wieder hinunter und schließlich über Ruescas – durch ein Café hindurch – und auf asphaltierten Straßen zurück zum Campingplatz.

Playa de Monsul

 

Die Rückreise aus Andalusien beginnen wir am 28.12. und fahren zu dem kleinen WoMo Stellplatz Asociation de Caravanas y Autocaravanas in der Nähe von Elche. Alejandro ist ein hilfsbereiter Betreuer des Platzes. In der Region besuchen wir den Naturpark El Fondo und die Salinen von Santa Pola. Auch hier stehen nur vereinzelt Flamingos im flachen Wasser. Zwei der rosafarbenen Vögel scheinen sich zu unterhalten, jedoch nicht unbedingt der gleichen Meinung zu sein. Mal reckt der eine den Kopf über den anderen Vogel, mal andersrum.

„Ich hab ja so einen schönen, langen Hals ….“

Es fallen die schwarzweiß gefiederten Flamingos auf. Nach Auskunft eines Betreuers im Naturpark El Fondo handelt es sich um Jungtiere. Auffällig sind in der Gegend auch die vielen Baumschulen. Ausgedehnte Palmenwälder und auch diverse Kakteenkulturen werden angepflanzt.

Naturpark El Fondo – Salinen von Santa Pola

Der Ort Anna liegt zwischen Alicante und Valencia ein paar Kilometer von der Autobahn weg. Bei einer Wanderung auf der – Ruta de las 3 cascades – besuchen wir die 3 Wasserfälle in der Nähe des Ortes. Rund um Valencia sind viele Orangenfelder zu sehen – es wird die Marke Valensina angebaut. Neben dem Parkplatz in Anna steht ein Orangenhain mit reifen Früchten. Während wir dort parken fährt eine Arbeiterkolonne zum Orangenernten vor. Junge Männer mit schwarzer Hautfarbe rennen im Laufschritt in die Plantage hinein und zurück und füllen in kurzer Zeit die bereitgestellten Transportkörbe. Ich gehe auf den Vorarbeiter zu und versuche ins Gespräch zu kommen. Auf meine Frage, ob die Orangen gut sind drückt er mir zögernd eine der runden Kugeln in die Hand. Dann noch eine zweite Frucht dazu. Die Kostprobe der Orangen zeigt, dass die Früchte reif sind und lecker schmecken. Auf den Verpackungen der Orangen in unseren Supermärkten sind junge, entspannte Damen beim Pflücken abgedruckt. Klarer Fall von fake – ich denke an die fleißigen Arbeiter, wie sie im Laufschritt die Pflückarbeit leisten. Hoffentlich wird die Arbeit der Pflücker fair entlohnt.

Ruta de las 3 cascades

Nächster Übernacht Zwischenstopp ist in Peniscola, ein beliebtes Touristenziel. Die Altstadt liegt auf einem 64m hohen Felsen an der Küste und hat als Kern eine Zitadelle aus dem 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert hatten zwei Gegenpäpste hier ihre Residenz. An Silvester wird die Stadt mit diversen Buden auf den anstehenden Jahreswechsel vorbereitet. Nach einem Spaziergang durch die engen Gassen kaufen wir im Supermarkt Mercados noch diverse spanische Souvenirs für die Daheimgebliebenen ein. 

Peniscola

Der weitere Heimweg führt uns über das Ebro Delta. Dort gibt es neben ausgedehnten Reisfeldern und flachen Lagunen die letzte Hoffnung auf Flamingos in großen Mengen. Bei dem Observatorium La Tancada, kurz vor der Küste, treffen wir endlich auf eine riesige Ansammlung Flamingos beidseits der Straße. Wir können das Verhalten der Vögel aus kurzer Distanz gut beobachten und fotografieren. Es ist ein Kommen und Gehen, Flügel werden kurz aufgespannt, die langen Beine gedehnt und manche Vögel kopulieren gar. Sie stehen hier eigentlich, ohne sich um die Nahrungsaufnahme zu kümmern. Etwa nur ein Single Treffpunkt oder gar Schlafplatz? Manchmal entfernt sich eine Gruppe von der großen Menge weg und plötzlich fangen diese Tiere an gegen den Wind zu rennen um schließlich in die Lüfte abzuheben. Ein paar Meter geht es gegen den Wind, dann in Richtung Süden mit dem Wind. Wohin wohl? Dann tauchen plötzlich wieder große Flamingo Schwärme auf und landen inmitten der im Wasser stehenden Artgenossen.

Flamingos im Ebro-Delta über den Wolken …

Während unserer Beobachtungszeit schaut auch mal ein Fischadler vorbei. Ein blauschimmernder Eisvogel fliegt mit flinkem Flügelschlag und kaum erkennbar am Ufer entlang. Schwarzgefiederte Kormorane gesellen sich zu den Rosaflamingos. Graureiher stehen wie angewurzelt ebenfalls vereinzelt an den Rändern der ehemaligen Salinen.

Ebro Delta – Observatorium La Tancada

Um einen Eindruck von den in Spanien eingerichteten Vias Verdes zu bekommen, das sind stillgelegte und für z.B. den Radverkehr aufbereitete Bahnstrecken, fahren wir noch nach Tortosa. Von Tortosa aus fahre ich ca. 40km am Fluß Ebro entlang über oder unter Brücken und durch teils beleuchtete Tunnels. Die Strecke steigt nur leicht an. In ehemaligen Bahnhöfen wurden kleine Cafés oder Kneipen eingerichtet und ein Radreiseveranstalter bietet Ausfahrten auf der Via Verde Val de Zafan an. Entlang der Strecke sind immer wieder Parkmöglichkeiten eingerichtet. Im Dezember hängen die Orangenbäume neben der Strecke voller reifer Früchte.

Vias Verdes sind in ganz Spanien zu finden. Auf Internetseiten lassen sich die Routen und deren Beschreibungen finden.

Greenways – Fundación de los Ferrocarriles Españoles

folletovvbroschure2015.pdf

Bahntrassenradwege

Via Verde Val de Zafan

In Frankreich, am Pont du Gard, statten wir dem monumentalen, historischen Aquädukt einen Besuch ab. Schon toll was die alten Römer vor 2000 Jahren so bauen konnten.

Interessant wäre zu wissen, wie sie solche Bauwerke erstellt haben und wie lange die Bauzeit war. Damals gab es ja noch keine Kraftpaketkräne von Liebherr oder so.

Pont du Gard

Während unserer Reisezeit lagen die Temperaturen nachmittags um die 15° C. Bei Sonnenschein gerne auch mal mehr. An den Küsten war es jedenfalls wärmer als im Inland z.B. in Granada, welches auf ca. 750m Höhe liegt. Die angenehmen Wintertemperaturen gepaart mit niedrigen Lebenshaltungskosten ziehen Ruheständler aus anderen Ländern an. Auf den durchgängig geöffneten Campingplätzen bleiben manche Gäste ein paar Monate im Süden. Berichte über heftige Winterstürme mit Überschwemmungen auf der Iberischen Halbinsel nehmen zu. Von daher beobachten wir die Wetterdaten. Möglicherweise ist ein Klimawandel die Ursache dieser ungünstigen Entwicklung

Sowohl am Cabo de Gata als auch in der Gegend um Conil de la Frontera gibt es gute Möglichkeiten zum Radfahren. Die Straßen sind ordentlich asphaltiert. Der Eurovelo Radweg 8 beginnt in Cadiz und führt überwiegend an der Mittelmeerküste entlang. Die oft hochgelegenen weißen Dörfer laden zu Besuchen ein. Die Vias Verdes wollen erforscht werden.

Die Präsenz der Mauren hat auf der Iberischen Halbinsel ihre interessanten Spuren hinterlassen. Spanien hat seinen Besuchern auf jeden Fall viel zu bieten. Gerne wieder.